Neustadt bei Coburg
Ärgernis

Grummeln um Bauschutt in Neustadt

Zwischen einigen Gebäuden in der Neustadter Bahnhofstraße lagert Bauschutt und anderer Abfall. Die Nachbarn sind erbost. Der Eigentümer ist einsichtig.
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Eine Schutthalde hinter dem ehemaligen Bahnhofshotel sorgt bei Nachbarn in der Bahnhofstraße für Ärger. Foto: Rainer Lutz
Eine Schutthalde hinter dem ehemaligen Bahnhofshotel sorgt bei Nachbarn in der Bahnhofstraße für Ärger. Foto: Rainer Lutz
Es gefällt so manchen Nachbarn nicht, was da so alles hinter dem ehemaligen Neustadter Bahnhofshotel herumliegt. Bauschutt, alte Geräte, Matratzen und Holzbauteile türmen sich da, und nicht erst seit gestern, wie Leser beklagen, die sich deswegen an unsere Zeitung gewandt haben. Manche sehen die Stadt in der Pflicht, andere fordern, das Landratsamt möge eingreifen. Doch es scheint nicht so einfach zu sein, mit der Zuständigkeit.
Der Schutt liegt auf Privatgrund, dem Gelände des ehemaligen Bahnhofshotels eben. Die Feuerwehrzufahrt zu einem in der Stichstraße ansässigen Unternehmen ist nicht blockiert. Zwar reicht der Abfallberg bis zum Bordstein, aber eben nicht darüber hinaus - auch wenn die Abtrennung nur durch eine einfache Kette erfolgt.


Ärgernis ist bekannt

"Die Leute haben völlig recht, das ist eine unschöne Situation", sagt Neustadts Oberbürgermeister
Frank Rebhan. Immer wieder gehen Beschwerden bei der Stadt ein. Immer wieder wird den Beschwerdeführern gesagt, dass die Stadt da kaum mehr unternehmen kann, als den Eigentümer immer wieder zu bitten, dass er das Material beseitigt. "Die Bürger, die das kritisieren, können sich aber auch gern an den Mieter wenden, dass der auf seinen Vermieter einwirkt, das Mietobjekt in einen ordentlichen Zustand zu bringen", rät Frank Rebhan.


Landkreis kann wenig tun

Der Mieter, das sei der Landkreis, sagt der OB. Eigentlich nicht, sagt Dieter Pillmann, der Pressesprecher des Landratsamtes. Mieter sei der Freistaat Bayern, für den der Landkreis quasi in staatlicher Funktion handelt, wenn er, wie hier, eine Unterkunft zur Unterbringung von Asylsuchenden mietet. "Der Mietvertrag bezieht sich auch nicht auf das ganze Gelände, sondern nur auf den Teil, in dem die Flüchtlinge untergebracht sind und den Küchentrakt", erklärt Pillmann. Auch der Landkreis könne daher nicht mehr tun, als den Eigentümer darauf aufmerksam zu machen, dass dort eine unschöne Situation herrscht. Nachbarn hätten nunmal keinen Anspruch darauf, dass ein anderer Nachbar sein Grundstück so gestaltet, wie sie es schön finden.
Eine sicher nicht ganz befriedigende Antwort für die Klageführer. Sie ärgern sich nicht nur über diese eine Stelle im Umfeld des einstigen Hotels. Es beginnt mit einem "Unkrauteldorado" vor dem Anwesen mit der Nummer 26, das sie seit Jahren sauer aufstößt, wie ein Nachbar schreibt.


Mehr als ein Grundstück

Danach folgt die nach Meinung eins Nachbarn "wilde Mülldeponie" zwischen den Anwesen Nummer 26 und Nummer 28 der Bahnhofstraße. Schließlich ist da noch das Gebäude mit der Nummer 28 selbst. Es gehört nach Informationen eines Nachbarn dem gleichen Eigentümer wie das Bahnhofshotel (Nummer 24) und das Haus Nummer 26. Dort wurde der Eingang mit allerhand Gerümpel verbarrikadiert. Das soll nach Ansicht des Nachbarn wohl verhindern, dass jemand das Gebäude betritt. Drinnen, das sei von außen zu erkennen, sei schon ein Teil der Decke eingestürzt. Es sei wohl gefährlich, da hinein zu gehen. "In Bezug auf Gebäudesicherheit, Umweltschutz und Hygiene ist das ein untragbarer Zustand und stellt eine Schande für die Stadt Neustadt dar", wettert einer der Anlieger in einem Brief an unsere Zeitung.
Ein anderer Nachbar lege schon immer wieder Köder für Ratten aus, weil er fürchtet, die Nager könnten auf sein Grundstück übergreifen.
Am Ende scheinen die fortgesetzten Klagen doch gefruchtet zu haben. Denn bereits am Donnerstag machte sich der Eigentümer der Grundstücke und Gebäude daran, den Schandfleck zu beseitigen.
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