Coburg
2. Handball-Bundesliga

HSC 2000 Coburg ist zurück in der Erstliga-Spur

Nach dem 34:26-Sieg gegen TuS Fendorf beträgt der Vorsprung auf Platz 4 wieder komfortable sieben Punkte. 2634 Fans waren begeistert.
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Florian Billek erzielte sechs Tore im ersten Durchgang und machte dann seinem Partner Lukas Wucherpfennig Platz, der es nach dem Wechsel ebenfalls sechs Mal krachen ließ. Am Ende triumphierte der HSC 2000 Coburg gegen Ferndorf mit 34:26. Fotos: Timo Geldner
Florian Billek erzielte sechs Tore im ersten Durchgang und machte dann seinem Partner Lukas Wucherpfennig Platz, der es nach dem Wechsel ebenfalls sechs Mal krachen ließ. Am Ende triumphierte der HSC 2000 Coburg gegen Ferndorf mit 34:26. Fotos: Timo Geldner
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"Eine Niederlage in Bietigheim darf uns nicht aus der Bahn werfen", erklärte Jan Gorr nach der Niederlage am Freitag. Und der Coburger Trainer behielt Recht. Nicht einmal 48 Stunden nach dem 26:28 beim Ex-Erstligisten fand sein Team schon wieder zurück in die Erfolgsspur. Mit 34:26 (17:13) gewann der HSC 2000 Coburg am Sonntagabend gegen den abstiegsgefährdeten Zweitliga-Neuling TuS Ferndorf. Der Aufstieg in die 1. Liga scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Die TSG Friesenheim, einzig verbliebener Konkurrent im Kampf um den 3. Tabellenplatz, ist am Freitagabend gegen TV Emsdetten unter Zugzwang und muss gewinnen, wenn er bei derzeit sieben Punkten weniger auf dem Konto zumindest noch in Reichweite bleiben will. Das für das zurückliegende Wochenende angesetzte Spiel in Saarlouis findet erst am Mittwoch, 11. Mai statt.

Der HSC hat auf der Zielgerade bewiesen, dass er mit Rückschlägen umgehen kann. Die Körpersprache der hochmotivierten Spieler hat gezeigt, dass das große Ziel zum Greifen nahe ist und sich jetzt keiner mehr in die Suppe spucken lassen will.


HSC 2000 Coburg gegen
TuS Ferndorf 34:26 (17:13)

Nach zwölf Minuten führte der HSC nach Treffern von Kirveliavicius (4), Kirchner, Vitek, Billek (2) und einem sicher verwandelten Siebenmeter von Matze Gerlich bereits mit vier Toren (9:5). Die Gäste, die ohne ihren baumlangen Rückraum-Kanonier Florian Baumgärtner (2,04 Meter) antreten mussten, waren in der Abwehr überfordert.


Billek mit dem schönsten Tor

Das schönste Tor im ersten Durchgang gelang zweifelsohne Florian Billek, als er nach einem Lattenkracher von Vitek in spektakulärer Art "abstaubte": Er übersprang in unnachahmlicher Art und Weise zwei Ferndorfer und bugsierte das Runde im Fallen ins Eckige (10:6/15.).

Fünf Niederlagen in Folge schienen nicht spurlos an den abstiegsbedrohten Gästen vorüber gegangen zu sein. Allerdings ließen die "Roten" zumindest im Angriff ab und an ihre Klasse aufblitzen.

Vor allem mit dem torgefährlichen Mittelmann Koke hatten die "Gelben" ihre liebe Mühe. Er erzielte in der ersten Viertelstunde immerhin vier Tore. Spätestens nach 20 Minuten nahm die einseitige Partie den von den Coburger Fans erhofften erwarteten Verlauf. Harmandic mit einer Einzelleistung und Billek nach einem der vielen Tempogegenstöße erhöhten innerhalb von 40 Sekunden auf 13:7, so dass der Ferndorfer Trainer seine Jungs zum Rapport an die Außenlinie zitierte. Mit zwischenzeitlichem Erfolg, denn zwei schnelle Tore sorgten für Ergebniskosmetik.

Die war natürlich nicht von langer Dauer, denn der Heimmannschaft war anzumerken, dass sie die Scharte vom Freitag schnellstens wieder gut machen wollten. Die Unkonzentriertheiten am eigenen Kreis wurden mit einer bis dahin starken Offensivleistung ausgebügelt (16:10/25.).

