Coburg
Jahresrückblick

Coburg 2016: Ein Weihnachtsbaum für die Queen, der HSC im Aufstiegs-Jubel

Was in den letzten zwölf Monaten für Schlagzeilen in der Region sorgte: Hier gibt es einen Querschnitt der interessantesten Themen und Ereignisse.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Weihnachtsbaum für die Queen, jubelnde Handball-Fans bei der Aufstiegsfeier auf dem Markt, Landestheater-Intendant Bodo Busse auf dem Sprung nach Saarbrücken, Horrorclowns in Rödental und die Therme Natur in Jubiläumsstimmung zum 40-jährigen Bestehen.Fotos: Archiv
Ein Weihnachtsbaum für die Queen, jubelnde Handball-Fans bei der Aufstiegsfeier auf dem Markt, Landestheater-Intendant Bodo Busse auf dem Sprung nach Saarbrücken, Horrorclowns in Rödental und die Therme Natur in Jubiläumsstimmung zum 40-jährigen Bestehen.Fotos: Archiv
+8 Bilder
Was wird in Erinnerung bleiben von diesem Jahr 2016 in Coburg Stadt und Land? In einer spektakulären Aktion hat die britische Queen einen Weihnachtsbaum aus Coburg geschenkt bekommen.

Das ZDF hat der Vestestadt mit seinem Weihnachtskonzert des Bundespräsidenten reichlich Aufmerksamkeit beschert. Und im Sommer geriet Coburg nicht nur beim Samba-Festival im Begeisterung, sondern mindestens ebenso sehr beim Bundesliga-Aufstieg des HSC 2000. Und Intendant Bodo Busse überrascht im Frühjahr mit der Nachricht, dass er das Landestheater 2017 verlassen wird, um Intzendant des Staatstheaters Saarbrücken zu werden. Viel war los in den letzten zwölf Monaten. Hier finden Sie einen Querschnitt der interessantesten Themen unseres Jahresrückblicks.

 


Eine Tanne geht auf Reisen:

Coburg schickt Königin Elizabeth einen Weihnachtsbaum


Es ist das Coburger Medienereignis des Jahres: Im Callenberger Forst wird am 11. November eine Tanne gefällt. Es ist nicht irgendeine Tanne, denn sie ist für eine sehr prominente Empfängerin bestimmt. Coburg schenkt der englischen Königin, Elizabeth II., einen Weihnachtsbaum. Schließlich hat der aus Coburg stammende Prinzgemahl Albert einst die Tradition des Weihnachtsbaums nach Großbritannien gebracht.


Durch den Forst wuselt am 11. November ein ansehnliches Grüppchen aus Journalisten aller Sparten, verfolgt den Baum auf Schritt und Tritt. Einen Tag später verabschieden sich die Coburger auf dem Albertsplatz von der Tanne, die bereits reisefertig auf dem Lkw liegt.

Drei Tage später ist der Baum an seinem Ziel angekommen. Direkt vor Schloss Windsor wird er aufgestellt und mit den eigens angefertigten Lichterketten der Cortendorfer Firma Hellum und den 2000 mundgeblasenen goldenen Glaskugeln aus Lauscha geschmückt. Neben den Kugeln wird auch eine Weihnachtsgurke zwischen den Zweigen versteckt.

Genau eine Woche, nachdem die Nordmanntanne in Coburg auf die Reise geschickt wurde, werden in Windsor vor Hunderten von Schaulustigen zum ersten Mal die Lichter am Baum eingeschaltet. Das Coburger Christkind und Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber übermitteln von der Bühne aus weihnachtliche Grüße aus Coburg. uso


 


Traditionsgeschäfte schließen - Depot und Markthalle stehen schon in den Starlöchern

 

Im Coburger Einzelhandel tut sich 2016 einiges: Mit dem Modehaus Kaspar und dem Schuhhaus Heyder kündigen gleich zwei Traditionsgeschäfte ihre Schließung an. Die Kaspar-Verkaufsfläche am Markt übernimmt die Kette "Depot", wer künftig in den Heyder-Räumen in der Spitalgasse logiert, ist noch nicht bekannt. Das Gebäude auf der Mauer, in dem einst Matzer & Worsch Mode verkaufte, hat mit der Wohnbau Stadt Coburg, der ohnehin ein Teil des Komplexes gehört, einen neuen Nutzer gefunden.


