Rödental
Begegnung

Glasmuseum Rosenau lockt Künstler aus Kanada an

Das kanadische Künstlerpaar Karina Guevin und Cédric Ginart ist zu Gast im Glasmuseum Rosenau.
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Karina Guevin und Cédric Ginart bei ihrer künstlerischen Arbeit im Glasmuseum Rosenau. Foto: Jochen Berger
Karina Guevin und Cédric Ginart bei ihrer künstlerischen Arbeit im Glasmuseum Rosenau. Foto: Jochen Berger
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Glaskünstler bleiben lebenslang Lernende. Denn das Material, mit dem sie arbeiten, lässt sich auf faszinierend viele Arten bearbeiten und formen und hält auch für den erfahrensten Künstler immer wieder Überraschungen bereit. "Glas ist wie ein Mädchen, es erinnert sich an alles", sagt die kanadische Glaskünstlerin Karina Guevin. Gemeinsam mit Cédric Ginart ist sie als "Artist in Residence" im Lampenglasstudio des Glasmuseums in der Rosenau zu Gast - um dem Publikum ihre Arbeit im Entstehen zu zeigen und zugleich zu lernen.


Besuch in Lausch

Denn das Künstlerpaar, das seit sieben Jahren gemeinsam "an der Lampe" arbeitet und an diversen Glasfachschulen unterrichtet, ist mit einem Stipendium des kanadischen Art Council nach Europa gekommen, um sich in speziellen Glastechniken zu erproben.
Eine Woche waren sie im Atelier von André und Rebekka Gutgesell in Lauscha zu Besuch, um sich in die Geheimnisse der traditionsreichen Glaskunst des Thüringer Waldes einführen zu lassen.


Bei ihrer Arbeit im Glasmuseum in der Rosenau wiederum lassen sich Guevin und Ginart inspirieren von den historischen Gläsern aus den Beständen der Coburger Kunstsammlungen auf der Veste. Wer das franko-kanadische Künstlerpaar bei der Arbeit im Lampenglasstudio erlebt, wird denn auch ohne große Mühe Anspielungen auf Scherzgläser entdecken, wie sie auf der Veste zu sehen sind.


Werbung für das Glasmuseum

"Lampenglas findet immer mehr Anhänger in Amerika", sagt Sven Hauschke, der Leiter des Glasmuseums in der Rosenau. Für ihn ist der Besuch von Karina Guevin und Cédric Ginart "wichtige Werbung" und zugleich "Bestätigung, dass das Europäische Museum für Modernes Glas längst über Europa hinaus bekannt ist."
Guevin und Ginart haben sich ganz bewusst für die künstlerische Zusammenarbeit entscheiden, um wechselseitig ihre Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern und zugleich neue gestalterische Wege zu entdecken. Äußerlich betrachtet gibt es bei ihnen eine klare Aufgabenteilung. Cédric Ginart gestaltet die Hohlgefäße, während Karina Guevin für die figürlichen Elemente zuständig ist. Am Ende verschmelzen Gefäße und Figuren dann zu einer gemeinsamen Arbeit.


Eine spannendes Buch, Eindrücke aus der Natur - die beiden Künstler lassen sich auf die unterschiedlichste Weise in ihrem Schaffen inspirieren. Am Anfang der Arbeiten stehen Skizzen, die Karina Guevin zu Papier bringt. Doch am Ende ist das fertige Objekt bisweilen deutlich davon entfernt - bester Beweis dafür, dass die gemeinsame künstlerische Arbeit die Inspiration beflügeln kann.


Noch bis Samstag sind Guevin und Ginart im Glasmuseum zu erleben. Am Sonntag reisen sie dann nach Straßburg, um schließlich über Paris wieder nach Kanada zu fliegen. Zurück bleiben freilich ihre im Lampenglasstudio in der Rosenau geschaffenen Arbeiten. Gezeigt werden diese dann aber voraussichtlich auf der Veste - "weil sie von den historischen Gläsern aus unserer Sammlung inspiriert wurden", sagt Sven Hauschke.





"Artists in Residence" im Glasmuseum Rosenau


Künstler aus Kanada
Cédric Ginart und Karina Guevin sind an verschiedenen Glasfachschulen als Lehrer tätig. Wiederholt gaben beide Kurse und Vorführungen am Corning Museum of Glass in State New York, dem größten und bedeutendsten Museum für Modernes Glas. Bekannt sind Cédric Ginart und Karina Guevin insbesondere durch ihre Reliquienbehälter, die dem Glas als Aufbewahrungsgefäß eine neue Bedeutung gaben.


Cédric Ginart und Karina Guevin werden während der regulären Öffnungszeiten des Museums (13 bis 16 Uhr) ihre Arbeitsweise vorführen und den Besuchern Fragen zu ihren Objekten beantworten.
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