Da die Abwehrarbeit zwar härter (zwei Zeitstrafen), deshalb jedoch nicht besser wurde, und sich im Angriff jetzt einfache Fehler einschlichen, blieb der Gast mit drei Toren in Folge bis zur Pause zumindest noch in Schlagdistanz (17:13). An eine Wende glaubte in der erneut gut gefüllten Arena aber niemand.

Die ersten Minuten nach der Pause standen wieder im Zeichen der hart zupackenden Gäste, die auf 20:18 verkürzten - auch weil HSC-Keeper Oliver Krechel keine Hand an den Ball bekam. Gorr brachte Kuhlanek.

Seine Vorderleute steigerten sich wieder und bauten die Führung wieder auf vier Treffer aus 22:18 (40.). Den 21., 22. und 26. Treffer erzielte "Ersatz"-Rechtsaußen Lukas Wucherpfennig - damit war die Messe vorzeitig gelesen (26:18/44.), zumal jetzt Kuhlanek weiteren Gästetreffern im Weg stand.


Wucherfennig ließ nicht locker

Die Gäste spielten trotz des aussichtslos erscheinenden Rückstandes hochmotviert weiter und gaben sich nie auf. Doch gegen die Rechtsaußen-Position der Coburger war an diesem Tag einfach kein Kraut gewachsen. War es im ersten Durchgang Billek mit sechs Toren, so verwöhnte Wucherpfennig im zweiten Abschnitt das dankbare HSC-Publikum. Auf das Konto des jungen Ex-Berliners gingen nämlich auch die Tore 29, 30 und 34, so dass es zu einer entspannten Schlussphase in der Arena kam. Kuhlanek parierte am Ende sogar noch einen Siebenmeter, so dass die zweite Hälfte exakt mit dem gleichen Ergebnis wie die erste endete - nämlich mit 17:13 für Coburg. In der Summe bedeutete dies 34:26.

Schon lange vor der Schluss-Sirene skandierten die 2634 Fans lautstark Sieg. Die Vorfreude auf den Aufstieg in die stärkste Liga der Welt war erneut spürbar und ist bei den "Gelben" sehr groß. Das Fieber steigt - nur noch sechs Spiele in der 2. Liga, dann beginnt in "Handball-Coburg" eine neue Zeitrechnung.


HSC 2000 Coburg gegen TuS Ferndorf 34:26 (17:13)

HSC 2000 Coburg: Oliver Krechel (ab 40. Jan Kulhanek) - Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig (6), Dominic Kelm (1), Matthias Gerlich (4/4), Sebastian Kirchner (1), Jiri Vitek (1), Steffen Coßbau (1), Florian Billek (6), Till Riehn (2), Adnan Harmandic (4), Girts Lilienfelds (3), Romas Kirveliavicius (5).
Trainer: Jan Gorr.
Beste Spieler: Adnan Harmandic, Romas Kirveliavicius, Florian Billek, Lukas Wucherpfennig.
Siebenmeter: 4/4 (alle von Gerlich vewandelt).
Zeitstrafen: 3 (Kelm, Hagelim, Vitek).

TuS Ferndorf: Rottschaefer, Puhl - Trivic (1), Oprea (3/2), Koke (4), Paladin, Basic (7), Schneider (1), Bettig (3), Ronge, Volentics (4), John (2), Sartisson (1), Barwitzki.
Trainer: Michael Lersch.
Beste Spieler: Basic, Koke.
Siebenmeter: 4/3.
Zeitstrafen: 4 (Schneider, Volentics, Sartisson, Bettig).

Zuschauer: 2634. - SR: Julian Köppl / Regner (Bingen).


Stimmen zum Spiel

Jan Gorr (Trainer HSC Coburg): Ferndorf verfügt über begrenzte Mittel, doch hat ein System gefunden und macht einen richtig guten Job. Deshalb war das heute Schwerstarbeit für uns. Aber ich bin rundum zufrieden. Die Atmosphäre war heute wieder beeindruckend und diese Stimmung brauchen wir auch am Freitag im Heimspiel gegen Wilhelmshaven.

Michael Lersch (Trainer TuS Ferndorf): "Schade, dass wir hier nicht wieder herkommen dürfen. Hier ist es wirklich schön. Glückwunsch an den HSC, der eine hohe Passqualität hat und deren Tempogegenstöße eine tolle Waffe sind. Wir üssen unsere Punte für den Klassenerhalt sicher woanders holen." oph


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