Coburg
Umzug

Gemeinde ist zurück in der Morizkirche

Nach der zweijährigen Sanierung des evangelischen Gotteshauses fand der Ostergottesdienst wieder in St. Moriz statt.
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Während des Ostergottesdienstes, der von den Pfarrerinnen Gertrud Göpfert (Foto) und Martina Schwarz-Wohlleben geleitet wurde, fand das Abendmahl erstmals rund um den neuen Altar statt, der aus Ahornholz gebaut ist. Foto: Sandra Hackenberg
Während des Ostergottesdienstes, der von den Pfarrerinnen Gertrud Göpfert (Foto) und Martina Schwarz-Wohlleben geleitet wurde, fand das Abendmahl erstmals rund um den neuen Altar statt, der aus Ahornholz gebaut ist. Foto: Sandra Hackenberg
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Auf den Coburger Straßen war es noch dunkel, als sich am Ostersonntag um 5 Uhr morgens gläubige Christen traditionell zum Ostergottesdienst versammelten. Das Besondere in diesem Jahr: Erstmals nach zwei Jahren fand wieder ein Gottesdienst in der Morizkirche statt. Das evangelische Gotteshaus war aufwändig renoviert worden. Beim Entzünden der Osterkerze präsentierte es sich der Gemeinde im neuen Antlitz.
Pfarrerin Gertrud Göpfert leitete die Osternacht mit Lesungen der Heilsgeschichte in der Salvatorkirche ein, in der während der Renovierungsarbeiten der Morizkirche alle kirchlichen Veranstaltungen abgehalten wurden. "Hier in den Katakomben herrscht immer eine besondere Stimmung", bemerkte die Pfarrerin. Die Salvatorkirche sei aber mehr als nur ein Ausweichquartier gewesen, so Göpfert.
Im Anschluss zogen die Geistlichen mit rund 200 Gemeindemitgliedern, die zur Andacht gekommen waren, weiter über den Salvatorfriedhof, wo der Kirchenchor sang und unter dem morgendlichen Gezwitscher der Vögel Auszüge aus der Bibel vorgetragen wurden. Vor der Morizkirche angekommen wurde am Osterfeuer die Kerze entzündet, mit der die Gläubigen dann in die noch dunkle Kirche einzogen.
Als um 6 Uhr die Glocken läuteten und es draußen dämmerte, ging unter dem imposanten Spiel der Orgel auch das Licht in der Morizkirche an, um der Gemeinde ihr neues Antlitz zu präsentieren.


Einzigartiges Lichtkonzept

Die "altehrwürdige Dame", wie sie von manchen Coburgern genannt wird, ist heller und moderner geworden. Der Münchner Künstler Werner Mally hat ein einzigartiges Lichtkonzept ausgearbeitet. Die jeweils zwölf Leuchten der beiden großen Kronleuchter können einzeln reguliert werden. Schwenkarmleuchten sorgen für indirektes Licht, wodurch jede Veranstaltung in der Kirche gesondert illuminiert werden kann.
Der Altarraum ist insgesamt offener geworden, Wände wurden entfernt und das Treppenkonzept verändert. Das Herzstück ist der 300 Kilo schwere Altar aus hellem Ahornholz, dessen einzelne Komponenten in sich verschiebbar sind. Auch der Stuck an der Decke wurde restauriert und ein Standkreuz bietet den Gemeindemitgliedern je nach Lichteinfall und Blickwinkel ein anderes Farbenspiel. "Ich kenne unsere Kirche seit über 30 Jahren", sagte Pfarrerin Martina Schwarz-Wohlleben. "Sie ist jetzt noch schöner geworden."
Gertrud Göpfert kannte die Morizkirche seit Antritt ihrer Pfarrstelle im September 2014 dagegen bisher nur mit Baugerüsten. "Jetzt offenbart sie mir ihre volle Schönheit", sagte sie erfreut.
Am Taufbecken, das jetzt im Zentrum des Altarraums steht, taufte sie während des Ostergottesdienstes den sechs Jahre alten Aaron Zlatosch. Danach konnten die Gemeindemitglieder selbst die neu geschaffene Weiträumigkeit im Chorraum erleben, als sie sich zum Abendmahl in einem großen Kreis um den Altar versammelten.
"Wir dürfen das Licht der Hoffnung nicht aussterben lassen", mahnte Gertrud Göpfert abschließend. "Nur so können Lichtträume wahr werden in dieser einen Welt."
Mit dem Segen und einer Einladung zum anschließenden Osterfrühstück entließ sie die Gemeindemitglieder hinaus in den Ostermorgen.


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