Im Frühjahr 2016 feiert das Modehaus Kaspar am Markt noch sein 50-jähriges Bestehen, im Oktober verkünden Katrin und Manfred Ptok, die das Haus seit 1998 leiten, das Aus zum Jahresende. Der Grund: die hohen Mietpreisforderungen des Immobilieneigentümers. Ein Nachmieter ist schnell gefunden: Ab Januar wird die Kette "Depot" auf zwei Etagen und rund 600 Quadratmetern Fläche Wohnaccessoires, Design-Artikel und Kleinmöbel anbieten.
Voran geht es auch mit der Markthalle am Albertsplatz. Der größte Teil der vorgesehenen Flächen ist vermietet. Betreiber Werner Häfele wollte ursprünglich ausschließlich regionale Produkte und Spezialitäten anbieten, hat das Konzept aber inzwischen etwas abgewandelt. Neben Gastronomie und Lebensmitteln (unter anderem in einer Bäckerei-Filiale und im Geschäft "Liaison au Chocolat") wird es auf 350 Quadratmetern nun auch Mode, Accessoires und Schuhe geben. Ziel ist es, bis zum nächsten Sambafestival, also Mitte Juli 2017, zu eröffnen.
Das rund 3000 Quadratmeter große frühere Matzer & Worsch-Gebäude steht seit März 2015 leer. Interessenten aus dem Textil-Einzelhandel hat es wohl gegeben, doch zu einem Angebot kam es nicht. Nun zieht die Coburger Wohnbau voraussichtlich im Frühjahr mit ihrer Verwaltung vom Heiligkreuz in das Gebäude um. Um etwaigen Fragen zuvor zu kommen, informiert die Wohnbau am Bauzaun mit dem Slogan: "Wir wissen noch nicht genau, wann wir eröffnen - aber es wird pünktlich sein." uso


 


Die ICE-Neubaustrecke ist fast fertig. Aber sie führt an Coburg vorbei -

die Einschleifung ändert daran nur wenig

Wer es positiv sehen will, sagt, dass Coburg immerhin eine Steigerung um 50 Prozent erreicht habe: Drei mal täglich sollen ICE-Züge in jede Richtung ab Dezember 2017 in Coburg halten - früh, am Nachmittag und abends. So wurde es am 24. Juni in Coburg verkündet. Für diesen Termin war eigens Bayerns Innenminister Joachim Hermann und Bahnvorstand Berthold Huber angereist, zuständig für den Fernverkehr. Vorher hatte die Bahn nur zwei ICE-Halte in jede Richtung in Tagesrandlage zugesagt.


Gemessen daran, dass die hiesigen Politiker und die IHK einen "ICE-Systemhalt" gefordert haben, sind drei Halte pro Richtung wenig. Dann müssten die Züge zweistündlich über Coburg fahren. Das aber werden sie nicht tun. Dafür haben die Coburger stündlich Anschluss in Bamberg. Das ist allerdings weniger der Bahn zu verdanken als dem Freistaat, der zwischen Bamberg und Coburg Regionalexpresszüge auf der Neubaustrecke bestellt hat. In diesen Zügen, die alle zwei Stunden fahren sollen, schrumpft die Fahrzeit zwischen Coburg und Bamberg auf 25 Minuten. Im Wechsel damit fahren weiterhin Regionalexpresszüge alle zwei Stunden auf der alten Strecke über Ebersdorf und Lichtenfels.


Die Bauarbeiten an der Neubaustrecke wurden 2016 planmäßig abgeschlossen. Von Januar bis Mitte September war der Zugverkehr zwischen Lichtenfels und Hallstadt unterbrochen. Die Bahn hatte das damit begründet, dass ein Ausbau der Strecke unter Verkehr weitaus länger dauern würde.

Am 9. September führt die Bahn auch die erste Fahrt auf der Neubaustrecke durch. Der Dieseltriebzug nimmt zwar nur vier Kilometer zwischen Roth und dem Froschgrundsee unter die Räder, aber es ist die erste offizielle Fahrt mit Ehrengästen auf der Neubaustrecke.

