Dafür gab es viel Lob vom Geschäftsführer Mario Bahmann und vom Betriebsratsvorsitzenden Martin Lücke. Johannes Kraft dankte in der ihm eigenen Art: "Ich habe viel Unterstützung bekommen. Man hat mich machen lassen." Was er "gemacht" hat, heißt in der Fachwelt "Coburger Modell" und hat schon Nachahmer, wie Martin Lücke feststellte. Und über diese Coburger Besonderheit redet Johannes Kraft gern.
"Wir waren in Deutschland die erste Einrichtung, die eine Rehaklinik an ein Haus mit Maximalversorgung angegliedert haben." In der Praxis bedeutet das: Hat ein Patient zum Beispiel einen Herzinfarkt überstanden und muss noch eine Zeit in der Rehabilitation verbringen, dann kann er auf der Station von Johannes Kraft bleiben - quasi in der Nachbarschaft zum Klinikum. Die Spezialisten sind nebenan, und damit kann eine Rundum-Versorgung angeboten werden. Besonders für betagte Patientinnen und Patienten ist das von unschätzbarem Wert, weiß der Chefarzt. Denn die Geriatrie, also die Altersmedizin, ist sein Spezialgebiet.
Das Konzept, das hinter dem offensichtlichen Erfolg von Johannes Kraft steht: Nach schwerer Krankheit sollen die alten Menschen zurück in ihren Alltag finden und möglichst selbstständig leben können. Dabei geht das Team um den Chefarzt auf die Bedürfnisse der Menschen ein. "Ich frage die Patienten immer, was sie sich wünschen, was nach drei bis vier Wochen Aufenthalt bei uns anders als vorher sein soll", sagt der Professor.