"Wird dein Husten bös und böser, dann nimm Weiss'schen Hustenlöser." Das war einer der vielen Slogans , mit denen die ehemalige "Bonbonfabrik Rudolph Weiss" für ihre Spezialitäten warb. Bei Alt-Coburgern war die Firma am Albertsplatz als "Bonbon-Weiss" bekannt. Für ehemalige Lutherschüler war es es nur ein Katzensprung zur Tüte Bonbons für zehn Pfennige.
"Die Fabrik existierte von 1860 bis 1974. Damit das nicht in Vergessenheit gerät, werden rechts und links vom Schriftzug auch diese beiden Jahreszahlen noch festgehalten", erzählt Werner Weiss.
Über ein Jahrhundert wurde im geschichtsträchtigen Gebäude die Zuckermasse über einer mit Koks geschürten Feuerstelle in Kupferkesseln erhitzt und mit "geheimen" Essenzen angereichert. Die Produktpalette war groß und beschränkte sich nicht auf Bonbons. Es gab auch Mandelschnitten, feine Pralinen, Kokosflocken, Nougat- und Pfefferminzstangen, Schokoladen- Osterhasen sowie Weihnachtsmänner. Der Verkaufsschlager jedoch waren die Glühweinbonbons, von denen heute noch manch ehemaliger Kunde schwärmt. "Deshalb lasse ich den Schriftzug auch im Rot der Glühweinbonbons gestalten", sagt Werner Weiss.
Im Rahmen der späteren Umwandlung der Fabrikräume in Wohnungen wurde die große Feuerstelle Stein für Stein akribisch abgetragen, nummeriert und in einem Depot für das zukünftige Stadtmuseums eingelagert. Die handbetriebene Bonbon-Prägemaschine und eine Vielzahl von historischen Bonbonwalzen existieren auch noch.
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