Grub am Forst
Bürgerentscheid

Finale Runde im Marktstreit von Grub am Forst

2370 Wahlberechtigte sind am Sonntag gefragt: Soll der Wochenmarkt auch künftig freitags auf dem Feuerwehr-Gelände hinter dem Rathaus stattfinden?
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Ein Publikumsmagnet, aber auch umstritten: der Grüber Wochenmarkt. Am Sonntag sollen die Grüber Bürger per Abstimmung darüber entscheiden, ob der Markt auch künftig freitags auf dem Gelände der Feuerwehr hinter dem Rathaus stattfinden soll. Foto: Michael Stelzner
Ein Publikumsmagnet, aber auch umstritten: der Grüber Wochenmarkt. Am Sonntag sollen die Grüber Bürger per Abstimmung darüber entscheiden, ob der Markt auch künftig freitags auf dem Gelände der Feuerwehr hinter dem Rathaus stattfinden soll. Foto: Michael Stelzner
Ob er den Abschluss einer inzwischen gut zwei Jahre währenden Diskussion darstellt, wird erst die Zukunft zeigen. Aber ein wichtiger Markstein im Streit um den Standort für den Wochenmarkt ist er allemal: der Bürgerentscheid zur Frage, ob der Markt auch künftig regelmäßig freitags am Feuerwehrhaus stattfinden soll. Dabei dürfen am kommenden Sonntag rund 2370 Wahlberechtigte ihr Kreuzchen machen.

Von der Organisation her hat die Gemeindeverwaltung versucht, den Bürgerentscheid ohne übertriebenen Personalaufwand über die Bühne zu bekommen. "Wir haben 30 Wahlhelfer: Fünf Wahllokale mit je sechs Personen", erklärt Thomas Lunz, der vom Gemeinderat zum stellvertretenden Wahlleiter bestellt wurde. Vier normale Stimmbezirke plus die Briefwahl - das entspricht dem Ablauf wie zum Beispiel bei einer Europawahl. Stehen aufwendigere Abstimmungen - wie etwa die Kommunalwahl mit ihrem komplizierten Abstimmungsmodus - dann werden in Grub mehr als fünf Stimmbezirke gebildet.


Ergebnisse gibt's im Rathaus

Was der Bürgerentscheid am Ende für Kosten verursacht haben wird, ist noch nicht klar. Im Vorfeld der Abstimmung wurde im Gemeinderat stets von 4500 Euro gesprochen, wobei sich Gemeinde-Wahlleiter Michael Heß da jetzt nicht darauf festnageln lassen will: "Zu den angefallen Kosten kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage getroffen werden, da noch nicht alle Rechnungen vorliegen."

Während sich die Hauptfiguren im Streit um den Marktstandort bei der Frage nach der Wahlbeteiligung - ein durchaus wichtiger Indikator für die wahre Bedeutung der Wochenmarkt-Diskussion - in Zurückhaltung üben, sind sich beim Ergebnis fast alle einig: Es wäre schon ein Wunder, wenn sich nicht die Mehrheit für eine Beibehaltung des Marktes am Freitag hinter dem Rathaus aussprechen würde.

Wer das Ergebnis schnell erfahren möchte, kann dazu am Freitag nach Schließung der Wahllokale (18 Uhr) ans Rathaus kommen. "Wir werden dort nach erfolgter Auszählung das vorläufige Ergebnis bekanntgeben", kündigt Thomas Lunz an. Allerdings betont er dabei das Wort "vorläufig", weil das offizielle Ergebnis erst nach der Sitzung des mit Kommunalpolitikern besetzten Wahlausschusses fest steht. Dieser trifft sich laut Gemeinderatsbeschluss am Montag um 16 Uhr im Rathaus und wird dann das Abstimmungsergebnis feststellen.

Erste Anlaufstelle bleibt freilich am Sonntagabend das Rathaus. Dort werden sich auch die Befürworter des Freitags-Marktes am Feuerwehrhaus und die Initiatoren einfinden. Klaus Köhler, der ehrenamtliche Marktleiter, verriet dem Tageblatt auf Nachfrage: Er und seine Mitstreiter werden ab 17.30 Uhr am Rathaus sein. Steht das Ergebnis fest, wollen die Initiatoren der Bürgerinitiative dann zum Gasthaus Maaser an die Kirche gehen, um dort erste Gedanken auszutauschen.


FRAGEN AN DIE BEIDEN SEITEN

Bürgermeister Jürgen Wittmann (Gut für Grub)

Warum sollte möglichst jeder Grüber am Sonntag seine Stimme beim Bürgerentscheid abgeben?
Damit man möglichst deutlich aus dem Ergebnis erkennen kann, wie die Mehrheit der Bürger in der Sache denkt.

In welcher Größenordnung wird sich die Wahlbeteiligung Ihrer Meinung nach bewegen?
Ich habe keine Glaskugel, deshalb kann ich die Frage nicht beantworten.

Glauben Sie, dass der Bürgerentscheid Ruhe in die Diskussion um den Markt bringen wird?
Zu dieser Frage werde ich mich vor dem Entscheid nicht äußern.

Was muss geschehen, damit Feuerwehr und Wochenmarkt nebeneinander existieren können?
Zu dieser Frage werde ich mich vor dem Entscheid ebenfalls nicht äußern.

Helfried Schreiner, Mitglied der CSU im Gemeinderat

Warum sollte möglichst jeder Grüber am Sonntag seine Stimme beim Bürgerentscheid abgeben?
Weil es das ganz normale Recht für jeden Bürger ist. Es gehört zur Demokratie dazu, dass es auch einmal unterschiedliche Meinungen gibt. Wichtig ist mir: Es geht nicht um Ja oder Nein zum Markt. Es geht um den Standort am Feuerwehrhaus oder einen anderen Standort. Es war nie unser Bestreben, den Markt sterben zu lassen.

In welcher Größenordnung wird sich die Wahlbeteiligung Ihrer Meinung nach bewegen?
Ich war zuletzt viel unterwegs und habe ein bisschen aus der Stimmung in der Bevölkerung mitbekommen. Es gibt auch Bürger, die die Frage vom Bürgerentscheid gar nicht interessiert. Sie werden auch nicht zur Abstimmung gehen. Aber eine Vorhersage zu treffen, ist mir trotzdem zu schwierig.

Glauben Sie, dass der Bürgerentscheid Ruhe in die Diskussion um den Markt bringen wird?
Wir sind froh, dass sich Landrat Michael Busch in die Diskussion eingeschaltet hat und als Moderator auftreten will. Sollte der Bürgerentscheid für einen Markt am Rathaus ausfallen, ist der nächste Schritt die Umsetzung. Da muss man mit der Feuerwehr reden und nach Lösungen suchen. Da wäre dann der Landrat eine große Hilfe.

Was muss geschehen, damit Feuerwehr und Wochenmarkt nebeneinander existieren können?
Ob die Feuerwehr und der Markt nebeneinander leben können, hängt vom Ausgang von Gesprächen ab. Wenn die Feuerwehr sagt, dass sie mit irgendeiner Art und Weise des Marktbetriebes leben kann, dann sollte auch nichts mehr gegen ein Nebeneinander sprechen.
was sagen sie zu diesem Thema?
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