Coburg
Sport

Fällen und Schälen für Coburgs neue Halle

Baubeginn für die neue Dreifachturnhalle am Anger wird im Frühjahr 2016 sein. Doch bereits jetzt haben vorbereitende Maßnahmen begonnen. Wenn auch die Regierung mitspielt, soll das 8-Millionen-Euro-Projekt Mitte 2017 fertig sein.
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Foto: Oliver Schmidt
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Fundstücke des gestrigen Tages waren ein ziemlich aufgeweichter Softball und ein ebenfalls arg lädierter Fußball. Gefunden wurden sie im Gestrüpp zwischen Benno-Benz-Anlage und Bamberger Straße. Das Gestrüpp und auch so mancher Baum fallen dort in diesen Tagen der Sense oder der Kettensäge zum Opfer. "Vorbereitende Maßnahmen zum Bau der neuen Dreifachsporthalle" nennen sich diese Arbeiten offiziell. Eigentlicher Baubeginn für die neue Halle soll dann im Frühjahr 2016 sein, wie Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) in einem Gespräch informiert. Noch fehlen zwar die schriftlichen Zusagen der Regierung von Oberfranken, doch mündlich sei bereits alles besprochen, wie Birgit Weber versichert. Die Regierung gewährt demnach einen Zuschuss zu dem Projekt, dessen Baukosten auf 8,05 Millionen Euro gedeckelt sind.

"Ich freue mich, dass es endlich losgeht", bringt es Sportamtsleiter Eberhard Fröbel auf den Punkt. Der Bedarf an Trainingsmöglichkeiten sei groß - und die Hallenkapazitäten nach wie vor eng. Hinzu kommt der marode Zustand der bestehenden Anger-Dreifachhalle.


Neue Halle? Ganz neue Halle?

Abgerissen werden könnte die, sobald die neue Dreifachhalle steht - es sei denn, die bestehende Dreifachhalle wird vom Landestheater als Ausweichspielstätte benötigt. Dann wird in das marode Gebäude sogar noch einmal Geld hineingesteckt.

Während dieser Gedankenspiele rund um die "neue Angerhalle", die ja eigentlich auch schon ganz schön alt ist, und um die "ganz neue Angerhalle", die da bald in etwa 300 Metern Entfernung stehen wird, spricht Birgit Weber ein Machtwort: "Der Arbeitstitel der Halle, die wir jetzt bauen, ist ,Dreifachsporthalle an der Karchestraße'." Damit sollen nicht nur Verwechslungen vermieden werden, sondern es stimme ja geographisch viel besser.


Weiterer Weg für Schüler

Apropos, die Entfernung zum Anger: Die Kritik daran, dass Schüler künftig etwas weiter zur Turnhalle laufen müssen als bisher, kann Birgit Weber nicht nachvollziehen. "Wir reden hier von Sportunterricht!" Sprich: Die Schüler würden sich somit eben auch schon vor und nach dem eigentlichen Unterricht bewegen. Ein großer Zeitverlust sei damit auch nicht verbunden.

Aber noch einmal zurück zu den vorbereitenden Maßnahmen: Eine zumindest kleine Herausforderung stellt eine Hauptgasleitung dar, die sich im besagten Gestrüpp-Wall zur Bamberger Straße befindet. Diese müsse entsprechend gesichert werden, wenn der Wall zu einem Großteil abgetragen wird.

Aber auch "ganz unten" lauern Gefahren. Weil die Halle ein komplettes Untergeschoss haben wird, kommt man dem Grundwasser recht nahe. Das war letztlich auch der Grund, nicht schon vor dem Winter mit den Erdarbeiten zu beginnen. "So werden wir im Winter die Ausschreibungen tätigen, damit dann im Frühjahr losgehen kann", erklärt Rüdiger Jörg vom Hochbauamt. Die Bauzeit ist mit etwa einem Jahr veranschlagt, so dass die Eröffnung Mitte 2017 sein könnte.

Verschwunden sein wird bis dahin das kleine und sehr rege genutzte Rasenspielfeld. "Aber dafür wird neben der neuen Halle ein Kunstrasenplatz errichtet", informiert Eberhard Fröbel. Noch keinen Ersatz beziehungsweise noch keinen neuen Ort gibt es für die beiden Basketballkörbe, die derzeit noch an einem der Hartplätze stehen, die aber komplett der neuen Halle weichen müssen.

Spannend übrigens, wie diese Hartplätze zurückgebaut werden. "Zunächst werden sie geschält", sagt Eberhard Fröbel. Der Tartanbelag wird abgezogen und dem Recycling-Kreislauf zugeführt. Anschließend kann der Untergrund abgetragen werden. Mal schauen, ob da auch noch irgendwelche Fundstücke zu Tage kommen!
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