Niederfüllbach
Beratung

Gemeinde Niederfüllbach schenkt Eltern Geld

Bei der Weihnachtssitzung des Gemeinderates gibt es für Familien ein Extra-Kindergeld. Der Bürgermeister hofft, dass diese Geste die Bevölkerungszahl stabil hält. Macht die Dorfgemeinschaft aber eine Bürgerstiftung überflüssig?
Artikel drucken Artikel einbetten
Bürgermeister Martin Rauscher übergibt das Extra-Kindergeld an Elina Hübner und ihre Mama Julia-Stefanie Hübner-Fischer. Foto: Gabi Arnold
Bürgermeister Martin Rauscher übergibt das Extra-Kindergeld an Elina Hübner und ihre Mama Julia-Stefanie Hübner-Fischer. Foto: Gabi Arnold
Dass sich ein Bürgermeister freut, wenn er Geld verschenken darf, dies dürfte eher selten der Fall sein. In der Gemeinde Niederfüllbach tritt dies traditionell zum Jahresende ein. Dann lädt Martin Rauscher (FW) alle frisch gebackenen Eltern und ihren Nachwuchs in das Gasthaus "Beckenhaus" zur Weihnachtssitzung des Gemeinderates ein.

Für jedes Kind, das in diesem Jahr geboren wurde, verteilt Rauscher ein Extra-Kindergeld in Höhe von 1000 Euro an die Eltern. Mona Metschke-Ernst vom evangelischen Kindergarten legte Informationsmaterial und ein kleines Geschenk dazu. Heuer waren es immerhin zwölf Briefkuverts und damit 12 000 Euro, die die Kommune an die kleinen Neubürger verschenkte. Die Gemeinde möchte damit ausdrücken, wie wichtig Kinder in der Gesellschaft und eben auch in Niederfüllbach sind. Rauscher sagte, wer bereit sei, Kinder zu bekommen, der solle auch entsprechend unterstützt werden. "Wir geben so viel unnötiges Geld, zum Beispiel für einen Bahnübergang aus, den wir nicht wünschen, sodass wir dieses Geld wirklich sehr gerne geben. Je höher die Summe, um so mehr freuen wir uns, denn Kinder sind unsere Zukunft", betonte Rauscher. Natürlich wünsche er sich nicht nur, dass die Kinder in der Gemeinde gut aufwachsen, sondern später auch im Ort bleiben.


Unterkunft ertüchtigen

Das ehemalige Computerzentrum soll zu einer Wohnung für Flüchtlinge umgebaut werden. Eine Energieberatung fand bereits statt und drei Ausbauvarianten zur Dämmung präsentierte Rauscher dem Gremium. Die teuerste Variante einer kompletten Außendämmung mit Kosten in Höhe von 20 000 Euro fand keine Zustimmung. Rauscher favorisierte als innovative Lösung eine Isolierung mit Kalziumsilikat-Platten für 3700 Euro. Allerdings stand Rauscher mit seiner Meinung alleine da, alle anderen Räte votierten für eine konventionelle und preisgünstige Dämmung mit Holzlattung und Rigipsplatten, die 2000 Euro kostet. In erster Linie, argumentierten Bernd Roßberg (SPD) und Tina Großmann (ÜWN), müsse das Gebäude bewohnbar gemacht werden. Roßberg: "Mit Holz und Rigips ist man auf der sicheren Seite." Da das Erdgeschoss des Hauses nicht genutzt werde, sprach sich auch Frank Gallinsky (CSU) dafür aus, nicht soviel zu investieren. Thomas Schöllchen (UWN) drängte dazu die Maßnahme nicht länger aufzuschieben. Die fertige Wohnung soll dem Landratsamt Coburg für Flüchtlinge gemeldet werden.


Rauscher steht alleine da

Ebenfalls einsam mit seiner Meinung stand Rauscher beim Thema Bürgerstiftung "Unser Niederfüllbach" da. Rauscher hätte die Chance gerne ergriffen und die Bürgerstiftung mit der Stiftungsgemeinschaft der Sparkasse Coburg-Lichtenfels ins Leben gerufen. Der Stiftungsexperte Stephan Franke hatte das Konzept bereits dem Gemeinderat und den Bürgern anlässlich der Bürgerversammlung vorgestellt. Im Gemeinderat fand das Modell aber keine Mehrheit, Thomas Schöllchen sagte beispielsweise: "Das macht vielleicht Sinn in einer Stadt wie Rödental, aber nicht in einer kleinen Gemeinde wie Niederfüllbach mit einer funktionierenden Dorfgemeinschaft, wo man sich kennt." Gegen Rauschers Stimme wurde der Vorschlag abgelehnt.


Gebühren steigen drastisch

Die Niederfüllbacher müssen ab dem 1. Januar 2016 deutlich mehr Kanaleinleitungsgebühren bezahlen. "Wir sind leider gezwungen, die Gebühr zu erhöhen", erklärte Rauscher. Arno Luthardt von der Gemeindeverwaltung erklärte, dass eine Unterdeckung und die hohen Sanierungskosten der Meschenbacher Kläranlage aufgefangen werden müssten. Auf einer neuen Wirtschaftlichkeitsberechnung basierend, wird die Gebühr von 2,65 Euro auf 4,22 Euro/m³ erhöht.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren