Coburg
Bauernverband

Heidi Bauersachs - Coburgs Kreisbäuerin von ganzem Herzen

Die langjährige Kreisbäuerin wurde wie ihre Stellvertreterin Dagmar Hartleb einstimmig erneut gewählt.
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Zehn Jahre bewährte BBV-Spitze, Kreisbäuerin Heidi Bauersachs und Kreisobmann Gerhard Ehrlich. Foto: CT-Archiv, Rainer Lutz
Zehn Jahre bewährte BBV-Spitze, Kreisbäuerin Heidi Bauersachs und Kreisobmann Gerhard Ehrlich. Foto: CT-Archiv, Rainer Lutz
Die Spitze des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) in Coburg war lange eine feste Größe. Gerhard Ehrlich als Kreisobmann und Heidi Bauersachs als Kreisbäuerin vertraten die Interessen der Landwirte und Landfrauen in der Region. Dass die BBV-Mitglieder das zu schätzen wussten, zeigte sich darin, dass sie diese Spitze immer wieder wählten.
Nun geht die Ära von Gerhard Ehrlich als Obmann altersbedingt zu Ende. Heidi Bauersachs hat sich entschlossen, noch für weitere fünf Jahre zu kandidieren. Die Mitglieder schenkten ihr jetzt erneut das Vertrauen. Genau wie ihrer Stellvertreterin Dagmar Hartleb. Beide wurden mit 67 von 67 Stimmen wieder gewählt. So bleibt eine Hälfte der erfahrenen Spitze erhalten, wenn am 22. Februar das Amt des Obmanns neu besetzt wird.


Mit Freude am Amt

Dass ihr das Amt der Kreisbäuerin Spaß macht, muss Heidi Bauersachs nicht betonen. 15 Jahre war sie schon stellvertretende Kreisbäuerin, ehe sie vor zehn Jahren die Führung übernahm. Sie steht voll zu der Notwendigkeit einer starken Interessenvertretung für die Landbevölkerung. Dabei geht es keineswegs nur um Bauern. Bei den Landfrauen engagieren sich auch viele, die keinen Hof bewirtschaften. "Die Frauen in den Dorfgemeinschaften bringen sich voll bei uns ein", sagt Heidi Bauersachs.
So ist das schon in der Landjugend, die übrigens auch traditionell eine männlich/weibliche Doppelspitze hat. Und auch in der Landjugend engagieren sich einfach junge Leute, die auf dem Land leben - egal, ob sie direkt mit der Landwirtschaft zu tun haben.


Bedeutender Bildungsträger

Später dann, im BBV, ist es eine der wichtigen Aufgaben der Kreisbäuerin, sich neben der Öffentlichkeitsarbeit um die Erwachsenenbildung bei den Landfrauen zu kümmern. "Wir sind einer der großen Bildungsträger in Bayern", sagt Heidi Bauersachs selbstbewusst. Das Selbstbewusstsein kommt nicht von ungefähr. Regelmäßig werden Informationsfahrten für die Landfrauen organisiert. "Das stärkt auch den Zusammenhalt", ist sie überzeugt. Dazu kommen Seminare etwa zu Gesundheits- oder Gesellschaftsthemen. "Aber auch mal etwas Nachdenkliches für die Seele", gehört für die Kreisbäuerin in den Veranstaltungskalender.
Wenn sie sagt "das liegt mir wirklich am Herzen", meint Heidi Bauersachs das von ihr im Landkreis initiierte Projekt "Landfrauen machen Schule". Für sie ist es eine Katastrophe, dass hauswirtschaftliche Themen komplett aus dem Lehrplan der Schulen gestrichen wurden. Heranwachsende, die mit Rohprodukten wie einer Kartoffel nichts mehr anzufangen wissen, vermutete wohl niemand in einer ländlich geprägten Region wir dem Coburger Land. Doch es gibt sie. Und sie werden immer zahlreicher. "Wir können nicht alles schultern", weiß die Kreisbäuerin. Doch so oft es sich machen lässt, sind Landfrauen in Schulen unterwegs, um Jugendlichen zu zeigen, was mit Kartoffeln, Getreide oder Milch so alles geht - und einfacher als die Schüler sich das vorgestellt hätten.
Die Gemeinschaft funktioniert. Landfrauen und Ortsobmänner sind im Landkreis gut vernetzt. Heidi Bauersachs ist schon begeistert, wenn sie sieht, wie viele, auch jüngere Leute, sich engagieren. "Das muss ja jeder mit der Arbeit noch unter einen Hut bringen", weiß sie nur zu gut aus eigener Erfahrung.


Fordernde Aufgabe

Gerade unsere Region ist dabei seit Jahren, eine, in der die Verbandsarbeit besonders fordernd ausfällt. Große Verkehrsprojekte wie ICE, Autobahn und Umgehungsstraßen mit ihrem Flächenverbrauch fordern die Vertreter des BBV ebenso wie immer neue Pläne für Stromtrassen, große Baugebiete oder das Naturschutzgroßprojekt "Das Grüne Band". Überall muss der Verband Stellung beziehen, muss die Interessen seiner Mitglieder vertreten. Dass es dabei oft nicht jedem recht gemacht werden kann, und manchmal seitens Einzelner Undank der Lohn der Mühe ist, entmutigt die Kreisbäuerin nicht. "Wir sind eben die Interessenvertretung für alle", sagt sie. Da wird es immer Entscheidungen geben, die zwar vielen gefallen - aber einigen eben nicht. Das hält sie aus.
Und Erfolge und ein in aller Regel positives Echo gibt es schließlich auch oft genug. Deshalb geht sie auch die kommenden fünf Jahre als Kreisbäuerin voller Zuversicht und mit vielen Ideen an.

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