Coburg

Frust neben Freude beim Ultramarathon

Markus Süße musste beim Boa-Vista-Lauf nach mehreren Knieoperationen in diesem Jahr passen. Der Lautertaler Julian Popp siegte über 70 Kilometer.
Artikel drucken Artikel einbetten
Markus Süße (links) mit Julian Popp (rechts) und dem Sieger über 150 Kilometer, Ivan Zufferli, die jeweils die Finishermedaille in Form einer Schildkröte erhielten. Foto: Markus Süße
Markus Süße (links) mit Julian Popp (rechts) und dem Sieger über 150 Kilometer, Ivan Zufferli, die jeweils die Finishermedaille in Form einer Schildkröte erhielten. Foto: Markus Süße
+11 Bilder
Diesmal hätte es für Markus Süße klappen können mit dem Sieg. Nur vier Läufer hatten sich beim Ultra-Marathon auf der Kapverden-Insel Boa Vista für die 70-Kilometer-Distanz gemeldet. Drei von ihnen stiegen vor dem Ziel aus, der vierte hielt durch: Julian Popp aus Lautertal. "Das wäre meine Chance gewesen, auch mal den Pokal zu kriegen", sagt Markus Süße, hörbar enttäuscht. Seit elf Jahren ist der Ultra-Marathon auf den Kapverden für ihn ein Pflichttermin im Dezember. Doch seine Gesundheit machte ihm diesmal einen Strich durch die Rechnung: Nach vier Operationen am Knie war für den 50-Jährigen an eine Teilnahme überhaupt nicht zu denken.
Dass er nicht mitlaufen konnte, "hat sehr weh getan", gibt Markus Süße zu. "Bei der Übergabe der Finishermedaille sind bei mir die Tränen geflossen." Gleichzeitig freute er sich natürlich sehr über den Sieg seines langjährigen Boa-Vista-Partners Julian Popp. "Freude und Frust" - ganz nah beieinander.
Dabei waren die Voraussetzungen diesmal ideal: "Das Wetter war traumhaft, es hatte kurz vorher geregnet, deshalb war alles grün und der Untergrund war nicht so trocken wie sonst." Während Julian Popp sich bei Temperaturen zwischen 40 und 45 Grad unter strahlend blauem Himmel über die 70-Kilometer-Strecke kämpft, muss sich Markus Süße mit der Rolle des Fotografen begnügen.
"Ich habe für die Organisatoren Fotos gemacht und den Lauf so begleitet." Mit einem Quad, das ihm extra zur Verfügung gestellt wurde, fuhr er die Strecke ab und suchte sich die günstigsten Positionen. Als erfahrener Boa-Vista-Teilnehmer weiß Süße schließlich, wo man am besten fotografieren kann. Ganz nebenbei sorgte die sengende Sonne bei den beiden Coburgern für ordentlich Farbe auf der Haut.


Spontane Teilnahme

Was zum Boa-Vista-Lauf schon fast traditionell dazugehört, sind die kleinen Geschichten am Rande, wie Markus Süße erzählt. So seien zum Beispiel zwei Schweden, die gerade auf Boa Vista Urlaub machten, zufällig auf die Veranstaltung aufmerksam geworden. Spontan entschieden sich die Schweden, den klassischen Marathon mitzulaufen - natürlich sei das nicht ihr erster gewesen, sagt Süße.
Überrascht hatten ihn auch drei deutsche Teilnehmer, der älteste 78 Jahre, die beiden anderen Mitte 60. Alle drei hätten schon über 500 Marathonläufe absolviert. Und wer von ihnen war der Schnellste? Markus Süße lacht: "Der Älteste!"
Nach Boa Vista will er auch 2017 wieder reisen. "Das ist wie eine eingeschworene Familie, die sich einmal im Jahr trifft." Vermutlich wird der 50-Jährige dann wieder als Fotograf unterwegs sein, nicht mehr als aktiver Teilnehmer. "Mir ist empfohlen worden, nicht mehr zu laufen", sagt Süße. "Die Gesundheit geht vor!" Nun sei er auf der Suche nach einer Alternative. "Walken gehe ich schon - aber Walken ist nun einmal nicht Laufen!"

Laufen für einen guten Zweck

Spendenkonto Markus Süße und Julian Popp wollen auf das Schicksal von an Fanconi-Anämie erkrankten Kindern aufmerksam machen. Sie sammeln Spenden, um diese Krankheit bekannter zu machen: Spendenkonto 151 289 998, Landessparkasse Hannover (BLZ 250 500 00) - Stichwort: "Boa Vista".

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren