Neustadt bei Coburg
Mundartabend

Gemütlich in "Martin seino Stubn"

"Weihnachten wie es früher war" wird alljährlich in Neustadt gefeiert. Der Abend versetzte alle in die Zeit zurück, als das Fest tatsächlich noch leise war.
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Hanne Büchner hatte in ihren Geschichten und Gedichten viel zu erzählen.  Foto: Manja von Nida
Hanne Büchner hatte in ihren Geschichten und Gedichten viel zu erzählen. Foto: Manja von Nida
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Alle Jahre wieder wird in "Martin seino Stubn" kurz vor Weihnachten im Saal der Gastwirtschaft Eckstein gemütlich geplaudert. Dann darf sich das Publikum in heimeliger Atmosphäre am weihnachtlichen Programm des Arbeitskreises der Neustadter Mundartpflege "Weihnachten wie's früher war" erfreuen und auf die bevorstehenden Festtage einstimmen lassen und in eine Zeit verzaubern, als Weihnachten noch ganz leise war. Donnerstagabend war wieder so ein gediegener Plauder-Abend voller weihnachtlicher Kindheitserinnerungen und das bereits zum siebten Mal in Folge.

Ein heiteres und besinnliches Programm, das für Weihnachten alles zu bieten hatte: aus der Kindheit vertraute Lieder, Kinderträume, handgemachte Weihnachtsmusik, Gedichte, Geschichten, Weihnachtsessen und gemeinsames Singen. Durch den harmonischen Abend führte in wohlbekannter Weise Kulturbürgermeister Martin Stingl. Die stets passenden Wörter schienen dem dritten Bürgermeister vom Himmel zu fallen, was für ein Talent!
 


Mischung aus Musik und Texten

Ohne seine heimischen Künstler hätte Stingl allerdings das Abendprogramm allein gestalten müssen. Doch gerade diese wunderbare Mischung aus Musik- und Gesangsstücken sowie heiteren und besinnlichen Mundarttexten war zweifelsohne das erfolgreiche Rezept.

Mit der Nussknacker-Parade wartete das "Bandoneon-Duo zu Dritt" (DZD) mit Robert Matthes, Günther Lorenz und Rainer Hein auf. Den Willkommensgruß "Guten Abend" reichte die "Puppenstädter Stubenmusik" mit Karl Horner, Rainer Hein und Martin Stingl. Dass es "auf Weihnachtn zugett", wusste Hanne Büchner am besten: "Ja, ihr Leut', so war das in unserer Kinderzeit, wo die Mutter die gebackenen Plätzchen versteckte und wir Kinder uns dabei nicht erwischen ließen, als wir heimlich davon naschten. Und das war auch die Zeit, wo der Stollen erst Heiligabend angeschnitten wurde."

Die Fronlacher Eichbergsänger Herbert Kiesling, Roland Rosenbauer, Wolfgang Reißenweber und Hans Heymel teilten diese Freude: "Es ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt uns eine große Freud" und die vier Herren erinnerten musikalisch, wie sich "Kinderfreuden" am Weihnachtsbaum, für manchen Erwachsenen ein vergessener Traum, im Lichterglanz leuchtend spiegelten.
 


Die Zeit von Spaß und Schnee

Weihnachten sei nicht immer nur etwas Sinnliches, denn für Kinder habe diese Zeit auch einen Haufen Spaß und Schnee bedeutet, wusste Stingl. Diesen Schneespaß gab es von der Stubenmusik, als der "Schneeschuhfranzl" musikalisch durch "Martin seino Stubn" sauste. Und Hanne Büchner versicherte in ihrer "Gschichtla" von den "Züobissocken", nachdem es musikalisch Schneeflöckchen im Saal schneite, dass ihre ausgeleierten, alten Zürdelsocken das Beste für warme Beine seien. Wie es sich in der "erst heilich Nacht" zugetragen hatte, erzählte Büchner mit einem heiteren "Godichtla".

Aus dem Morgenland kamen dann drei vornehme Herrn, die von einem großen Stern geführt waren, als in der Nacht der Heiland geboren wurde. Für das Weihnachtsmenue hatte Büchner außerdem vor, heuer Schubecks Fünf-Gänge-Menu aufzutischen, ganz schnell und kinderleicht, versicherte sie. Doch schon bei den Zutaten kam sie derart durcheinander: "Pfeif'auf Schubeck, im nächsten Jahr gibt bei uns wieder Kraut- und Bratwürschtle statt Perlhuhnbrüstle", schwor sie.

In der Pause gab es dann traditionell die berühmte "Advents-Scheubola", "und die gibt es nur bei uns und nur bei dieser Veranstaltung und auch nur in Neustadt", verkündete Stingl. Danach wurde es noch weihnachtlicher. Mit einer musikalischen Schlittenfahrt ging es durch den Thüringer Wald "Auf der Oberhofer Höh", wo Skihasen sein sollten.

Wo sich Raubfichten verbargen, diesen heißen Christbaum-Tipp kannte Hanne Büchner auch im Gedichtla. In drei Teilen trug Büchner zum nahenden Ende in neustädterisch die Weihnachtsgeschichte vor, als der Engel Gabriel Gottes Sohn der Maria liebevoll beibrachte, und unter musikalischer Begleitung des DZD sang das Publikum dann im Wechsel mit Büchners Lesung "O du fröhliche".
 


Abend wärmte die Herzen

Das Publikum ließ sich gern mit so viel Weihnachtsglanz und berieseln, summte und sang gemeinsam mit. Schließlich schenkt Weihnachten den Menschen immer wieder ein Gefühl von Geborgenheit und Zusammengehörigkeit und dieser Abend wärmte die Herzen und ließ spüren, Weihnachten war schon ganz nah.

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