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Coburg
Schienenverkehr

Grüne verteidigen ihr "Nein" zur Bahnunterführung

Die Grünen wollen die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern verbessern - das stellt Grünen-Stadtrat Wolfgang Weiß in einer Stellungnahme klar. Und weil Bahnunterführungen für Fußgänger und Radfahrer die Attraktivität dieser "gesundheitsfördernden und klimaschonenden Art der Mobilität" fördern würden, sei man auch für den Bau einer solchen Unterführung am Fabrikweg.
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Symbolbild
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Abgelehnt wird von den Grünen jedoch eine Unterführung auch für den Pkw- und Lkw-Verkehr. Denn dessen Sicherheit sei, so Weiß, auch mit einem Schrankenübergang "zufriedenstellend herstellbar". Zudem würden sich die Wartezeiten mit einer ertüchtigten Schalt- und Regeltechnik auf "ein erträgliches Maß" reduzieren lassen.

Lieber auf die teure Bahnunterführung verzichten

Mit dem Verzicht auf den Bau einer Bahnunterführung auch für den motorisierten Verkehr lasse sich laut Weiß vor allem Geld sparen. Bei Gesamtkosten von etwa 7,15 Millionen Euro müsste die Stadt immerhin noch einen Anteil von voraussichtlich 3,25 Millionen Euro übernehmen. "Viel Geld, um hauptsächlich den störungsfreien Fluss des motorisierten Verkehrs möglich zu machen", klagt Weiß in seiner Stellungnahme. "Dass dieses Projekt ausgerechnet in Zeiten einer angespannten Haushaltslage und bei wiederholten Sparrunden in verschiedenen kommunalen Ressorts mit zum Teil drastischen Einschnitten auf den Weg gebracht wird, können wir nicht nachvollziehen und lehnen deshalb die Bahnunterführung Creidlitzer Straße ab."

Ist das zukunftsweisend?

Dass Dritter Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann (CSB) in der Stadtratssitzung das Bauvorhaben als "zukunftsweisendes Projekt" bezeichnet hat, veranlasst Weiß noch zu dieser Anmerkung: "Zukunftsweisend und nachhaltig für die Stadt Coburg wären ganz andere Dinge. Zum Beispiel, dass die im Integrierten Klimaschutzkonzept aufgelisteten Maßnahmen zur Reduktion klimaschädlicher Emissionen endlich einmal umgesetzt werden. Aber dazu fehlt es an Geld, und, schlimmer noch: Offensichtlich auch an Willen."

Bürgermeister Ulmann ist nach Ansicht von Weiß "verantwortlich für die in seinem Referat untergebrachte Stabsstelle Umwelt, die aufgrund einer chronischen personellen Unterbesetzung und Unterfinanzierung nur einen Bruchteil ihrer Aufgaben wahrnehmen kann. Zur Verbesserung der Bedingungen für den motorisierten Individualverkehr werden in Coburg Millionen ausgegeben, ohne dass die Mehrheit der kommunalen Entscheidungsträger ein Problem damit hat, mit dem bereits 2010 erarbeiteten Integrierte Klimaschutzgesetz in Konflikt zu geraten! "
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