Coburg
Organisator und Geschäftsführer der Agentur Markatus, Martin Rohm, stand uns Rede und Antwort.

Eine Nacht der Kontraste - Interview mit Organisator Martin Rohm

Die 8. Nacht der Kontraste steht vor der Türe. Beim Interview sprüht Martin Rohm vor Engagement und Vorfreude. Lassen Sie sich anstecken und streichen Sie sich Samstag, 8. September, rot im Kalender an, um „Coburgs schönste Nacht“ auf keinen Fall zu verpassen.
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Was ist das Besondere an der Nacht der Kontraste?
Martin Rohm: „Da sind die vielen Kontraste aus Hell und Dunkel, Alt und Jung, Lebendigkeit und Besinnlichkeit, Altbekanntem und verblüffend Neuem, klassischer Kultur und experimentellen Inszenierungen. Man erlebt vermeintliche bekannte Orte in einem ganz neuen Licht, entdeckt aber jedes Mal wieder Orte, die sonst nicht zugänglich sind. Man genießt die besondere Mischung aus Informationen, Installationen und Illuminationen und freut sich über kulturelle und kulinarische Erlebnisse. Und man trifft überall Bekannte, mit denen man „Coburgs schönste Nacht“ verbringen kann. Obwohl Tausende unterwegs sind, ist die Stimmung heiter und entspannt.“

Wie ist es möglich, ein solches Angebot zu einem so günstigen Preis anbieten zu können?
Martin Rohm: „Das liegt an der Begeisterung, mit der viele an diesem Event mitwirken. Firmen stellen Material zur Verfügung oder erbringen Dienstleistungen. Die Stadt fördert die Veranstaltung. Die beteiligten Institutionen stellen nahezu ihr gesamtes Personal ab. Und auch viele Künstler sind bereit, dieses Festival durch moderate Gagen zu einem Erfolg werden zu lassen.“

Welche Herausforderung bringt die Organisation mit sich?
Martin Rohm: „Im Vorfeld muss man ein Motto finden, das Interesse weckt, das fasziniert und wie ein roter Faden die unterschiedlichen Orte – Gruft oder Galerie – miteinander verbindet.
Dann gilt es die dazu passenden Künstler zu engagieren, die Finanzierung sicher zu stellen, die Idee verbal und visuell zu kommunizieren. Die Nacht selbst bringt dann ganz spezielle Herausforderungen und Risiken mit sich: Menschenmassen, Dunkelheit, historisches Ambiente mit zum Teil wertvollen Kunstschätzen… Als Organisator stellt man sich Fragen wie „Reicht der Strom, die Zahl der Eintrittsbändchen, das Wechselgeld, oder das Essen und die Getränkevorräte der beteiligten Wirte?“

Was inspirierte die Verantwortlichen zum Motto „FrageZeichen“?
Martin Rohm: „In jedem Museum, jeder Galerie, jeder Burg, jeder Kirche trifft man auf Dinge, die einem Rätsel aufgeben: Wozu diente das? Wer hat das geschaffen? Wie alt ist das? Was wollte der Schöpfer, ob Komponist, Bildhauer oder Maler, damit ausdrücken? In den letzten Jahren gab ich den Besuchern ein konkretes Motto vor, z.B. Masken – Mythen und Menschenbilder, oder ein abstraktes Thema wie „Transformation“, oder ging auf ein historisches Daum ein (Prinz Albert, Coburg und England). Diesmal wollte ich auf Dinge hinweisen, die rätselhaft oder geheimnisvoll sind und deshalb Fragen hervorrufen. So füllte ich ein Programmheft voller Fragen – und überlasse es den Besuchern, nachts vor Ort selbst die Antworten zu entdecken. Ich gestehe, dass ich selbst am meisten gespannt bin über den Ausgang dieses Experiments.“

Welche Orte muss man unbedingt besucht haben – und warum?
Martin Rohm: „Eigentlich sind alle 20 Schauplätze einen Besuch wert. Dafür hat man ja auch jede Menge Zeit: genauer gesagt neun Stunden von Beginn des Theaterfests um 16.00 Uhr bis zum Ende der Museumsnacht um 1.00 Uhr. Aber man sollte sich nicht den Stress antun, alles erleben zu wollen. Besser ist es, sich nach seinem eigenen musikalischen oder kulinarischen Geschmack seine eigene Route zusammenstellen. Hilfreich dabei sind das Programmheft und die Homepage der Stadt Coburg:  www.coburg.de/museumsnacht . Wer sich’s einfach machen möchte, bummelt von Station 1 bis 20 oder umgekehrt – und bleibt hängen, wo es ihm gefällt.“

Wie erleben Sie persönlich die Nacht der Kontraste?
Martin Rohm: „Sehr kontrastreich: Es ist einerseits der längste und stressigste Arbeitstag des Jahres – andererseits auch der schönste, wenn man sieht, dass sich Jung und Alt, Einheimische und Gäste zu Tausenden von den Angeboten und dem Ambiente faszinieren lassen.“
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