Neustadt bei Coburg
Tag des Baums

Erlen für Meilschnitz

Als Nachwuchswaldarbeiter waren Glockenbergschüler im Einsatz. 500 Schösslinge pflanzten sie ein für eine nachhaltige Forstwirtschaft im Landkreis Coburg.
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Forstrevierchef Frank Wystrach erklärte den Kindern von der Glockenbergschule am Tag des Baums die Zusammenhänge im Wald. Danach pflanzten die Schüler fleißig kleine Erlen. Fotos: Manja von Nida
Forstrevierchef Frank Wystrach erklärte den Kindern von der Glockenbergschule am Tag des Baums die Zusammenhänge im Wald. Danach pflanzten die Schüler fleißig kleine Erlen. Fotos: Manja von Nida
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"Die Erle ist des Waldes Perle" erfuhren die Glockenbergschulkinder beim Tag des Baums vom Neustadter Forstrevierchef Frank Wystrach, als sie am Donnerstagvormittag im Distrikt Meilschnitz 500 Erlen-Pflänzchen einbuddelten.

"Sie ist so schön ist, weil sie Sommerlaub trägt und das abwirft. Das verrottet schnell und düngt so den Boden. Der verbessert sich dann so natürlich", wusste Felix. "Und aus dem Erlenholz bekommt man dann auch Möbel", sagte Lara.

Außerdem werden Insekten und Vögel ebenso großen Nutzen davon haben. Im Lauf der Jahrzehnte bilde sie Wurzelknöllchen, mit denen sie Stickstoff aus nassen Böden sammle, lehrte Frank Wystrach. Korkporen am Stamm ermöglichen dann den Austausch von Sauerstoff, der mit den Blättern wieder an den Boden und ihre Wurzeln abgegeben werde.
"So wird der Boden wieder besser", betonte der Revierförster.

Die bachbegleitende Vegetation biete diesem ökologisch sehr wertvollen Laubbaum hier ideale Voraussetzungen, zumal Erlen nasse Böden lieben. "Und das Beste ist: Diese kleinen Erlenpflanzen sind aus Samen aus unserem eigenen Wald gezogen worden. Dort haben wir einen Saatguterntebestand. Das alles ist aus unserer Gegend. Die Neustadter Erle ist von hier und bleibt hier", freute den Forstrevierchef.

"Ihr habt euch sicher freiwillig gemeldet", scherzte Zweite Bürgermeisterin Elke Protzmann, als sie das Erinnerungsschild neben einer winzigen Erle verewigte. "Nein, die Glockenberger Schüler werden immer wieder gewünscht, weil wir bereits so gute Erfahrungen mit euch gemacht haben", verbesserte Wystrach. Immerhin sind Mädels und Jungs der 5. und 6. Klassen seit gut 15 Jahren emsige Waldarbeiter: Jedes Jahr zum Tag des Baums im April engagieren sie sich bei den Baumpflanzungen. Das Bauhof-Team mit Leiter Gerhard Reh freute sich, auch heuer wieder von so vielen jungen "Mitarbeitern" auf der 2000 Quadratmeter großen Pflanzfläche derart tatkräftig unterstützt zu werden. "Die Kinder waren ausgesprochen fleißig und sie haben sehr ordentlich gearbeitet. Wir haben noch nie so viele Pflanzen ausgesetzt wie in diesem Jahr", sagte Wystrach.

Mit der Glockenbergschule habe man bereits mit sehr vielen Pflanzen viele Flächen bepflanzt und das mit einen hervorragenden Anwuchs, erinnerte Wystrach. Das Bauhofteam habe dabei immer die Vorarbeit geleistet und auch die Erdlöcher präpariert. "Die nachfolgenden Generationen werden es uns danken, wenn die Erlen groß geworden sind", sagte Protzmann zu den jungen Glockenbergern.

"Bei Sonne kann das jeder, bei Regen ist die Arbeit eben etwas anspruchsvoller", schmunzelte Wystrach, "und daher gehe ich auch von 105 Anwuchs-Prozent aus". Und irgendwann wollen die Mädels und Jungs ihren Bäumen einen Besuch abstatten, meinten sie.


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