Meschenbach
Konzertreise

Ein Traum ging in Erfüllung

Jennifer Wittmanns Solostimme riss in China die Besucher zu wahren Begeisterungsstürmen hin. Die junge Meschenbacherin ist noch in der Gesangsausbildung in Mainz, aber bereits ein gefragter Tournee-Star.
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Jennifer Wittmann   war in China der Star eines großen Konzert-Galaabends.  Nahezu 4000 Besucher feierten die gebürtige Meschenbacher Sängerin im Anschluss mit stehenden Ovationen. Foto:  Freie Philharmonie Bonn
Jennifer Wittmann war in China der Star eines großen Konzert-Galaabends. Nahezu 4000 Besucher feierten die gebürtige Meschenbacher Sängerin im Anschluss mit stehenden Ovationen. Foto: Freie Philharmonie Bonn
"Es war wie ein Traum." Jennifer Wittmanns Augen leuchten, wenn sie an die China-Reise denkt, wo sie zwölf Wochen mit der Freien Philharmonie Bonn gastierte, als Solistin auf den großen Bühnen stand und Tausende von Menschen mit ihrem Gesang begeisterte. Jennifer Wittmanns Liebe, Leidenschaft und Herzblut gehören der Musik. In Mainz studiert sie am Peter-Cornelius-Konservatorium klassischen Gesang. In die Heimat nach Meschenbach kommt die junge Frau nur selten.

"Ich habe immer mit Spaß gesungen, aber ich habe nie gedacht, dass ich damit mal Geld verdienen werde", sagt die 26-Jährige und fügt hinzu: "Eigentlich wollte ich nach dem Abitur Jura studieren oder die Firma meines Vaters übernehmen." Dass sie eines Tages im fernem Asien auf den großen Bühnen steht, daran hatte sie vor ein paaren Jahren überhaupt noch nicht gedacht.

Jennifer Wittmann hat einige Jahre das Gymnasium Alexan
drinum besucht, wo sie auch im Schulchor gesungen hat. "Der Chorleiter hat meine Stimme rausgehört", erinnert sie sich. Bald half die junge Schülerin den "großen" Sängern des Oberstufenchors der Schule aus, wenn Not am Mann war und dies tat sie mit Begeisterung.

"Das Singen war für mich immer ein Ausgleich zur Schule", erzählt sie. Als Jennifer Wittmann auf ein Internat wechselte, fiel die Entscheidung zugunsten der Musik. Gut, dass es Lehrer gab, die das Talent des jungen Mädchens erkannten. "Ich hatte zum Glück immer Lehrer, die mich gefördert und unterstützt haben", sagt die 26-jährige Meschenbacherin. Auf die Aufnahme in die Hochschule hat sich Jennifer Wittmann nach dem Abitur an der Berufsfachschule für Musik in Kulmbach vorbereitet, um das hohe Niveau, das verlangt wird, zu erreichen.

Gefragt, getan


Wie kam es zu der Reise in das ferne Asien? Die Freie Philharmonie Bonn, erzählt Jennifer Wittmann, sei ein Projektorchester, das sich ursprünglich gegründet habe, um den Erdbebenopfern in Japan zu helfen. "Der Erfolg des Benefizkonzertes war sehr gewaltig, dass man beschlossen hat weiter zu machen", erklärt die junge Frau. Gesucht wurde ein Gesangssolist. "Sie haben mich singen gehört, gefragt und ich habe zugesagt. Im Moment habe ich ja noch die Zeit", lacht die junge Künstlerin. In zwölf chinesischen Städten standen die Musiker in der Zeit vom 20. Dezember 2011 bis zum 6. Januar 2012 auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Die Konzertsäle, erzählt Jennifer Wittmann, seien riesige Tempel und viele Besucher müssten aus den hintersten Winkeln mit Ferngläsern auf die Bühne blicken.

"Am ersten Abend habe ich vor 4000 Menschen gesungen", erzählt sie bewegt. "Dass da so viele Menschen sind, wusste ich vorher nicht. Durch die Scheinwerfer habe ich die Menge nicht gesehen, sonst hätte ich super Lampenfieber gehabt." Die Chinesen waren von Jennifer und dem Orchester hellauf begeistert. "Es gab stehende Ovationen und glückliche Gesichter. Das ist ein besonderer Kick." Zum Ausruhen kam die junge Frau während der Tournee kaum, denn nach fünf Stunden Schlaf hieß es rein in den Flieger und auf zum nächsten Konzert. "Es gab Temperaturunterschiede von 22 Grad plus bis Minus zehn Grad. Ich bin an meine Grenzen gekommen. Aber es war ein sehr, sehr schönes Gefühl, dass ich es geschafft habe."

"Ich höre nie Radio"


Jetzt übt Jennifer Wittmann weiter täglich viele Stunden Gesang und feilt an ihrem Talent. "Zu 80 Prozent ist das Studium ein Selbststudium, man muss sehr diszipliniert sein." Hört sie neben der Klassik auch andere Musik, wie Pop oder Rock? Jennifer Wittmann schüttelt den Kopf. "Ich mache nie das Radio an, um Musik zu hören. Meine Liebe gilt der Klassik, ich verbringe den ganzen Tag damit. Hier fühle ich mich zu Hause." Hat sie einen Lieblingskomponisten?

Die Künstlerin muss nicht überlegen: "Ich liebe Giacomo Puccini. In der Oper "La Bohéme" die Mimi singen, das ist es." Aber es müssen nicht immer die großen Bühnen sein, Jennifer Wittmann ist glücklich, wenn die Menschen glücklich sind. Wie unlängst, als sie bei einen Liederabend im Meschenbacher Bräustübla aufgetreten ist. "Die Resonanz war überwältigend." Wie geht es weiter? "Die chinesischen Veranstalter waren begeistert, Ende diesen Jahres fliegen wir wieder dorthin", sagt sie. Und damit nicht genug: "Im Jahr 2013 ist eine USA-Tournee geplant."

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