Coburg
Einkaufsverhalten

Einkaufen in Coburg: Erst online, dann bummeln gehen

Die Konsumenten nutzen das Internet gern, um sich vorab über das Angebot in der Innenstadt zu informieren.
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Wochenmarkt in Coburg: Damit die Innenstadt attraktiv bleibt, greift die Stadt dem Einzelhandel in Sachen Online-Auftritt unter die Arme, mit Hilfe des bayerischen Wirtschaftsministeriums. Foto: Jochen Berger/CT-Archiv
Wochenmarkt in Coburg: Damit die Innenstadt attraktiv bleibt, greift die Stadt dem Einzelhandel in Sachen Online-Auftritt unter die Arme, mit Hilfe des bayerischen Wirtschaftsministeriums. Foto: Jochen Berger/CT-Archiv
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Wissen geht vor Einkauf. Über Informationen aus dem Internet sollen Menschen und Kunden wieder den Einkaufswert der Innenstadt erfahren - und nutzen. Daher engagiert sich die Stadt Coburg beim Projekt "Digitale Einkaufsstadt". Ziel ist, den Einzelhandel in der Innenstadt gegenüber der Konkurrenz auf der grünen Wiese und der aus dem Internet bestehen zu lassen. Neben Coburg erfahren Pfaffenhofen an der Ilm und Günzburg als Modellstädte dabei die Unterstützung des bayerischen Wirtschaftsministeriums.


Nach einem ersten Treffen der Akteure aus diesen drei Städten in der Landeshauptstadt wissen Karin Engelhardt als Leiterin der Stabsstelle E-Government und Citymanager Jörg Hormann, dass Coburg schon einige Schritte zurückgelegt hat, um die Digitalisierung des mittelständischen Einzelhandels zu befördern. "Wir machen jetzt keinen neuen und weiteren Onlineshop. Das müssen die Händler schon selbst machen", hat Engelhardt am Freitag bei einem Pressegespräch in der Regimentsstube des Rathauses falschen Vorstellungen sogleich Einhalt geboten.


Zusammen mit Citymanager Jörg Hormann und Andreas Kücker von der Agentur Klickfeuer und Betreiber der Seite gocoburg.de, präsentierte sie einen Zwischenstand nach dem ersten Treffen in München vor zwei Wochen. Gocoburg ist das offiziellen Schaufenster der Stadt, wo sich inzwischen mehr als 350 Geschäfte präsentieren. Viele nur mit Name, Lage im Stadtplan, Öffnungszeiten, dem Angebot und Verlinkungen zur eigenen Homepage oder dem zugehörigen Onlineshop. "Damit sind wir schon sehr weit", so Engelhardt. Vor allem deshalb, weil an der Itz Handel und Stadt eng zusammenarbeiten.


Facebook-Sprechstunde

Für die Ladenbesitzer sollen künftig Qualifizierungen in Sachen Online-Auftritten angeboten werden, eine "Sprechstunde" zum Thema soziale Medien wird es geben. "Es ist für die Einzelhändler wichtig zu wissen, wie sie etwa Facebook nutzbringend einsetzen können", stellt Karin Engelhardt klar. Denn die Kunden- und Besucherfrequenz in der Innenstadt ist vorhanden. Das hat eine Umfrage in den drei Modellstädten ergeben, "erstaunlicherweise mit ähnlichen Ergebnissen".


Offenbar wurde, "dass die meisten der Bürger gerne in die Innenstadt kommen". Über ein Drittel der Befragten nutzen danach vor einem Innenstadtbummel das Internet, um sich über die Angebote des lokalen Handels zu informieren. Ein Viertel kommt mehrmals in der Woche in die Innenstadt, einmal pro Woche ist ein weiteres Viertel dort zu finden. Im Hintergrund, aber nicht minder wichtig ist nach den Worten der Coburger E-Government-Chefin, dass die Angaben, etwa von Telefonnummern oder Öffnungszeiten, auch stimmen. "Deshalb wird es nur noch eine große Datenbank geben."


Weiter hat sich die Digitale Einkaufsstadt Coburg die Vernetzung und gegenseitige Unterstützung mit Firmen und Institutionen auf die Fahne geschrieben. Schließlich sollen die Einzelhandelsgeschäfte auf Internetseiten wie gocoburg.de oder coburg.de besser präsentiert sein.


Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) weiß dazu aus seinen Gesprächen auf überregionaler Ebene: "Das Thema ist überall präsent, der Leidensdruck der Einzelhändler ist groß".


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