Coburg
Auftritt

Herzerfrischender Gesang verzaubert Coburger Zuhörer

Wie das junge A-cappella-Quintett "Sjaella" die zahlreichen Besucher beim Coburger "Verein"begeisterte und durch Können und Vielseitigkeit überraschte.
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Das A-cappella-Ensemble Sjaella begeisterte in Coburg (von links): Marie Charlotte Seidel, Franziska Eberhardt, Marie Fenske, Viola Blache und Helene Erben. Foto: Jochen Berger
Das A-cappella-Ensemble Sjaella begeisterte in Coburg (von links): Marie Charlotte Seidel, Franziska Eberhardt, Marie Fenske, Viola Blache und Helene Erben. Foto: Jochen Berger
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Rein weiblich besetzt ist das Vokalensemble "Sjaella" aus Leipzig und damit ein schönes Gegengewicht zu den zahlreicheren Boy-Groups.


Ihr Name leitet sich ab von dem schwedischen Wort für "Seele" und in der Tat "beseelt" ist ihr absolut reiner A-cappella-Gesang, sind ihre klaren, wohlklingenden Stimmen mit nur zartem Vibrato, ihr stilistisches Einfühlungsvermögen, das von abgeklärter Renaissancemusik bis zu lebendiger Folklore und swingender Jazzmusik reicht.

Schon im zarten Alter von zehn bis dreizehn Jahren haben sich die Freundinnen gefunden und konzertieren seit nunmehr zwölf Jahren mit großem Erfolg im In- und Ausland, daneben zielstrebig auch andere als Musikberufe anstrebend.

Ursprünglich als Sextett gegründet, müssen Viola Blache, Marie Fenske, Franziska Eberhardt (Sopran), Marie Charlotte Seidel und Helene Erben (Alt) wegen der Ausbildung einer Mitsängerin derzeit als Quintett auftreten.


Lustige Lautmalereien

Das Gastspiel von "Sjaella" beim Coburger "Verein" im HUK-Foyer auf der Bertelsdorfer Höhe begann locker, schwebend und präzisen Koloraturen mit dem Liebeslied "Come away, come sweet love" von John Dowland und zwei von Susanne Blache expressiv arrangierten Liedern von Henry Purcell. Das durchwegs auswendig gesungene und von den Akteurinnen abwechselnd moderierte Programm brachte anschließend lebendiges Parlando und lustige Lautmalereien in "Il est bel et bon" des französischen Renaissancekomponisten Pierre Passereau sowie erlesene Klanglichkeit und absolute Sauberkeit in "Toi, lecoeur de la rose" von Maurice Ravel.


Stimmungsvoll erklang das dem Ensemble gewidmete "Lily Valley" des jungen amerikanischen Komponisten Ethan Evans. Weihnachtlich ging der erste Teil des Coburg-Spiels mit "Freu dich, Erd und Sternenzelt" und dem strahlenden "There is no rose" von Joshua B. Himes zu Ende.


Von Hugo Distler stammten die zwei kunstvollen Sätze zu bekannten Adventsliedern, die "Sjaella" nach der Pause vom Treppenhaus eindrucksvoll mit klaren polyfonen Linien zu Gehör brachte.


Verträumtes Wiegenlied

Verträumt mit Summstimmen erklang das irische Volkslied "Molly Ban", bevor das Vokalquintett seine Vielseitigkeit mit mehreren Jazznummern in harmonisch anspruchsvollen Arrangements von Christoph Küstner und Carsten Gerlitz demonstrierte.


Beruhigend wirkten dann ein verträumtes polnisches Wiegenlied in der Originalsprache und das mit Publikum gesungene "Macht hoch die Tür" im Satz von Hans Chemin-Petit. Nach anhaltendem Beifall bedankten sich die sympathischen Sängerinnen mit der zugkräftigen Jazznummer "When I fall in love".


Mit diesem Konzert zeigte der Coburger "Verein" wieder einmal seinen vom Publikum dankbar angenommenen Hang zu außergewöhnlichen, stets wechselnden musikalischen Besetzungen und Programmen, was stets mit einem hervorragenden Besuch honoriert wird.
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