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Henneberg-Itzgrund feiert Tag der Franken schon heuer

Der Verein Henneberg-Itzgrund-Franken ist vom Vorstoß für ein gemeinsames Oberzentrum und den Tag der Franken mit Neustadt und Sonneberg begeistert.
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In Helmut Scheuerichs Buch über "Neustadt im 20. Jahrhundert" findet sich diese Zeichnung. Das Sonneberger Reiterlein springt über den Schlagbaum nach Neustadt.  Repro: Rainer Lutz
In Helmut Scheuerichs Buch über "Neustadt im 20. Jahrhundert" findet sich diese Zeichnung. Das Sonneberger Reiterlein springt über den Schlagbaum nach Neustadt. Repro: Rainer Lutz
"Franken liegt nicht nur in Bayern!" Laut Martin Truckenbrodt, Vorsitzender des 2013 gegründeten Vereins Henneberg-Itzgrund-Franken, setzt sich diese Erkenntnis zusehends durch. Als Indiz dafür wertet er die Bemühungen der beiden Nachbarstädte Sonneberg und Neustadt, ein gemeinsames Oberzentrum zu werden und den "Tag der Franken" 2019 in ihre beiden Städte zu holen.
"Es gibt keinen Grund mehr die ehemalige deutsch-deutsche Grenze des Kalten Krieges als das Maß aller Dinge zu betrachten und den persönlichen Horizont darauf zu beschränken. Wir freuen uns sehr über die Offenheit und die zunehmende Selbstverständlichkeit, mit der man im Landkreis Sonneberg zur Region Franken steht. Leider ist eine solche Entwicklung, sind solche konkreten Schritte, im Großteil unserer Region derzeit noch absolut undenkbar", erklärt Truckenbrodt in einer Mitteilung.
Der Verein setzt sich vehement dafür ein, dass die fränkische Geschichte und die kulturelle Prägung der Region südlich des Rennsteigs im Freistaat offiziell als thüringisches Franken anerkannt wird. Genau das forderte er mit einem offenen Brief an Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow bereits 2015.


Ultimatum lief ab

Darin wurde auch mitgeteilt, dass der Verein, sollte seine Forderung nicht erfüllt werden, mit einer Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren beginnen werde. Ziel: der Übertritt des fränkischen Teils Thüringens nach Bayern. Ein Ultimatum, das am 31. August 2016 auslief. Inzwischen wurde mit der Sammlung von Unterschriften begonnen. Ende vergangenen Jahres meldete der Verein, dass er die nötige Zahl beisammen hat. Doch die Sammlung geht noch bis Ende Februar weiter. Allerdings wurde das Ziel neu definiert. Jetzt geht es zunächst um den Übertritt des Altlandkreises Sonneberg. Das hat juristische Gründe. Grundlage des Projekts ist Artikel 29 des deutschen Grundgesetzes, demzufolge das Bundesgebiet unter verschiedensten Bedingungen mit Rücksicht auf kulturelle Zusammengehörigkeit oder wirtschaftliche Erfordernis neu gegliedert werden kann. Dabei sind die Voraussetzung für den Übertritt eines Gebietes mit weniger als 50 000 Menschen deutlich leichter zu erfüllen, als für ein Gebiet mit der Größe des gesamten fränkischen Teils von Thüringen.
Für den Raum Hildburghausen und Meinigen sieht Truckenbrodt derzeit wohl keine Chance, die Voraussetzungen zu erfüllen. Dem Suhler Oberbürgermeister Dr. Jens Triebel (parteilos) und dem Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann (CDU) aus Suhl würde Truckenbrodt solche Schritte durchaus auch zutrauen, aber ansonsten sieht es, außerhalb des Landkreises Sonneberg, im heutigen Südthüringen mit dem Bekenntnis der Politik und der Wirtschaft zur fränkischen kulturellen Identität und Geschichte und zum südthüringisch-nordbayerischen Wirtschaftsraum nach seiner Einschätzung immer noch recht mau aus.


Hoffnung ruht auf Meiningen

"Es wäre ein gewaltiges und sehr wichtiges Signal, wenn sich zum Beispiel für 2020 Meiningen um die Ausrichtung des Tags der Franken bewerben würde. Der Frankenrechen an der Meininger Stadtkirche ist definitiv nicht zu übersehen. Die Porta Franconiae ist ein bedeutender Teil der Geschichte Meiningens", so Truckenbrodt.
"Im Meininger Raum gab es nach dem Ersten Weltkrieg den stärksten Widerstand gegen den Anschluss des Freistaats Sachsen-Meiningen an das damals neu gegründete Land Thüringen. In Meiningen gab und gibt es Regionalgruppen des kulturhistorisch aktiven Vereins Frankenbund und des politisch aktiven Vereins Fränkischer Bund. Der Hennebergisch-Fränkische Geschichtsverein ist eng mit Meiningen, insbesondere mit dem dortigen Staatsarchiv, verbunden. Dr. Klaus Amthor aus Meiningen ist seit der Wende einer der eifrigsten bekennenden Franken unserer Region", stellt Thomas Tasler, Zweiter Vorsitzender des Vereins, fest.
Der Verein begrüßt und unterstützt ausdrücklich die aktuellen Bemühungen von Sonneberg und Neustadt bei Coburg, sowohl bezüglich des gemeinsamen Oberzentrums als auch zur Ausrichtung des Tags der Franken 2019 für den Regierungsbezirk Oberfranken. Man freue sich über die geäußerte Unterstützung bezüglich des Oberzentrums durch den thüringer CDU-Landtagsabgeordneten Mark Hauptmann und hofft, dass diese positive und vorwärts gerichtete Entwicklung bald auch bis nach Bad Salzungen hinauf ausstrahlen und feststellbar sein wird.


Verein feiert schon heuer

"Wir befinden uns gerade in den Grobplanungen für unsere diesjährigen Veranstaltungen zum Tag der Franken in Henneberg-Franken. Wir wollen die Sache dieses Jahr etwas größer als bisher aufziehen. Geplant sind mehrere Veranstaltungen in unserer gesamten Region", gibt Martin Truckenbrodt bekannt. "Tag der Franken" ist der 2. Juli.


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