Im Oktober beginnen die Testfahrten mit ICE-Zügen. 23 Minuten braucht der Zug bei Höchstgeschwindigkeit von Erfurt bis Unterleiterbach. Doch die Testfahrten fördern auch zutage, dass die Zeit an den lang schon errichteten Brücken nicht spurlos vorübergegangen ist. Ein Pfeiler der Füllbachbrücke, auf der die Einschleifstrecke zum Coburger Bahnhof verläuft, hat sich abgesenkt. Die Bahn bezeichnet es als Versicherungsfall.

Außerdem hat die Bahn begonnen, die Bahnsteige im Coburger Bahnhof auszubauen. Es werden zwei ertüchtigt, so dass auch zwei Züge gleichzeitig in Coburg halten können.

Die Jungfernfahrt des ICE auf der Neubaustrecke wird übrigens an Coburg vorbei führen: Für Sonntagmorgen ist kein ICE-Halt in der Vestestadt vorgesehen. Wenn es bei den zuletzt genannten Zeiten bleibt, heißt es erstmals um 15.06 Uhr "Abfahrt ICE nach München". sb


 


HSC gelang 2016 der große Wurf



16 Jahre nach Gründung des Vereins sind die "Gelb-Schwarzen" am Ziel ihrer Träume: Der Aufstieg in die stärkste Liga der Welt wurde 2016 perfekt gemacht.

Die Begeisterung rund um den HSC 2000 Coburg war an den Tagen des Triumphes riesengroß - mehrere Hundert Fans feierten ihre Helden auf dem Coburger Marktplatz - und ist ungebrochen. Und das ist durchaus bemerkenswert, denn in der 1. Handball-Bundesliga ist das Team von Trainer Jan Gorr regelmäßig krasser Außenseiter und deutliche Niederlagen blieben bisher nicht aus. Obwohl das Team erst sechs Punkte auf dem Konto hat, ist die Chance auf den Klassenerhalt nach wie vor gegeben.
Einen Aufschwung erlebten 2016 zweifelsohne auch die Coburger Basketballer, die spätestens seitdem klar ist, dass der BBC Coburg von Brose unterstützt wird, nach Höherem strebt. Dabei betont Vereinschef Wolfgang Hörnlein aber immer wieder, wie wichtig ihm und seinen Mitstreiter dabei die Tugenden Bescheidenheit und Vernunft sind. Mit kleinen Schritten und einer gesunden Basis wollen die "Korbjäger" nach oben. Als Aufsteiger sorgen sie allerdings schon wieder für einen Boom, denn zur Winterpause führen sie die Tabelle der 1. Regionalliga an und haben sogar den Sprung in die Pro A vor Augen.
Aufgestiegen und schon wieder auf Platz 1 - das kann auch der TSV Sonnefeld für sich in Anspruch nehmen. Die Fußballer wurden Kreisliga-Meister in Coburg und führen nun in der Bezirksliga West das Feld mit einem respektablen Vorsprung an. Die Weichen für einen sensationellen Durchmarsch in die Landesliga haben die Jungs um Erfolgstrainer Bastian Renk jeweils gestellt.
Groß war die Freude aber vor allem auch beim VfL Frohnlach - als Bayernligist immer noch der ranghöchste Fußballklub der Region. Den Klassenerhalt "nach Verlängerung" hatten nämlich nicht einmal mehr die Zweckoptimisten auf dem Schirm. Doch dem scheidenden Trainer Stefan Braungardt gelang tatsächlich das "Wischi-Wunder" in der Relegation.oph



 


