Grub am Forst
ICE-Neubaustrecke

Grüber Füllbachbrücke ist ein Versicherungsfall

Bei der Bahn sieht man die Probleme an der Füllbachbrücke bei Grub am Forst (Landkreis Coburg) gelassen.
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An der Füllbachbrücke für die Einschleifung nach Coburg laufen derzeit vertiefende Baugrunduntersuchungen. Weil sich ein Pfeiler abgesenkt hat, rückt dort spätestens 2017 noch einmal eine Baufirma an. Foto: Berthold Köhler
An der Füllbachbrücke für die Einschleifung nach Coburg laufen derzeit vertiefende Baugrunduntersuchungen. Weil sich ein Pfeiler abgesenkt hat, rückt dort spätestens 2017 noch einmal eine Baufirma an. Foto: Berthold Köhler
"Nein", versicherte Bahn-Pressesprecher Frank Kniestedt, nachdem es in der Gerüchteküche ein bisschen gebrodelt hat: "Die Füllbachbrücke muss nicht abgerissen werden". So schlimm ist der Schaden an der Brücke für die Einschleifung nach Coburg dann doch wieder nicht. Und überhaupt nicht betroffen von Problemen ist die große Füllbachtalbrücke über den Talgrund hinweg - auch wenn sie in der Freitagsausgabe in der Berichterstattung zum aktuellen Sachstand auf der ICE-Neubaustrecke zu sehen war.
Dass die Füllbachbrücke auf einem schwierigen Untergrund steht, war der Bahn von Anfang an bekannt. Deshalb gab es vor dem Bau ausführliche Untersuchungen, die aber offensichtlich nicht verhindern konnten, dass am Ende doch einer der Stützpfeiler zu tief im Boden einsank. Ein paar Zentimeter sind es zwar nur, aber die Bahn kommt nach Angaben Kniestedts um eine "Baugrundverbesserung" nicht herum. Eine Fachfirma ist derzeit vor Ort und führt erneute Bohrungen durch. Spätestens im kommenden Jahr wird eine weitere Firma kommen und den Pfeiler mit einer Betonplombe unterfüttern. "In 10 bis 20 Metern Tiefe", wie Frank Kniestedt erläuterte.


Das war ein echtes Problem

Für den Pressesprecher ist die schnelle Reaktion auf die Abweichung bei den Messwerten ein Zeichen dafür, dass es die Bahn auf ihrer Hochgeschwindigkeitsstrecke sehr ernst meint, wenn es um langlebige Qualität geht. Kniestedt verwies in diesem Zusammenhang auf die 425 Meter lange Truckenthalbrücke im Landkreis Sonneberg Sonneberg. Dort wurden Anfang 2009 Teile der Brückenkonstruktion wieder gesprengt, weil es durch einen technischen Defekt Risse im Baukörper gab. "Das war ein ungleich größerer Fall", erinnerte sich Frank Kniestedt.
Ohnehin ist die technische Überprüfung sämtlicher Bauwerke entlang der Neubaustrecke eine der Aufgaben, die die Bahn noch bis zur kommerziellen Inbetriebnahme am 10. Dezember 2017 erledigen muss. Wie Projektleiter Olaf Drescher bei einem Ausblick auf den Endspurt berichtete, wird jede Brücke noch einmal genau untersucht. Überflüssig sei das nicht, betonte Drescher und verwies auf die Itztalbrücke ("So-Da-Brücke"), die ja immerhin schon seit elf Jahren fertig zwischen Rödental und Dörfles-Esbach steht.
Wenn auch die genauen Ergebnisse der Hochgeschwindigkeitsfahrten erst Ende des Monats vorliegen sollen, scheint die Strecke die Erwartungen der Bahn als Bauherr erfüllen zu können. "Fahrbahn und Oberleitungen sind top", berichtete Olaf Drescher. Weil die Hochgeschwindigkeitsstrecke komplett ohne klassische Signale auskommen wird, braucht die Bahn genügend Zeit, um die Leit- und Sicherungstechnik einem Probebetrieb zu unterziehen. Dieser beginnt voraussichtlich am 1. August.


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