Neustadt bei Coburg

Happy End für den Verein ehemaliger Lehrlinge Neustadt bei Coburg

Früher waren Vorstandsposten in Vereinen umkämpft, heutzutage sind Neuwahlen oftmals Zitterpartien. Der Verein ehemaliger Lehrlinge Neustadt bei Coburg konnte seine Auflösung gerade noch abwenden.
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Der Ehrenvorsitzende des Vereins ehemaliger Lehrlinge, Gerhard Berner, gratuliert dem neu gewählten Vorsitzenden Horst Schilling (rechts). Foto: Wolfgang Desombre
Der Ehrenvorsitzende des Vereins ehemaliger Lehrlinge, Gerhard Berner, gratuliert dem neu gewählten Vorsitzenden Horst Schilling (rechts). Foto: Wolfgang Desombre
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Das war knapp. Der Verein ehemaliger Lehrlinge Neustadt bei Coburg konnte bei seiner außerordentlichen Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand wählen. Danach herrschte Erleichterung. Denn eine Auflösung des Vereins konnte somit abgewendet werden und der Verein kann nun auf 56 Jahren aktive Vereinsgeschichte zurückblicken.

Im Februar sah es schlecht aus

Bei der Hauptversammlung im Februar dieses Jahres konnte die Wahl des neuen Vorstandes nicht vollzogen werden, da sich keine Kandidaten für die Übernahme dieser Ämter bereit erklärt hatten. Deshalb habe die Fortführung des Vereins auf der Kippe gestanden, erklärte der kommissarische Vorsitzende Horst Schilling vor der Wahl und betonte: "Deshalb musste zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen werden.
Der Verein ehemaliger Lehrlinge sucht dringend Kandidaten, die mithelfen und auch Funktionen im Verein übernehmen." Er appellierte an die 225 Mitglieder des alteingesessenen Vereins mitzuwirken. Vor 25 Jahren, so erinnerte sich Schilling, seien die einzelnen Vorstandsposten noch umkämpft gewesen.

"Wenig erfreulich"

Die außerordentliche Mitgliederversammlung am Samstagnachmittag in der Gaststätte "Eckstein" bezeichnete Horst Schilling als wenig erfreuliches Ereignis. Der Vorstand benötige Unterstützung, auf diesen Punkt habe er bereits vor Jahren hingewiesen. Er bedauerte, dass jüngere Mitglieder nicht den Weg zur Versammlung gefunden hätten.

Der Verein habe auch für das Jahr 2015 ein interessantes Programm mit geselligen Veranstaltungen und Exkursionen zusammengestellt, aber die Zahl der Interessenten sei erschreckend gering, sagte Schilling. Die Zwei-Tages-Fahrt nach Berlin habe ebenso abgesagt werden müssen wie die Fahrt zur Waldbühne nach Heldritt oder der Besuch des Müllheizkraftwerkes. Schilling: "Und so setzt sich alles fort."

Vorstand ist kein Animateur

Die Vorstandsmitglieder seien, so Schilling, nicht die Animateure für alle Mitglieder. Sie stellten oftmals ihre eigenen Interessen zurück, um das Vereinsleben aufrechtzuerhalten, und zahlten auch ihren Mitgliedsbeitrag, betonte Horst Schilling.

60. Geburtstag wird gefeiert

Einstimmig votierten die 38 anwesenden Mitglieder, den Verein zumindest bis zum 60-jährigen Bestehen aktiv weiterzuführen. "Wir gehen das 60. Jubiläum des Vereins gemeinsam an", lautete das Ergebnis der Zusammenkunft.
Unter dem Vorsitz des Ehrenvorsitzenden Gerhard Brenner fanden die Neuwahlen für die nächsten drei Jahre statt. Das Ergebnis: Vorsitzender ist Horst Schilling, Zweiter Vorsitzender Frank Pechtold, als Schriftführerin fungiert Annette Brehm, als Zweiter Schriftführer Peter Steinel, zum Kassierer wurde Gerhard Renner gewählt, zum Zweiten Kassierer Harald Hess.

Von Anfang an ist Werner Krausa Vereinsmitglied. Das Zusammengehörigkeitsgefühl und dass man sich mit Lehrlingen aus anderen Abteilungen des damaligen Siemenswerkes hatte austauschen können, sei für ihn Grund für den Beitritt gewesen. Als Kabelfacharbeiter sei er 1949 in die Firma Siemens eingetreten. "Ich musste damals schnell Geld verdienen; denn wir waren eine große Familie und ich war eines von insgesamt acht Geschwistern", erzählte Werner Krausa am Rande der Wahlversammlung.






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