Coburg
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Franken helfen Franken: Hardys Traum vom Fliegen

Hartmut Reder träumt davon nach New York zu fliegen. Was das Besondere daran ist, wird bei einer Gesprächsrunde mit dem Spastiker deutlich.
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Wenn Hartmut Reder erzählt, wird sein Name Programm und er zieht die Zuhörer schnell in seinen Bann. Foto: Christiane Lehmann
Wenn Hartmut Reder erzählt, wird sein Name Programm und er zieht die Zuhörer schnell in seinen Bann. Foto: Christiane Lehmann
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Sein größter Traum wäre es, einmal eine feste Freundin zu haben. Gleich danach kommt der zweitgrößte Traum: Einmal nach New York fliegen. Für Hartmut Reder scheint beides unerreichbar. Der Spastiker und mehrfach schwerst behinderte Mann kann weder sitzen noch stehen, wird rund um die Uhr betreut und kann nur in einem Liegendrollstuhl transportiert werden.
Doch der 54-Jährige ist überzeugt, "ein ziemlich normales Leben" zu führen. "Ich habe das große Glück, es nicht anders zu kennen", sagt er vor den Schülern des Privaten Beruflichen Schulzentrums in Creidlitz. Die Klasse HepH16 hat ihn eingeladen, um ihn näher kennenzulernen. Immerhin haben sie das Projekt "Hardys Traum" von der Vorgängerklasse übernommen. Ziel ist es, genügend Geld für eine einwöchige Reise nach New York zu sammeln, damit sich der Wunsch von Hartmut Reder erfüllt. Das ist gar nicht so einfach, wie sich herausgestellt hat. Stiftungen und Organisationen, die die Schüler landesweit angeschrieben haben, wollen lieber Kinder unterstützen oder Menschen in Not.


Mit Humor und Lebensweisheit

Jetzt hofft Hardy und die Schule auf die Initiative "Franken helfen Franken", die "seinen Traum" als Spendenaktion vor Weihnachten bewirbt. Hartmut Reder kämpft für seine Wünsche und für ein selbstbestimmtes Leben. Sein Humor und seine Lebensweisheit lassen ihn schnell die Herzen der Menschen gewinnen, die um ihn sind. So dauert es auch gar nicht lange, bis er die Schüler der HepH16 ganz in seinen Bann gezogen hat.
"Ich bin stolz, kein Standartbehinderter zu sein", sagt der Mann im Liegendrollstuhl. Er käme gar nicht auf die Idee, sich zu beklagen. "Wie undankbar wäre das denn, im Hinblick auf die vielen Menschen, die sich für mich einsetzen? Die müssten sich ganz schön blöd vorkommen, wenn ich immer nur denken würde, mein Leben wäre ein Katastrophe!"
Hartmut Reder hat klare Standpunkte und eine feste Vorstellung von einem selbstbestimmten Leben. 42 Jahre lebte er zu Hause bei seinen Eltern. Seine Mutter konnte nur schwer loslassen, wie er sagt. "Aber, wer möchte schon immer bei der Mama sein?", fragt Hardy in die Runde. Wie soll ein Mensch selbstbewusst werden, Selbstvertrauen bekommen, wenn immer die Mutter an seiner Seite ist? Es hat lange gedauert, bis seine Familie eingesehen hat, dass Hartmut in einer Wohngemeinschaft leben kann. In Coburg ist ihm dies möglich. Zusammen mit zwei anderen Behinderten bewohnt er eine kleine Wohnung der Offenen Behindertenarbeit Oberfranken, in der er sagen kann, was er möchte.


Rund um die Uhr versorgt

Ein Assistent ist sein "verlängerter Arm" und unterstützt ihn, wo es nur geht. Der Spastiker muss gebettet und gewaschen, gefüttert und transportiert werden - auch, wenn er seit einigen Jahren einen Elektrorollstuhl hat. "Ich kann schon fahren, aber nicht besonders gut. Im Straßenverkehr brauche ich auf jeden Fall Hilfe", sagt der 54-Jährige.
Sein Kopf fällt immer wieder in den Nacken, seine Arme sind angewinkelt und die Hände fast im 180 Grad-Winkel nach unten verkrampft. Die Schmerzen seien beherrschbar. "Für mich sind das keine Schmerzen." Hartmut Reder hat einen ganz eigenen Blick auf seine Situation: "Ich kann mich nicht mit Kleinigkeiten aufhalten, sondern muss meinen Alltag bewältigen. Probleme haben wir doch alle. Welches Leben ist schon einfach?"


Seine Träume sind sein Motor

Seine Träume treiben ihn an. 100 Jahre möchte er werden und andere motivieren, nicht aufzugeben. "Meine Arbeit ist nicht messbar, aber wenn mein Gegenüber begreift, dass man nicht traurig sein muss, bloß weil man behindert ist, ist viel gewonnen." Zu seinem Glück gehört aber in jedem Fall eine gewisse Unabhängigkeit. Hartmut Reders Lebensziel ist es nicht, im Rollstuhl durch die Gegend gefahren zu werden". Auch den Satz "in der Familie ist es am Schönsten" hält er für fragwürdig. "Ich möchte ein aktiver Mensch sein, der etwas für die Gesellschaft tut - kein passiver Spastiker, der im Rolli liegt, und dem ein Liedchen vorgesungen wird."
In Amerika möchte er Menschen treffen, mit denen er sich über Werte und den amerikanischen Lebensstil unterhalten kann. Und die Freiheitsstatue will er unbedingt sehen. "Sie steht für Unabhängigkeit. Das möchte ich spüren - nicht immer nur im Fernsehen sehen."

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Spendenaktion
Das Coburger Tageblatt und "Franken helfen Franken" möchten Hartmut Reder über die Offene Behindertenarbeit Oberfranken unterstützen und bitten um Spenden. Bitte geben Sie als Verwendungszweck "Hardys Traum" an.

Idee Die Mediengruppe Oberfranken erreicht über ihre Zeitungen sowie ihre Internetangebote viele Menschen. Das will sie nutzen, um mit Hilfe des Spendenvereins "Franken helfen Franken" Geld für diejenigen zu sammeln, die dringend auf Hilfe angewiesen sind.

Empfänger Die Spenden kommen genau da an, wo sie benötigt wird: Sie gehen ausschließlich an gemeinnützige Initiativen, Projekte oder Vereine in der Region. Jeder für "Franken
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Spendenkonto Mediengruppe Oberfranken - Franken
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BIC BYLADEM1SKB
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franken-helfen-franken.de


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