Coburg

Förderverein wechselt seine Strategie

 Bisher konnte kein privater Investor gefunden werden. Jetzt sollen europäische Fördertöpfe angezapft werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Parkende Autos auf dem Schlossplatz gehören nach dem Willen des Fördervereins Schlossplatz-Tiefgarage bald der Vergangenheit an.  Foto: Förderverein
Parkende Autos auf dem Schlossplatz gehören nach dem Willen des Fördervereins Schlossplatz-Tiefgarage bald der Vergangenheit an. Foto: Förderverein
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Coburg konnte keinen privaten Investor für den Bau einer Tiefgarage unter dem Schlossplatz gewinnen. Nun soll ein Arbeitskreis nach öffentlichen Fördermitteln suchen, erklärte Vorsitzender Peter Kammerscheid bei der Hauptversammlung des Fördervereins im "Münchner Hofbräu". Für deren Bau und Betrieb solle wieder die Stadt und ihre Stadtentwicklungsgesellschaft (Wohnbau) zuständig sein.

Rahmenbedingungen prüfen

Nach Rücksprache mit Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) schlägt der Förderverein als ersten Schritt die Einrichtung eines Arbeitskreises vor.
Der solle die Rahmenbedingungen und die Förderung aus dem neu eingerichteten Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Mitteln des Städtebaus prüfen.
Kammerscheid zieht unter anderem einen Zuschuss im Zuge des Umbaus des Landestheaters sowie Gelder des Landesamtes für Denkmalpflege, des Naturschutzes und der Regierung von Oberfranken in Betracht. Er erinnert an die eine Million Euro, die Michael Stoschek für die städtebaulich ansprechende Gestaltung der Ein- und Ausfahrten der Tiefgarage zur Verfügung gestellt hat.
Ein hoher Anteil öffentlicher Zuschüsse für den Bau der Schlossplatz-Tiefgarage verringert den finanziellen Anteil der Stadt. Nach der Ausarbeitung eines Grobkonzeptes als zweiten Schritt hofft der Förderverein, dass sich die Mehrheit des Stadtrat für den Bau der Schlossplatz-Tiefgarage entscheidet.
Kammerscheid hält einen Bürgerentscheid "für den falschen Weg, da dieser erfahrungsgemäß nicht die Befürworter, sondern die Gegner auf den Plan rufen".

In Geduld üben

Der Förderverein hält daran fest, die Schlossplatz-Tiefgarage zeitgleich zur Theatersanierung zu verwirklichen. "Wir müssen uns in Geduld üben", mahnt der Vorsitzende. Nach Auskunft des OB ist nicht bekannt, wann der Umbau des Landestheaters beginnt. Derzeit laufen Gespräche mit der Landesregierung. "Erst wenn Kosten, Nutzungen und Ersatzspielstätte geklärt sind, wird der Freistaat den Planungsauftrag vergeben", erläuterte Kammerscheid und schätzt: "Bei den üblichen Zeiten für Planung und Ausschreibung gehe ich von einem Baubeginn nicht vor 2017 aus."
Der Vorsitzende dankte IHK-Präsident Friedrich Herdan, Hauptgeschäftsführer Siegmar Schnabel und allen Mitarbeitern der IHK für ihr "unermüdliches Engagement" bei der Suche nach privaten Investoren für die Schlossplatz-Tiefgarage. Sie verbessere die Attraktivität der Innenstadt für den Einzelhandel und den Tourismus erheblich, hob Kammerscheid hervor.
Sowohl im Verkehrsentwicklungsplan als auch im integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) spielt die Tiefgarage unter dem Schlossplatz eine wichtige Rolle für den ruhenden Verkehr in Coburg. Auch ohne Tiefgarage ist in allen drei Coburger Parkhäuser das Parken teurer geworden, was den Preisunterschied zu den voraussichtlichen Parkgebühren in der Tiefgarage verringere, merkte Jürgen Heeb an.
Die Tiefgarage befreit den Schlossplatz von parkenden Autos, warf Dieter Bunzel ein. Eine attraktive Innenstadt ist erreichbar und bietet ausreichend Kurzzeitparkplätze an der Oberfläche an, stellt Manfred Ptok fest. Nahezu alle habe die Stadt in den letzten Jahren für Dauerparker, für die, die sich ein Stellplatz in einer Tiefgarage eigne, ausgewiesen. bb


Verwandte Artikel

Kommentare (7)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren