Sonnefeld
Landesentwicklung

Ebersdorf, Sonnefeld und Weidhausen verbünden sich

Auf ein Neues - die Gemeinden Ebersdorf, Sonnefeld und Weidhausen planen einen erneuten Vorstoß, um gemeinsam als Mittelzentrum eingestuft zu werden.
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Ebersdorf, Sonnefeld und Weidhausen wollen gemeinsam als Mittelzentrum eingestuft werden.Grafik: Klaus Heim
Ebersdorf, Sonnefeld und Weidhausen wollen gemeinsam als Mittelzentrum eingestuft werden.Grafik: Klaus Heim
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Das hat schon fast historische Dimensionen: Am Montag, 26. September, findet um 19 Uhr in der Sonnefelder Domäne eine gemeinsame Sitzung der Gemeinderäte Ebersdorf, Sonnefeld und Weidhausen statt. Wenn es nach dem Ebersdorfer Bürgermeister Bernd Reisenweber (BG) geht, soll von dieser Sitzung ein deutliches Signal an den Freistaat Bayern ausgehen: Die drei Industriegemeinden am "Polstermöbel-Highway" B 303 wollen gemeinsam als Mittelzentrum eingestuft werden.


"Wenn jetzt nicht, dann die nächsten 20 Jahre nicht mehr", sagt Reisenweber mit Blick auf das bayerische Landesentwicklungsprogramm, das sich derzeit im Stadium der Fortschreibung befindet. Im Klartext: Wenn Ebersdorf, Sonnefeld und Weidhausen gemeinsam als Mittelzentrum eingestuft werden wollen, dann müssen sie jetzt die Initiative ergreifen.
Wie das Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat mitgeteilt hat, müssen Stellungnahmen zum aktuellen Landesentwicklungsprogramm bis Mitte November beim Ministerium vorliegen.

So ganz neu ist die Idee vom gemeinsamen Mittelzentrum ja nicht. In den 90-er Jahren gab es schon einmal einen Vorstoß in diese Richtung. Bernd Reisenweber kann sich daran erinnern: "Die Sache ist damals knapp gescheitert." Unter anderem der schwache Einzelhandelsumsatz in den drei Gemeinden wurde damals vom Freistaat Bayern als Grund herangeführt, dass die kommunale Achse an der B 303 nicht die Bedeutung eines Mittelzentrums erreichte. "Heute", sagt der Ebersdorfer Bürgermeister, "ist das anders" - und verweist auf die neuen Supermärkte, die in allen drei Gemeinden in den vergangenen Jahren entstanden sind.


Bernd Reisenweber hat sich den aktuellen Stand des Landesentwicklungsprogramms und die für Oberfranken vorgesehenen Mittelzentren angeschaut. "Was die zu bieten haben, gibt es bei uns locker auch", zeigt sich der Ebersdorfer Bürgermeister selbstsicher. Gut, eine Polizeidienststelle fehle vielleicht in allen drei Orten. Aber sonst sei man gut aufgestellt. Das sieht auch Markus Mönch, parteiloser Bürgermeister in Weidhausen, so. Deshalb sein Aufruf: "Wir Gemeinden dürfen nichts unversucht lassen." Als Mittelzentrum habe man gute Chancen, bei der Vergabe von öffentlichen Geldern und Investitionen im ländlichen Raum eben nicht hinten runter zu fallen.


Was ist denn da so wichtig?

Aber was ist denn so wichtig daran, als Mittelzentrum zu gelten? Auf diese Frage muss Reisenweber nicht lange überlegen. "Gerade bei Schulansiedlungen und größeren Einzelhandelsprojekten haben Mittelzentren deutlich größere Chancen", erklärt der Bürgermeister dann. Aufklärung zur strukturellen Bedeutung der Mittelzentren liefert auch ein 20-seitiges Strategieheft des Heimatministeriums, auf das Pressesprecherin Tina Dangl verweist. Dort steht: "Mittel- und Oberzentren haben auch weitere Vorteile bei der Ansiedlung von Einzelhandelsunternehmen. Möbel- oder Baumärkte sind zum Beispiel nur in Mittel- oder Oberzentren zulässig."


Gerade die wirtschaftliche Entwicklung des östlichen Landkreises ist es, die Reisenweber sowie seine Amtskollegen im Mittelpunkt ihrer Initiative sehen. Bernd Reisenweber blickt ohne Neid, aber dennoch nicht ganz sorgenfrei auf die Entwicklungsachse entlang der neuen B 4 von Rödental nach Neustadt: "Wir müssen aufpassen, dass wir im Vergleich dazu nicht abgehängt werden." Michael Keilich (CSU), Bürgermeister von Sonnefeld, denkt da auch an die Bildungsregion. "Als gemeinsames Mittelzentrum", da ist Keilich felsenfest überzeugt, "wird uns ein Mittelschulstandort nicht so schnell wegbrechen."


Bernd Reisenweber weiß aber auch, dass der Freistaat Bayern nicht gerade scharf darauf ist, sein nahezu fertig entwickeltes Landesentwicklungsprogramm noch einmal zu ergänzen. Dafür bräuchte es schon ein "starkes Signal" - wie etwa einen einstimmigen Beschluss bei einer gemeinsamen Gemeinderatssitzung. "Wir müssen dokumentieren, wir gut wir jetzt schon zusammenarbeiten", wünscht sich der Ebersdorfer Bürgermeister. Ist ist dabei aber auch klar: Vor dem "starken Signal", steht die Aufgabe, erst einmal die politische Basis vor Ort zu überzeugen. Reisenweber weiß von Bedenken, dass das Mittelzentrum der erste Schritt einer "kleinen Gebietsreform" auf dem Weg zur Einheitsgemeinde sein könnte. "Kein bisschen in diese Richtung", versichert der Ebersdorfer Bürgermeister, gehe der Vorstoß zum gemeinsamen Mittelzentrum.
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