Coburg
Seelsorge

Erzbischof Schick besuchte die Firma Kaeser Kompressoren in Coburg

Erzbischof Ludwig Schick besuchte die Firma Kaeser Kompressoren und interessierte sich sehr für die Mitarbeiter, deren Sorgen und Nöte.
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Hoher Besuch bei der Firma Kaeser Kompressoren (von links): Mitarbeiter René Enders, Thomas Kaeser, Erzbischof Ludwig Schick, Abteilungsleiter Bernhard Brand, Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser Foto: Gabi Arnold
Hoher Besuch bei der Firma Kaeser Kompressoren (von links): Mitarbeiter René Enders, Thomas Kaeser, Erzbischof Ludwig Schick, Abteilungsleiter Bernhard Brand, Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser Foto: Gabi Arnold
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"Die Kirche ist eben nicht nur pastoral und weltfremd, sondern wir möchten auch ganz dicht am Menschen sein." Dies, sagt Manfred Böhm von der Betriebsseelsorge im Erzbistum Bamberg, sei die Motivation für den Besuch des Erzbischofs Ludwig Schick bei der Firma Kaeser Kompressoren. Zweimal im Jahr geht der Geistliche zu Firmen in der Region, diesmal stattete er dem Coburger Unternehmen einen Besuch ab. Der katholische Geistliche unterhielt sich auch mit dem Betriebsrat über die Sorgen und Nöte der Arbeitnehmer.


Gegenseitigen Respekt gefordert

Wie der Geschäftsführer Thomas Kaeser ausführte, ist das Unternehmen in acht Niederlassungen in Deutschland präsent, es verfügt über fünf Tochterfirmen weltweit in 140 Ländern und beschäftigt weltweit 5500 Mitarbeiter. Die digitale Schnittstelle befinde sich am Standort Coburg. "Alle IT wird in Coburg gemacht", erklärte er. Drei Rechenzentren sorgen demnach in Coburg für die Datensicherheit. 120 junge Menschen, darunter auch Geflüchtete, bildet Kaeser derzeit aus. Jeder Auszubildende, betonte Kaeser, der Interesse und Motivation zeige, schaffe die Prüfung. "Einen Teil übernehmen wir und alle anderen finden zu 100 Prozent eine Ausstellung, wenn sie flexibel sind." Integration, betonte Kaeser, sei dem Unternehmen wichtig. So werde die Religion und Kultur respektiert und somit dreimal am Tag die Möglichkeit zum Gebet gewährt. " Gleichzeitig erwarten wir aber auch Respekt vor unserem Werten", so der Geschäftsführer. Bei einer Führung durch das Unternehmen in der Carl-Kaeser-Straße, wo 2000 Mitarbeiter beschäftigt sind, zeigte sich der Erzbischof beeindruckt und kam mit den Beschäftigten, zum Beispiel mit dem jungen Syrer Ayman Shanana, ins Gespräch.

Wie Norbert Jungkunz von der katholischen Betriebsseelsorge feststellte, sei der Besuch sehr positiv aufgenommen worden. "Die Mitarbeiter finden es gut, dass sich die Kirche für die Bedingungen interessiert."
Wie der Betriebsratsvorsitzende Uwe Schubert beim anschließenden Gespräch erklärte, versuche man immer in Zusammenarbeit mit dem Vorstand, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Schubert ist seit 36 Jahren im Unternehmen und seit 25 Jahren frei gestellter Betriebsrat. Die Arbeitswelt, beobachtet er, sei schnelllebiger geworden. Psychische Belastungen sollen nun nach dem Wunsch des Betriebsrates erfasst werden. Erzbischof Schick plädierte vor allem dafür, miteinander in das Gespräch zu kommen. "Das wichtigste Kapital des Unternehmens sind die guten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer."
Verdichtung betreffe aber nicht nur die Arbeitswelt, sondern insgesamt sei die Welt schwieriger geworden durch


Ludwig Schick wünscht sich mehr Ruhe in den Betrieben

Schnelllebigkeit und Informationsflut. Dies lasse sich nur gesamtgesellschaftlich lösen. "Ich wünschte mehr Ruhe und Gelassenheit in allen Bereichen", sagte der Erzbischof.

Thomas Kaeser betonte, dass seine Türen immer offen stünden für Gespräche und Vorschläge zur Verbesserung. Eine eigene Interessenvertretung für die Auszubildende lehnte er allerdings ab mit der Begründung: "Die Jugendlichen werden bei uns im Unternehmen bereits am stärksten betreut."
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