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Coburg
Advent-Event

Glühwein bringt Geld, Coca-Cola Besucher

Der Coburger Weihnachtsmarkt 2015 ist noch nicht eröffnet, da diskutiert der zuständige Senat für Tourismus schon über den Markt 2016. Unter anderem geht es darum, ob der Coca-Cola-Weihnachtstruck nächstes Jahr auch Coburg ansteuert.
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Der Coca-Cola-Truck im Handyfokus: Das Foto entstand in Dresden. 2016 soll es auch in Coburg möglich sein, den Truck zu besuchen - auch, wenn diese Amerikanisierung der Weihnacht nicht jedem im Tourismussenat gefällt. Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Der Coca-Cola-Truck im Handyfokus: Das Foto entstand in Dresden. 2016 soll es auch in Coburg möglich sein, den Truck zu besuchen - auch, wenn diese Amerikanisierung der Weihnacht nicht jedem im Tourismussenat gefällt. Foto: Sebastian Kahnert/dpa
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Es sei der Wunsch von Bürgern und Gastronomen gewesen, dass die Stadt sich um den Weihnachtstruck bemühen solle, erläuterte Michael Amthor, Chef des städtischen Tourismusbetriebs. Wenn der Truck in Coburg Station macht, dann auf dem Schlossplatz vor der Ehrenburg, an der Einmündung der Wettiner Anlage. Im Truck selbst ist "Santas gute Stube" zu sehen, daneben werden eine Bühne, ein Fotostudio und eine Verkaufsbude mit Merchandise-Artikeln aufgebaut. Außerdem ein Selfie-Podest, damit jeder sich in passender Höhe mit dem Handy selbst vor dem Weihnachtstruck ablichten kann. "Der Hammer", kommentierte Stadträtin Angela Platsch (Bündnis 90/Grüne).

Die Marketingagentur, die den Coca-Cola-Truck betreut, rechnet mit rund 10 000 Besuchern.
Der Tourismusbetrieb will versuchen, das Tagesevent auf das zweite oder dritte Adventswochenende 2016 zu legen - aber noch steht nicht fest, ob Coburg überhaupt auf die Route des Trucks kommt. Der Tourismusbetrieb darf jedenfalls alles Erforderliche dafür in die Wege leiten, beschloss der Senat.


Glühweinstände unverzichtbar

Der Weihnachtsmarkt selbst bleibt auch im nächsten Jahr im Wesentlichen so wie bisher. Zwar hat der Tourismusbetrieb schon Kontakte zum Käthe-Wohlfahrt-Weihnachtsland geknüpft, das auch auf Märkten vertreten ist, aber dann mit einer zweistöckigen Bude mit 200 Quadratmetern Verkaufsfläche, wie Amthor erläuterte. Zumindest wäre das 2016 zulässig: Zwar sollen die Buden auf dem Weihnachtsmarkt einheitlich gestaltet sein, doch das Auswahlkomitee kann Ausnahmen zulassen. So steht es in der Weihnachtsmarkt-Richtlinie, die der Senat nun erlassen hat.

Darin ist auch geregelt, dass es - wie bisher - fünf Glühweinstände geben darf und fünf weitere mit alkoholischen Heißgetränken. Außerdem dürfen die fünf Imbissbuden Getränke ausschenken. Um den Alkoholkonsum beim Weihnachtsmarkt hatte es 2013 Diskussionen gegeben; im Juli 2013 hatte die Stadtverwaltung deshalb den Auftrag erhalten, ein neues Konzept zu erarbeiten. Allerdings war damals auch schon klar, dass weniger Getränkebuden auch weniger Einnahmen durch Standgebühren bedeuten. Denn die Glühweinausschenker zahlen eine weitaus höhere Standmiete als die übrigen Beschicker.

Fünf Alkoholstände weniger, dafür fünf andere Stände mehr - diese Rechnung gehe nicht auf, machten Frank Briesemeister als der Weihnachtsmarkt-Verantwortliche und Michael Amthor deutlich. Denn es gebe kaum Bewerber, "nur Medizinprodukte oder Tütensuppen" (Briesemeister). Gesucht sind aber Sortimente, die zur thüringisch-fränkischen Tradition passen. Dank der Bemühungen des Tourismusbetriebs werde in diesem Jahr die Farbglashütte Lauscha in diesem Jahr auf den Markt kommen, kündigte Amthor an.

45 000 Euro schießt die Stadt dem Weihnachtsmarkt alljährlich zu. Das müsse weniger werden, forderte Jürgen Oehm (CSU). Doch nach Einsparmöglichkeiten hatte die Verwaltung (noch) nicht suchen sollen. Geregelt ist in der Richtlinie auch, dass der Markt täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet ist. In dieser Zeit müssen auch die Buden besetzt sein. Vorher (ab 8 Uhr) und nachher (bis 21.30 Uhr) können die Budenbetreiber öffnen, wie sie möchten.


Wirtschaftsfaktor Tourismus

Vor allem die Tagesgäste bringen Geld in die Stadt: Das ergibt sich aus einer Studie der Dwif-Consulting GmbH, einer Tochterfirma des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr. Die Firma hatte für den Tourismusverband Franken die wirtschaftlichen Auswirkungen des Fremdenverkehrs untersucht; Coburg hatte sich an diese Untersuchung angehängt. Das kostete 3000 Euro. Übernachtungsgäste und Tagestouristen brachten 2014 rund 122 Millionen Euro Umsatz für Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleister in Coburg, rechnen die Dwif-Experten vor. Da bleibt auch etwas für die Stadt übrig, nämlich rund 3,7 Millionen Euro an Steuereinnahmen, wie Amthor sagte.

Steigerungen bei den Gästezahlen haben demnach wirtschaftliche Effekte. Amthor nannte vor diesem Hintergrund ein Kongresshotel wünschenswert, Horst Geuter (Pro Coburg) forderte einen attraktiven Wohnmobilstellplatz. Der sei in Vorbereitung, sagte Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU), ohne Einzelheiten zu nennen. Hans Herbert Hartan (CSU) regte an, beim Kongresshotel auch über den Standort Rosengarten/Alexandrinenstraße nachzudenken. Bisher ist als möglicher Standort der Bereich der jetzigen Anger-Dreifachsporthalle festgelegt.

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