Intendant Bodo Busse verlässt 2017 das Landestheater und Chef in Saarbrücken


Gewaltig "Smoke on the Water", nicht nur in der rockigen "Schatzinsel" von Schauspielchef Matthias Straub, einem der Erfolgsmusical des Jahres, umwaberte das ganze Jahr das Landestheater Coburg. Mittlerweile hat sich der Nebel samt dem herrschenden Gefühl der Unsicherheit über dem renommierten Dreispartenhaus am Schlossplatz gelichtet, zumindest in der für die Zukunft des Hauses entscheidenden Frage nach der Interims-Spielstätte während der Generalsanierung. Am 15. Dezember entschied sich der Stadtrat einstimmig für einen einfachen Zweckbau in Leichtbauweise mit 350 Zuschauerplätzen, der auf dem Platz der abzureißenden Angerturnhalle errichtet wird.
Klingt jetzt alles so logisch. Doch obwohl am 31. Dezember 2018 die Betriebsgenehmigung für das Landestheater weg ist, war eben bis eben gar nicht klar, wo und wie in der auf drei bis vier Jahre zu planenden Generalsanierung ein Theaterbetrieb weiterlaufen könnte, der das Publikum auf Dauer hält und zumutbar für die etwa 250 Mitarbeiter ist. Viel zu spät drang die Dringlichkeit des Problems ins Bewusstsein eines Teils der politischen Kräfte der Stadt. Und am 12. Dezember riefen acht Coburger Stadträte von Pro Coburg, CSU und FDP plötzlich in einer gewaltigen Rolle rückwärts nochmals danach, alles im Laufe dieses Jahres Geprüfte über Bord zu werfen und - vielleicht - auf eine Art Tourneebetrieb zwischen alten Fabrikhallen und sonst sich bietenden Gelegenheiten zu setzen.


Dann geht der Intendant

Dabei war Anfang des Jahres nach fast zehnjährigen zähen Verhandlungen endlich ein Übereinkommen mit dem Eigentümer des 1840 eröffneten Coburger Theaters, dem Freistaat Bayern, erzielt worden. Im Januar stimmte der Stadtrat der Finanzierungsvereinbarung zu. Von den auf 64 Millionen Euro veranschlagten Sanierungskosten wird der Freistaat 75 Prozent übernehmen.
Dazwischen hagelte auch noch die Nachricht, dass Intendant Bodo Busse Coburg im Sommer nächsten Jahres verlassen wird. Er wird Intendant des Staatstheaters Saarbrücken. Womit der eben erst neu ins Amt getretene Verwaltungsdirektor Fritz Frömming sehr schnell die Riesenaufgabe nicht nur der Vorbereitung der Generalsanierung zu schultern, sondern in der unsicheren kommunalpolitischen See gleich Kapitänseigenschaften zu beweisen hatte.
Und Theater im eigentlichen Sinne? Ja, gab es auch 2016, mit nach wie vor künstlerisch herausragenden Produktionen wie "Der Rosenkavalier", Büchners Schauspiel "Dantons Tod", mit "Orpheus in der Unterwelt" einen köstlichen Offenbach, mit vor Witz und satirischem Geist sprühenden Blockbustern wie Barry Manilows "Copacabana" sogar in deutscher Erstaufführung, mit überregionalem Lob und Auszeichnung für das ästhetisch alles andere als provinzielle Theater, aber auch mit der Verweigerung des Publikums für einen bestimmten, von Busse ebenso hoch gehaltenen Inszenierungsstil, den wir hier pauschal als modernistisch grau bezeichnen wollen. Das traf zuletzt sogar Beethovens "Fidelio". - Manches Coburger Theater, das lief 2016 tatsächlich unter "kaum vorstellbar". C.H.



 


Gar nicht komisch: Horrorclowns treiben ihr Unwesen



Von Amerika aus schwappt eine üble Sitte nach Europa herüber. Viele halten die Typen, die sich als gruselige Clowns verkleiden und Leute erschrecken, zuerst für ein Problem großer Städte. Dort gibt es auch die ersten Übergriffe. Doch Ende Oktober ändert sich das.
Es gibt die ersten Meldungen aus der Region. Gleich zweimal kurz nacheinander bedroht dann ein Horrorclown Jugendliche in Mönchröden. In einem Fall greift er einen Jungen sogar an. Mit Unbehagen sehen die Sicherheitsbehörden dem näher rückenden Halloweentag entgegen. Doch Übergriffe durch Typen in Hanswurstaufmachung bleiben aus. So rasch sich die Horrorclown-Masche verbreitet hat, so rasch ebbt sie ab. Zumal sich in immer mehr Städten Cliquen bilden, die regelrecht Jagd auf die Clowns machen wollen.
Der Rödentaler Täter, der sogar eine Kettensäge dabei hatte, wurde nicht gefasst. Er tauchte aber auch nicht wieder auf. rlu


