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Feuerwehr Coburg will ein Wörtchen mitreden

Dass die Feuerwehr Coburg nicht nur zufrieden ist, das wurde bei der Jahresversammlung deutlich. Die Zusammenarbeit mit der Stadt könne wohl besser laufen.
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Die Freiwillige Feuerwehr Coburg ehrte Mitglieder für ihre Treue und andere Verdienste.  Foto: Martin Koch
Die Freiwillige Feuerwehr Coburg ehrte Mitglieder für ihre Treue und andere Verdienste. Foto: Martin Koch
Vorsitzender Daniel Forkel und Stadtbrandrat Ingolf Stökl haben bei der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Coburg die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements der Coburger Floriansjünger hervorgehoben. Ein wenig Frust klang aber auch in ihren Worten mit: "Wir haben im Gespräch mit der Stadt Optimierungsbedarf", drückte sich Stadtbrandrat Stökl eher diplomatisch aus.

Er wünschte sich eine Begegnung auf Augenhöhe und mehr Mitsprachemöglichkeit bei den Entscheidungsprozessen in der Kommunalpolitik - jedenfalls dann, wenn es konkret um die Belange der Coburger Feuerwehren gehe. Forkel erinnerte an die Anforderungen, die an die ehrenamtlichen Feuerwehrleute gestellt würden. Die Wehr komme langsam an ihre Grenzen: "Flyer, Plakate, Schulfeste und dergleichen sind alles schöne Aktionen, die uns aber viel Kraft kosten, und unterm Strich ist der Erfolg recht gering."

Forkel sympathisiere zwar mit der Idee einer Kinderfeuerwehr, aber dies lasse sich in der Stadt Coburg zusätzlich zu den sowieso zu leistenden Diensten derzeit nicht realisieren. "Wir sind freiwillige Feuerwehrleute, aber wir haben mehr Pflichten und Vorgaben, als ein Ehrenamt verkraften kann", machte Stökl deutlich.

Nichtsdestotrotz freuten sich Stökl und Forkel über ihre jugendlichen Mitglieder, die das Alter einer potenziellen Kinderfeuerwehr schon hinter sich gelassen haben. Derzeit hat die Wehr 24 Jugendliche in ihren Reihen, darunter seien sechs junge Damen.


18 Prozent Brand-Einsätze

Vorsitzender Forkel wies auf das Engagement der Coburger Feuerwehr in Sachen Flüchtlingshilfe hin. "Bei uns kommt es nicht auf die Sprache, Hautfarbe oder Herkunft an", sagte Forkel. "Wir freuen uns über jedes Mitglied, das in unserer Gemeinschaft mitwirken will." Bei der Ankunft vieler Flüchtlinge in den zurückliegenden Monaten habe sich die Feuerwehr zum Beispiel beim Transport von Betten, dem Aufbau von Verpflegungszelten und Sichtschutzzäunen eingebracht.

Die Feuerwehr Coburg habe zum Jahresende insgesamt 164 Mitglieder in ihren Reihen gehabt. Stadtbrandrat Stökl berichtete, dass die Feuerwehr Coburg im vergangenen Jahr 330 Einsätze gehabt habe, 413 Einsätze seien es gewesen, wenn man die Einsätze der selbstständigen Stadtteilfeuerwehren mit berücksichtige. Die Truppe heiße zwar Feuerwehr, aber bei 58 Prozent aller Einsätze gehe es um technische Hilfeleistungen. Die Feuerwehr Coburg sei bei 58 Bränden (18 Prozent) zu Hilfe gerufen worden. Schließlich habe es noch 81 Fehlalarme gegeben. Da seien auch Fehlfunktionen von Brandmeldeanlagen mit eingeschlossen.

Zur Palette der technischen Hilfeleistungen gehörten auch 82 Türöffnungen, 14 Tierrettungen und fünf Gefahrguteinsätze. Stökl wies auch auf die rund 1000 Sicherheitswachen im Landestheater und bei Großveranstaltungen hin.


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