Coburg
Bausenat

Eine Industriebrache in Coburg lebt auf

Aus dem ehemaligen Brockardt-Gelände wird ein neuer Stadtteil. Edeka baut auf dem Milchhofgelände einen Markt und ein Parkhaus. Auch Wohnungen entstehen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Edeka will das Gelände des früheren Betonwerkes Brockardt verwerten. Entstehen sollen dort Wohnungen, auch für Studenten und Senioren. Foto: Christoph Winter
Edeka will das Gelände des früheren Betonwerkes Brockardt verwerten. Entstehen sollen dort Wohnungen, auch für Studenten und Senioren. Foto: Christoph Winter
+1 Bild
Der Edeka-Markt am Vorderen Floßanger wird auf das Gelände des ehemaligen Milchwerkes am Kanonenweg umziehen. In der Sitzung des Bau-und Umweltsenats am Mittwoch berichtete Stephan Köhler, dass die Firma Edeka Nordbayern auf der etwa 500 Meter Luftlinie entfernen Industriebrache einen neuen Verbrauchermarkt mit Backshop errichten möchte. Der neue Edeka-Markt soll eine Verkaufsfläche von etwa 2050 Quadratmetern (Backshop maximal 160 Quadratmeter) haben. Am Vorderen Floßanger verfügen das E-Center und der separate Getränkemarkt über rund 2600 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Das Vorhaben von Edeka ist im Senat auf einhellige Zustimmung gestoßen. "Nach 20 Jahren gibt es endlich eine sinnvolle Wiederverwendung für das Gelände", so Jürgen Oehm (CSU). "Eine schlüssige Planung, für die wir dankbar sein müssen", meinte Peter Kammerscheid (Pro Coburg), während Hans-Heinrich Ulmann (CSB) von einer "wichtigen Entwicklung" und einem "neuen Stadtteil" sprach. CSU-Stadtrat Max Beyersdorf würdigte das "tolle und vor allem ausdauernde Engagement" des Unternehmens.

Neben dem Gelände des früheren Milchhofes am Kanonenweg ist auch das Areal des einstiges Betonwerkes Brockardt in die ehrgeizigen Pläne des Edeka-Konzerns mit einbezogen. Nachdem sich das Handelsunternehmen mit allen betroffenen Grundstückseigentümern einigte, hat Edeka umfangreiche Vorarbeiten und Untersuchungen auf dem weitläufigen Areal ausführen lassen. Gesucht wurde nach Altlasten, wobei einige Asbestplatten und Schlacke gefunden wurden. "Kampfmittel aus dem Weltkrieg sind nicht aufgetaucht", so Köhler. Fauna und Flora wurden kartiert, Auswirkungen auf die Nachbarn unter die Lupe genommen.


Auch Parkhaus geplant

Wo heute Mitarbeiter der Arbeitsagentur ihre Wagen abstellen, soll der Parkplatz für den Edeka-Markt angelegt werden. Der Einkaufsmarkt selbst folgt im Anschluss und wird neben dem Fußweg nach Neuses errichtet und maximal neun Meter hoch aufragen. Gleich dahinter an der Bahnlinie Coburg - Sonneberg ist ein Parkhaus mit etwa 300 Stellplätzen in offener Bauweise vorgesehen. Aus Gründen des Lärmschutzes wird die Fassade zu den Wohnungen geschlossen. Eine neue Straße vom Kanonenweg führt zu dem Parkhaus, auf den Parkplatz und nimmt die Anlieferung des Lebensmittelmarktes auf.

Auf dem restlichen Gelände ist neben Wohnungen, Studentenwohnheim auch der Bau eines Senioren- und Pflegeheims denkbar. Edeka wird diese Grundstücksflächen an private Investoren weiter verkaufen. Daher waren am Mittwoch auf den Plänen nur graue Kästen als Platzhalter zu sehen. Die Verkehrsanbindung dieses Bereichs soll vom Kalenderweg aus erfolgen. Ein Fuß- und Radweg führt entlang des Rottenbachs in Richtung Innenstadt. Der zum Großteil heute noch verrohrte Rottenbach soll verlegt, wieder als natürlicher Bach in Erscheinung treten und als grüne Achse des Gebietes dienen.


56 Bäume müssen fallen

Für die Neubauten müssten 56 Bäume gefällt werden, erklärte Norbert Köhler vom Architekturbüro. Insgesamt wurden auf dem Areal 87 Bäume mit einem Stammumfang von 80 Zentimetern kartiert. Dem Parkhaus muss auch eine stattliche Linde weichen, was allgemein im Umweltsenat bedauert wurde. Der Vorhabens- und Erschließungsplan sieht im Gegenzug mehr als 120 neue Bäume vor.

In der nächsten Zeit wird der Vorhaben- und Erschließungsplan öffentlich ausgelegt. Die Anwohner will Edeka über die Absichten bei einer eigenen Veranstaltungen informieren.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren