Heldritt
Porträt

Große Verdienste auch als Forstwirt

Ruprecht von Butler feiert am 28. Dezember 90. Geburtstag. Er hat eine erfolgreiche Laufbahn bei der Bundeswehr hinter sich und engagierte sich für Reitsport und Pferdezucht. Sein Hauptinteresse aber gilt bis heute dem Einsatz für die Natur.
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Ruprecht von Butler hat sich im Laufe seines Lebens viele Verdienste erworben. Foto: privat
Ruprecht von Butler hat sich im Laufe seines Lebens viele Verdienste erworben. Foto: privat
Am Sonntag, 28. Dezember, wird Generalmajor a.D. Ruprecht von Butler 90 Jahre alt. Geboren in Heldritt und aufgewachsen in Heldritt und in Dietlas (Thüringen), übernahm Ruprecht von Butler nach der Heimkehr aus dem Zweiten Weltkrieg schon sehr früh Verantwortung für die Land- und Forstwirtschaft in Heldritt.
Auch Pferdezucht und Reitsport führte er fort. So erreichte Ber von 1952 bis 1959 mit seinem Reitpferd "Pa scha" aus eigener Heldritter Zucht bei Turniersport-Prüfungen mehr als 50 Siege. Wer sich in Franken damals für den Reitsport interessierte, kannte die Beiden.

Hohe Auszeichnungen

Sein Engagement für den Reitsport führte Ruprecht von Butler schnell auch als Turnierrichter und Turnierleiter weit über die bayerischen Grenzen hinaus. Über Jahrzehnte wurde Baron von Butler als internationaler Turnierrichter mit dem Schwerpunkt Vielseitigkeitsprüfung eingesetzt, unter anderem bei acht Europameisterschaften und einer Weltmeisterschaft. Er war langjähriger Vorsitzender des Pferdezuchtvereins Coburg und Vorsitzender des Verbandes der Reit- und Fahrvereine Franken, wobei er sich von 1968 bis 1973 insbesondere für den Aufbau und die Förderung der Jugendarbeit einsetzte. Von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung erhielt Baron von Butler bereits 1967 die Anerkennung in Gold für Pferdezucht- und Haltung und 1989 in Anerkennung seiner Verdienste für den nationalen und internationalen Reitsport das Deutsche Reiterkreuz in Gold.
Im Jahr 1959 ging Ruprecht von Butler, der seit 1949 mit Marion, geborene Gräfin von Haslingen verheiratet ist und vier Kinder, zwei Söhne und zwei Töchter, hat, als Leutnant zur Bundeswehr. In vielen Stationen hat er dort Verantwortung bis in hohe Funktionen übernommen. Für diesen Einsatz wurde er im Jahr 1985 von den Vereinigten Staaten von Amerika mit dem Orden Legion of Merit und von der Bundesrepublik Deutschland mit dem Großen Verdienstkreuz ausgezeichnet.
Nach seiner Pensionierung wurde Ruprecht von Butler unter anderem in den Bad Rodacher Stadtrat gewählt und engagierte sich in weiteren Ehrenämtern. Hierzu sagt er selbst: "Es war eine Selbstverständlichkeit für mich, nach meiner Pensionierung erneut Ehrenämter in der Region zu übernehmen, mit der Wahl in den Bad Rodacher Stadtrat konnte ich meine frühere Funktion im Heldritter Gemeinderat fortführen."
Sein Hauptinteresse gilt bis heute dem Einsatz für die Natur. Das heute so aktuelle Prinzip der Nachhaltigkeit hat Baron von Butler schon sehr früh in Heldritt beachtet: Die Förderung der Naturverjüngung und Verhinderung der Monokultur im Forstbetrieb, der Erhalt von Windschutzhecken und der natürlichen Feuchtbiotope im Wald und auf den Wiesen sind Eckpunkte seiner engagierten Naturschutzarbeit.

Vorfahren als Vorbild

Ein besonderer Schwerpunkt ist für ihn bis heute die sinnvolle Abstimmung der Lebensansprüche von Wildtieren und Wald, die für ihn keine Gegensätze, sondern ein naturgegebenes Miteinander sind: "Ich sehe die Verpflichtung, allen vorkommenden heimischen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum zu sichern und zu erhalten. Waldbaulich knüpfe ich an die Bewirtschaftungsweise meines Vaters und unserer Vorfahren an, möglichst mit Naturverjüngung zu arbeiten", führt Baron von Butler hierzu aus.
Mit der deutschen Wiedervereinigung konnten die Verbindungen der von Butler´schen Familie zwischen Franken und Thüringen wieder aufgenommen werden. So wird auch Schloss Feldeck in Dietlas/Thüringen heute wieder von der Familie bewohnt. "Der zurückerworbene Wald befand sich in Thüringen in gutem Zustand. Die Zusammenarbeit mit den Forstdienststellen ist durch Vertrauen und Offenheit geprägt", betont Generalmajor a.D. Ruprecht von Butler. Für die Fortführung einer naturnahen Bewirtschaftung des dortigen Forstbetriebs erhielt Baron von Butler bereits im Jahr 2000 eine Anerkennung vom Freistaat Thüringen. Im Jahr des Waldes 2011 besuchten Bundespräsident a.D. Horst Köhler und der Thüringer Minister für Landwirtschaft und Forsten, Jürgen Reinholz , den dortigen von Butler´schen Forstbetrieb. Insbesondere zu seinem Einsatz für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung erfährt der Jubilar so nach wie vor besondere Anerkennung.


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