Coburg
Handwerk

"Erfolgreiche strahlen das aus"

Die Coburger Friseurmeisterin Julia Göring ist "Unternehmerin des Jahres" - auch, weil sie für ihren Beruf mit Leidenschaft brennt.
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Julia Göring hat ihren Salon im Blick und die Scheibe der "Unternehmerin des Jahres" in der Hand. Foto: Simone Bastian
Julia Göring hat ihren Salon im Blick und die Scheibe der "Unternehmerin des Jahres" in der Hand. Foto: Simone Bastian
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Sie enthält die Unterlagen, die die junge Chefin von fünf Mitarbeitern für die Bewerbung zusammenstellen musste. 40 Stunden dauerte das, "dabei hab ich gar nicht so viel Zeit". Aber Julia Göring war dann selbst überrascht, wie viel da in den verschiedenen Bereichen zusammenkam. An manches hätte sie selbst nicht mehr gedacht, zum Beispiel an den Tag, als sie ein Covergirl für den Playboy stylte. Oder an all die Modeevents, wo sie mit ihrem Team für die passenden Frisuren sorgte.

Die Mühe hat sich gelohnt: "Die 32-jährige Inhaberin von ,Friseur Julia Göring Intercoiffure‘ überzeugte die Jury mit einer Bewerbung, die sowohl von der Aufmachung als auch inhaltlich beeindruckte", heißt es in der Mitteilung von der Preisverleihung. Um den Titel bewerben durften sich Unternehmerinnen, die von ihren Mitarbeitern vorgeschlagen worden waren.Von den rund 60 Chefinnen reichten dann 33 eine Bewerbung ein.
Der Zentralverband hatte den Preis erstmals ausgelobt, um die Öffentlichkeitsarbeit für Frauen im Friseurhandwerk zu stärken und ihren enormen Einfluss zu unterstreichen, wie es in der Mitteilung heißt.


Botschafterin des Handwerks

Ziele, die auch Thomas Zimmer nur unterschreiben kann. Der Präsident der Handwerkskammer Oberfranken erfuhr erst im Nachhinein, dass eine Meisterin aus seinem Zuständigkeitsbereich den erstmals vergebenen Preis gewonnen hatte. Von der Eröffnung der Berufsmesse des Handwerks am Mittwoch kam er deshalb in den Salon, um persönlich zu gratulieren. "Solche Botschafter des Handwerks brauchen wir, die das authentisch rüberbringen."

In Julia Göring hat er eine solche Botschafterin gefunden: "Handwerk ist toll", sagt die Friseurmeisterin, die sich vor zehn Jahren mit ihrem eigenen Salon selbständig gemacht hat. Sie bildet aus, gibt Kurse - und bildet sich selbst auch immer wieder fort. Deshalb habe sie sich auch der Vereinigung Intercoiffure angeschlossen, erzählt sie. "Es ist toll, wenn man sein Wissen teilen kann, denn dann wird es mehr." Über die Vereinigung hat sie auch ihren Lebensgefährten kennengelernt, in dessen Salon in Feucht sie auch drei Tage in der Woche mitarbeitet - "und am Wochenende machen wir Schulungen zusammen".


Berufstraum erfüllt

Kosmetikerin und Visagistin habe sie immer schon werden wollen, erzählt die junge Chefin von fünf Mitarbeitern. Nach dem Gesellenbrief im Friseurhandwerk im Januar 2004 hängte sie sofort den Meisterkurs an, den sie im Dezember 2004 abschloss. Derzeit erfüllt sie sich ihren Berufstraum, indem sie eine Ausbildung zum Make-Up-Artist macht. "Ich liebe das, was ich mache", sagt sie.

"Die Erfolgreichen lieben ihr Handwerk und strahlen das aus", bestätigt Jens Beland, der namens der Kreishandwerkskammer zum Titel gratulierte. Er lud Julia Göring ein, bei der nächsten Berufsmesse mitzumachen. Dort wirbt das Handwerk bei Schülern um Nachwuchskräfte.

Friseurin gilt als Traumberuf bei Mädchen - doch nicht alle eignen sich gleich gut, sagt Julia Göring, die auch schon angehende Meister ausgebildet hat. "Wenn ich als Kunde zum Friseur gehe, möchte ich sicher sein, dass der sein Handwerk versteht. Ich bin fachlich sehr streng, das sagen auch meine Mitarbeiter. Aber ich bin auch immer für sie da."

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