Rödental
Politik

Hans-Peter Friedrich feiert mit der Rödentaler CSU

Warum die CSU in Bayern als größte Bürgerbewegung bezeichnet werden kann, stellte der Gastredner bei der Jubiläumsfeier des Ortsverbandes heraus.
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Die CSU als Erfolgsmodell in jeder Hinsicht postulierte der frühere Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich beim Neujahrsempfang der Rödentaler CSU. Der Ortsverband wurde vor 50 Jahren gegründet. Der Bayerische Rundfunk drehte währenddessen für eine Sendung. Foto: Christoph Winter
Die CSU als Erfolgsmodell in jeder Hinsicht postulierte der frühere Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich beim Neujahrsempfang der Rödentaler CSU. Der Ortsverband wurde vor 50 Jahren gegründet. Der Bayerische Rundfunk drehte währenddessen für eine Sendung. Foto: Christoph Winter
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Die Rödentaler CSU hat sich bei ihrem Neujahrsempfang selbstbewusst präsentiert. Gleichzeitig feierte der Ortsverband am Mittwochabend im Mönchrödener Refektorium seinen 50. Geburtstag. 1967 gründete sich der Ortsverband. Als Hauptredner hatte Vorsitzende Ingrid Ott, selbst seit 42 Jahren in der Partei, den früheren Bundesinnenminister und oberfränkischen Bezirksvorsitzenden Hans-Peter Friedrich gewonnen.

Das noch junge Jahr hat nach den Worten von Ingrid Ott turbulent begonnen: "Terror, der Brexit und der neue US-amerikanische Präsident lassen Zweifel und Ängste entstehen." Jedoch werde man mit Weltoffenheit sowie christlichen und sozialen Werten "Lösungen finden für unser Land und für Bayern".


Erinnerung an CSU-Übervater Franz Josef Strauß

In die gleiche Kerbe schlug auch der Bundesinnenminister a. D. Hans-Peter Friedrich. Der Bundestagsabgeordnete aus Naila erinnerte an den starken Mitgliederzuwachs in den 60er Jahren in Nordbayern und die selbstverständlich großen Leistungen des CSU-Übervaters Franz Josef Strauß.

Die aktuellen Herausforderungen - etwa der Brexit, der neue US-Präsident, die Politik von Putin und Erdogan - könnten nur gemeistert werden, "wenn die Menschen Vertrauen in die etablierten Parteien" hätten. "Die CSU hat bewiesen, dass sie diese Fähigkeiten hat!"


Friedrich: In jeder Hinsicht führend

Als Beweis führte er die nahezu ununterbrochene Alleinherrschaft der CSU in Bayern während der vergangenen 60 Jahre an. Der weiß-blaue Freistaat sei deshalb, so die Lesart von Friedrich, in jedweder Hinsicht führend. In Bayern gebe es die modernste Bildung, die höchste Sicherheit und die stabilste Wirtschaft. "Davon schwärmen andere."

Friedrich entwarf in der Folge ein Erfolgsmodell, das auf einer "christlich-jüdischen-abendländischen Kultur" basiere und dem sich die CSU verpflichtet fühle. Nur eine bürgerliche Gesellschaft mit größtmöglichen individuellen Freiheiten, aber auch Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, gepaart mit Eigenverantwortung garantiere weiteres wirtschaftliches und soziales Wohlergehen. Dazu gehört nach der Überzeugung von Hans-Peter Friedrich auch eine Begrenzung der Zuwanderung, ohne das Wort "Obergrenze" in den Mund zu nehmen. "Ansonsten entstehen Parallelgesellschaften." Die Grundsätze der CSU, aus der humanistischen Kultur kommend, hätten sich bewährt. Daher, so die Schlussfolgerung, "ist die CSU seit 50 Jahren die größte Bürgerbewegung".


Eine enge Freundschaft

Lob für die Rede gab es von MdB Hans Michelbach. Michelbach und Friedrich verbindet nicht nur die gemeinsame Zeit als Bundestagsabgeordnete, sondern auch der Fortbestand des Bundestagswahlkreises Coburg-Kronach. Dass die Gemeinde Geroldsgrün in den Wahlkreis Coburg-Kronach "von dir transferiert worden ist, hat den Bestand des Wahlkreises gesichert", so Michelbach. Damit war die nötige Einwohnerzahl für den Wahlkreis Coburg-Kronach gesichert. In der Edathy-Affäre sei Friedrich darüber hinaus "umsonst zurückgetreten" und Hans Michelbach hofft irgendwann auf eine "Wiedergutmachung". Hans-Peter Friedrich war von März 2011 bis Dezember 2013 Bundesminister des Innern. Im Kabinett Merkel III war er von Dezember 2013 bis Februar 2014 Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft. Aufgrund der Edathy-Affäre trat er von diesem Amt zurück. Im Zuge staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen gegen den vormaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy wurde im Februar 2014 bekannt, dass Hans-Peter Friedrich in seiner Funktion als Bundesinnenminister den SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel schon im Oktober 2013 über die laufenden Ermittlungen gegen Edathy informiert hatte. Es war die Rede des Verrats von Dienstgeheimnissen.

Gerhard Preß, langjähriger Bürgermeister von Rödental, war es vorbehalten, in die örtliche Parteigeschichte einzutauchen. Er setzte an der Orgel mit "Yesterday" und der Bayernhymne den musikalischen Anfangs- und Endpunkt.


Kein Trassentransitkreis

In den nächsten vier Wochen beschäftigen sich die Gemeinden im Landkreis Coburg mit den Ausbauplänen des Stromnetzbetreibers Tennet. Martin Mittag, Bürgermeister der Stadt Seßlach und Vorsitzender der Landkreis-CSU, kündigte einen Besuch der Landkreis-Bürgermeister im Februar bei der Bundesnetzagentur in Berlin an. "Coburg ist kein Transitlandkreis, der nur gut für Stromtrassen ist", machte er seiner Abneigung gegen weitere Hochspannungsleitungen Luft. Dafür sei der Landkreis zu schade.

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