 


Therme Natur in Bad Rodach feiert Jubiläum:

Neue Ideen für eine 40-Jährige



Die "Therme Natur", die Rodach den Titel einer Bad-Stadt verschafft hat, feiert nach turbulenten Jahren ihr 40-jähriges Bestehen. Stadt und Landkreis waren dort mit finanzieller Beteiligung eingestiegen, um den Fortbestand der Einrichtung zu sichern, die als wichtiger weicher Standortfaktor für die Region gesehen wird. Mit Lutz Lange und Stine Michel bekommt das Bad eine neue Geschäftsführung, und die steckt voller Ideen. Gute Ideen offenbar, denn die Besucherzahlen steigen an. So lenkt etwa der Weltrekord im Aquacycling Aufmerksamkeit auf Bad Rodach und seine Therme, es gibt Übernachtungen im Bad und besondere Veranstaltungen zu Weihnachten oder Silvester. Zielgerichtete Werbung tut ein übriges, damit die Therme eine Zukunft hat. rlu



 


Der Landkreis unter Spannung


Die Energiewende hinterlässt ihre Spuren auch im Landkreis. Abgesehen von der Ankündigung, dass die Strompreise 2017 deutlich ansteigen werden, bewegt die Landkreisbürger die Frage, ob weitere Stromtrassen durch die Region gebaut werden sollen oder nicht.

Bald ist von fünf drohenden Projekten die Rede, dann gibt es wieder Entwarnung - zumindest für einen Teil der Vorhaben. Schließlich zeigt eine Untersuchung, dass mit der Zunahme von Stromerzeugung aus alternativen Quellen im Süden vielleicht gar nicht so viel Strom von der See zu uns befördert werden muss.

Die Netzausbaupläne landen auf dem Prüfstand. Doch dass die gerade fertig gestellte Starkstromtrasse entweder ertüchtigt oder durch eine weitere ergänzt werden muss, scheint weiter Gültigkeit zu haben.

Die politische Vorgabe, wo es möglich ist, auf Erdverkabelung zu setzen, stößt keineswegs auf ungeteilte Begeisterung. Erdkabel für Höchststromtrassen sind noch teurer als Leitungen auf Masten. Sie gelten als weniger wartungsfreundlich, wenn es Schäden gibt und vor allem leidet auch unter ihnen die Landschaft, weil über ihnen keine nennenswerte Vegetation zugelassen werden kann. Beim Ausbau alternativer Energieerzeugung geht es im Landkreis rasch voran. Der Bauernverband zählt 21 Biogasanlagen. Dabei sind kleinere Anlagen, die vor allem der Güllevergasung dienen, gar nicht mitgerechnet.

Auf unzähligen Dächern finden sich Solaranlagen. Dazu kommen große Freilandanlagen. Im Kreisgebiet vermerkt die Genehmigungsbehörde Anlagen auf 16 Hektar Land. Führend ist aber Neustadt, das eine eigene Genehmigungsbehörde hat.

Zu bereits vorhandenen Anlagen auf etlichen Hektar Fläche kommt in diesem Jahr eine weitere bei Birkig, die allein 24 Hektar umfassen wird.

Auch der Wind wird immer stärker als Energiequelle angezapft. Um eine Anlage im Itzgrund wird zunächst heftig gerungen, weil Anwohner sich dagegen stellen. Die Gemeinde setzt sich aber durch. Über ein Bebauungsplanverfahren erfolgt die Genehmigung, und wenig später wird mit dem Bau der vier Windräder begonnen.


Grenzwerte überschritten

Ein Windpark mit fünf knapp 200 Meter hohen Rotormasten bei Sonnefeld findet zunächst breite Akzeptanz. Doch als die Anlagen stehen, wendet sich die Stimmung. Anwohner der umliegenden Dörfer klagen über störende Geräusche.

Bei genauem Hinhören stellen Fachleute schließlich fest, dass tatsächlich die Grenzwerte ab einer bestimmten Windstärke überschritten werden. Es muss nachgebessert oder abgeschaltet werden, um den gesetzlichen Rahmen wieder einzuhalten. rlu
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren