Coburg
Fernwärme

Fernwärmerohre in Coburg beschädigt - Provisorium bis 2016?

Eine Firma hat beim Einbau von Glasfaserkabeln die Ummantelung der alten Rohre beschädigt. Zwar werden die Leitungen ohnehin nicht mehr lange gebraucht, geschehen muss trotzdem etwas. Der ZAW will sie provisorisch reparieren.
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ZAW-Werkleiter Peter Baj zeigt die Stelle, wo der Bohrkopf die Fernwärmerohre beschädigt hat. Etwa dort, wo das weiße Stoffstück liegt, wurden die Glasfaserkabel direkt unter den dicken Fernwärmerohren hindurchgeschossen. Foto: Ulrike Nauer
ZAW-Werkleiter Peter Baj zeigt die Stelle, wo der Bohrkopf die Fernwärmerohre beschädigt hat. Etwa dort, wo das weiße Stoffstück liegt, wurden die Glasfaserkabel direkt unter den dicken Fernwärmerohren hindurchgeschossen. Foto: Ulrike Nauer
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Nachdem an der Ecke Callenberger-/Raststraße nun gut anderthalb Jahre Ruhe war, musste der Zweckverband für Abfallwirtschaft (ZAW) dort am Mittwoch erneut die Straße aufgraben. Eine Firma hatte kürzlich dicht unterhalb der Fernwärmerohre Glasfaserkabel durchs Erdreich geschossen und dabei die Ummantelung der ZAW-Rohre beschädigt. Nun muss die Frage geklärt werden, ob der komplette Leitungsabschnitt bis zum nächsten Schacht repariert werden muss, oder ob ein Provisorium ausreicht, denn 2016 wird in der Lossaustraße eine ganz neue Fernwärmetrasse gebaut. Wenn diese fertig ist, werden die Rohre in der Raststraße nicht mehr gebraucht.

Werkleiter Peter Baj hatte eigentlich gehofft, dass diese Ecke der Fernwärmeleitung den ZAW Nordwest-Oberfranken bis zur Fertigstellung der neuen Trasse nicht noch einmal beschäftigen würde. Schon 2011 und 2013 mussten - teilweise über mehrere Wochen hinweg - schadhafte Rohre ausgetauscht werden.


Kein Fernwärme-Wasser

Vor kurzem nun stellte der ZAW fest, dass sich im Schacht an der Ecke Callenberger-/Raststraße erneut Wasser, Dreck und Schlamm gesammelt hatte. "Wir haben es analysieren lassen", berichtete Peter Baj am Donnerstag beim Ortstermin. Schnell war klar: Es handelt sich nicht um Fernwärme-Wasser. "Wir hatten auch keine Wasserverluste registriert", so Baj.

Dann stellte sich heraus, dass eine Firma Glasfaserkabel mittels einer Spülbohrung durchs Erdreich geschossen hatte. Offenbar so knapp an der Fernwärmeleitung vorbei, dass der Bohrkopf die Isolation ankratzte. Am Dienstag wurde die fraglichen Stelle freigelegt, dann die Versicherung des Verursachers und Sachverständige eingeschaltet.

Die Leitung selbst sei zum Glück unbeschädigt, sagte Baj. "Die Isolation ist aber total nass. Das trocknet auch nicht mehr sondern rostet wie verrückt." Reparieren lasse sich die Ummantelung der gut 30 Jahre alten Rohre nicht. Man müsste schon die kompletten Rohre zwischen zwei Schächten austauschen. Vor dem Hintergrund, dass diese Leitung in absehbarer Zeit aber ohnehin nicht mehr benötigt wird, wäre das eine unnötige Geldausgabe. Außerdem würden die Arbeiten erneut mehrere Wochen dauern.

Die zweite Möglichkeit, die der ZAW favorisiert, wäre die provisorische Reparatur, um die Zeit bis zur Fertigstellung der neuen Trasse zu überbrücken. Dies wäre laut Baj mit etwa zehn Tagen Bauzeit zu schaffen. Sollte das Provisorium nicht halten, wäre wiederum die Versicherung des Verursachers in der Pflicht.


Arbeiter in Schutzanzügen

Egal für welche Variante sich der ZAW letztlich entscheidet, die Raststraße wird zwischen Brücken- und Callenberger Straße während der Arbeiten gesperrt. Hinzu kommt, dass das Wasser, das aus der Baugrube gepumpt wird, extra gereinigt werden muss, weil es leicht mit Benzinrückständen verunreinigt ist. Dazu werde ein rund acht Meter hoher Turm aufgebaut, in dem das Wasser geklärt werden könne, erläuterte Peter Baj. Da die Arbeiter Schutzanzüge tragen müssen, werden für sie zudem spezielle Container aufgestellt, in denen sie ihre Kleidung wechseln können. Weil Spezialfirmen beauftragt werden müssen, die eine gewisse Vorlaufzeit brauchen, kann Baj auch noch nicht genau sagen, wann mit den Arbeiten begonnen werden kann.

Heute soll zunächst die Fernwärmeleitung wieder in Betrieb genommen werden. Dann gibt es an der Ecke Callenberger-/Raststraße wieder ein gewohntes Bild: Weißer Wasserdampf steigt aus der Baugrube.
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