Andi Ebert hat einen kurzen Moment zum Durchschnaufen. Auf der Schlossplatzbühne läuft die Eröffnung des Samba-Festivals und der Presse-Verantwortliche hat für einen Moment vergessen, was er an Kuriositäten in diesem Jahr erlebt hat. "Wenn du früh aufwachst, weißt du nicht, was dich erwartet." Da bleibt der Omnibus einer Gruppe aus Frankreich auf der Fahrt nach Coburg liegen - ihr muss geholfen werden.
Eine der Samba-Königinnen wird in Rom festgehalten, weil sie nicht genügend Bargeld bei sich hat. "Wir haben sie da rausgeholt." Giovanne Elber wird in São Paulo nicht ins Flugzeug gelassen, weil sein Ticket auf seinen Künstlernamen ausgestellt ist, im Pass aber natürlich sein bürgerlicher Name steht. "Zum Glück schaffte er es in letzter Minute, doch noch rechtzeitig in München und dann in Coburg zu sein", sagt Andi Ebert. Trotz aller Aufregung macht er diesen Job gern - ehrenamtlich, versteht sich. Für die nächsten Tage und Nächte ist an Ruhe nicht zu denken. Ich komme vielleicht auf zwölf Stunden Schlaf an drei Tagen." Egal!
Auf der Bühne wird wie wild getrommelt. "Os Malandros" werden bejubelt. Zuvor gab es große Auftritte der Königinnen des Karnevals in Rio und eines Tanzpaares der Samba-Schule Portela. Zum 20. Mal findet in diesem Jahr das Fest in der Stadt statt. "Inzwischen gibt es eine Generation, die Coburg ohne Samba gar nicht kennt", sagt Moderator Sören Fenner. Und jährlich werde die Veranstaltung größer. "In diesem Jahr sind 3000 Sambistas da. Giovanne Elber und Fernanda Brandão kommen auch noch einmal vorbei und versuchen sich im Tanzen. Keine Chance gegen die Profis.