Coburg

Fest im Coburger Domino: Kasper ist der Held

Mit seinem "Original Kunstfiguren- & Caspertheater Lari Fari" war Frieder Simon Gast beim Frühlingsfest des Kinderzentrums.
Artikel drucken Artikel einbetten
Frieder Simon mit Kasper und König. Der Puppenspieler setzt auch heute noch auf klassisches Figuren-Theater und ist ein Meister seines Fachs. Fotos: Helke Renner
Frieder Simon mit Kasper und König. Der Puppenspieler setzt auch heute noch auf klassisches Figuren-Theater und ist ein Meister seines Fachs. Fotos: Helke Renner
+1 Bild
"Die Kinder sind davon überzeugt, dass die Puppen leben", sagt Frieder Simon. In der Tat: Das junge Publikum im Saal des Kinderzentrums Domino schaut gebannt auf den Kasper, den gestiefelten Kater und die anderen Figuren eines Märchens, das ihnen geläufig ist - aber nicht so. Sie reden mit, lachen, regen sich auf, beschimpfen den bösen Zauberer: "Guck' mal, wie Du aussiehst. Du bist so hässlich."

Frieder Simon hat sie gepackt, weil er sie ernst nimmt, einbezieht und ihre Sinne anspricht. Hinter dem Vorhang summt, trällert, stampft und pfeift es - ein Puppenspieler, zumal, wenn er allein agiert, ist für all das selbst zuständig. Ein Kraftakt. Frieder Simon meistert ihn. Die Kinder sind fasziniert vom Spiel und von den Puppen.

Die fertigt der Meister selbst an. Dafür nutzt er gern alltägliche Dinge, etwa die Verzierung eines alten Schrankes für den Bart des Königs, Knöpfe für die Augen, den metallenen Rand eines Schraubdeckels als Halsschmuck. "Auf die Ferne löst sich das auf und ist nicht erkennbar", erläutert der Puppenspieler. Seine Figuren sind kunstvoll gestaltet und auf das Wesentliche reduziert. Das macht sie leicht erkennbar.

Viele Dialekte - kein Fränkisch

Der Kasper kommt in allen Stücken von Frieder Simon vor, er ist die zentrale Figur, um den die Stücke kreisen. Er spricht im leichten Slang des gebürtigen Leipzigers und ist nie das penetrante Großmaul wie bei manchen Puppenspieler-Kollegen.

Um die Figuren auch akustisch unterscheidbar zu machen, bedient sich Frieder Simon verschiedener Dialekte. Der Schuster, der dem Kater die Stiefel macht, spricht spitzes Norddeutsch, der Koch des Königs den seltsamen Dialekt der Lausitz und die Bauern ein breites Sächsisch. "An Fränkisch habe ich mich noch nicht rangetraut. Ich will mich ja auch nicht lächerlich machen", sagt er.

Eine andere Besonderheit bei Frieder Simon ist auch die Erzählweise. Sie erscheint anfangs ein wenig antiquiert, ist aber dem Märchen angepasst. Die Kinder akzeptieren das, verstehen alles und folgen der Handlung gespannt. Und das, obwohl sie täglich vielen medialen Reizen ausgesetzt sind. Das macht die Qualität des Puppenspielers aus. Chapeau!
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren