Coburg
Sommer

Hier plätschert in Coburg Trinkwasser

Wer an einem heißen Tag eine kühle Erfrischung sucht, wird in Coburg an mehreren Stellen fündig. Die SÜC sorgen dafür, dass das Wasser von acht Brunnen Trinkwasser ist. Das ist ein toller Service - hat aber auch einen technischen Hintergedanken.
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Der Brunnen "Am Grünen Baum" auf dem Coburger Marktplatz Foto: Jochen Berger
Der Brunnen "Am Grünen Baum" auf dem Coburger Marktplatz Foto: Jochen Berger
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Trinkwasser oder kein Trinkwasser? Das ist die Frage, die sich so manchem durstigen Menschen stellt, wenn er an einem Brunnen vorbeikommt. Dabei ist die (rechtliche) Regelung eigentlich ganz einfach: "Wenn nicht ausdrücklich mit einem Schild darauf hingewiesen wird, dass es kein Trinkwasser ist, dann handelt es sich um Trinkwasser", erklärt Berthold Lendner. Der Hauptabteilungsleiter Gas/Wasser bei den SÜC räumt allerdings ein: "In einer fremden Stadt würde ich dieser Regelung nicht trauen!"

In Coburg ist das anders. Denn hier hat man sich zusätzlich noch für die umgekehrte Lösung entschieden. Sprich: Dort, wo Trinkwasser plätschert, steht auch "Trinkwasser" drauf. Und zwar insgesamt - aktuell - acht Mal im Zuständigkeitsbereich der SÜC. "Ich halte eine klare Beschilderung für notwendig", sagt Berthold Lendner, "alles andere sorgt doch für Verunsicherung."


Beitrag für mehr Lebensqualität

Dass es gleich acht Trinkwasserbrunnen in und um Coburg gibt, hat mehrere Gründe. Zum einen ist Berthold Lendner der Meinung: "Wasserstellen gehören zur Lebensqualität einer Stadt!" Zum anderen gibt es aber auch noch einen technischen Hintergedanken: Damit der Feuerwehr im Brandfall immer genügend Löschwasser zur Verfügung gestellt werden kann, sind die Wasserleitungen im Bereich der Innenstadt seit jeher sehr groß, wie Lendner erklärt. Als dann in den 1980er Jahren sehr viele Menschen aufs Land oder an den Stadtrand zogen, gab es speziell am Abend und an den Wochenenden deutlich weniger Durchfluss in den Leitungen. Und dadurch drohten letztlich hygienische Probleme, weil das Trinkwasser sozusagen zu lange in den Leitungen unterwegs war, bis es in einem Haushalt aus dem Hahn kommt.

"Anfang der 1990er Jahre haben wir damit begonnen, die sogenannten Laufbrunnen als ,Trinkwasserbrunnen‘ zu bewerben", erinnert sich Berthold Lendner. Anfangs wurde dieses Angebot aber trotzdem noch nicht so rege angenommen wie erhofft - wohl auch deshalb, wie der Wasserexperte vermutet, weil die entsprechende Beschilderung fehlte und deshalb nach wie vor Verunsicherung herrschte. Dank kleiner schicker Schilder ist das mittlerweile anders. "Die Brunnen werden gut genutzt", berichtet Berthold Lendner. Am meisten wird am SÜC-Brunnen am Weidacher Wasserturm getrunken. Warum dort? Nun, der Brunnen befindet sich an der Joggingstrecke durch den Callenberger Forst (Trimm-Dich-Pfad).

Mittelfristig soll es zehn Stellen mit SÜC-Trinkwasser geben. Nummer 9, der Trinkwasserspender am Bus-Rendezvous am Theaterplatz, wird derzeit komplett überarbeitet (das Tageblatt berichtete).


Pläne für den Goldbergsee

Und Nummer 10 würden die SÜC gerne am Goldbergsee errichten, der sich ja zu einem immer beliebteren Ausflugsziel entwickelt. "Sicherlich ist das alles mit Kosten verbunden", weiß Berthold Lendner. "Aber die Frische unseres Trinkwassers ist uns wichtig" - Stichwort: Leitungsdurchfluss. Außerdem sieht Lendner die Trinkwasserbrunnen als "Werbung für unser wichtigstes Lebensmittel - unser Trinkwasser." Und natürlich auch für Werbung für die SÜC.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber auch eine regelmäßige Kontrolle des Brunnenwassers - und im Zweifelsfall auch die eine oder andere Maßnahme, die bei Bürgern zunächst auf Unverständnis stößt. So hat man sich bereits vor Jahren entschieden, an den Marktplatzbrunnen keine Blumenkästen mehr zu platzieren. Das sah zwar hübsch aus. "Aber es fiel eben auch immer recht schnell mal Erde oder Grünzeug aus den Blumenkästen ins Wasser", erzählt Berthold Lendner. Und eine solche Verunreinigung gefährde die Trinkwasserqualität.

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