Coburg
Innenstadt

Durchblick im und für Coburger Steinweg

Wie Wohnbau, Citymanagement und Hochschule dazu beitragen wollen, dass sich in dem künftigen Sanierungsgebiet eine Aufbruchstimmung entwickelt.
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Der Frosch muss weichen: Wohnbau und Citymanagement planen im Schlick-Gebäude im Steinweg eine "Sanierungswerkstatt". Foto: Simone Bastian
Der Frosch muss weichen: Wohnbau und Citymanagement planen im Schlick-Gebäude im Steinweg eine "Sanierungswerkstatt". Foto: Simone Bastian
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"Das Schlickgebäude soll in den nächsten Wochen ertüchtigt werden." Diese Mitteilung versandte Citymanager Jörg Hormann am Montag die Einzelhändler im Steinweg. Gemeint ist mit "Schlickgebäude" der Steinweg 29, das Ladengeschäft des ehemaligen Hofschlachters Schlick.

Die Tafel mit dem herzoglichen Wappen, das den Metzger als Hoflieferanten auswies, ist schon vor Jahren verschwunden. Die Schaufenster sind durch Plakate verklebt, die eigentlich für den Steinweg als Einkaufsmeile werben sollen. Doch auch sie sind über die Jahre hinweg etwas unansehnlich geworden. Sie kommen weg, verspricht Hormann. "Die Fenster und die Eingangstür werden erneuert und das Obergeschoss mit einem Banner verkleidet, das ein altes Abbild der Fassade tragen soll."

Der frühere Verkaufsraum, ein ehemaliges Büro und die "Wurstküche" sollen als Ausstellungsraum und Baubude dienen, schreibt Hormann. Christian Meyer verwendet hier das Wort "Sanierungswerkstatt". Meyer ist Geschäftsführer der Wohnbau Stadt Coburg (WSCO), der das Gebäude seit einigen Jahren gehört. Außerdem ist die Wohnbau Sanierungsträgerin für den Bereich Steinweg und somit für die Rahmenplanung zuständig. Hormann zufolge sollen "in den nächsten drei Jahren hier Informationen nicht nur zum Sanierungsgebiet Steinweg an Bürger und Betriebe weitergegeben werden".

Zumindest lautet so der Plan. Doch ob er auch umgesetzt werden kann, hängt davon ab, ob es die Fördermittel gibt. Deshalb will Christian Meyer noch nicht allzu viel über die Details sagen. Jörg Hormann zufolge können die Fördermittel nur für Projekte beantragt werden, die drei Jahre lang laufen und ganzjährig Veranstaltungen vorsehen. "Da muss Leben rein, das darf kein reiner Ausstellungsraum werden. Das ist das Ziel von Wohnbau, Stadt und Hochschule." Dass die Hochschule sich beteiligen wird, geht schon aus Hormanns Mitteilung hervor. Demnach soll am Mittwoch, 18. Mai, eine Veranstaltung der Hochschule im Schlickgebäude stattfinden.

Offiziell in Betrieb gehen soll die "Sanierungswerkstatt" dann am Tag der Städtebauförderung am Samstag, 21. Mai. Dann will die Stadtverwaltung Hormann zufolge verschiedene Aktionen anbieten - unter anderem Führungen durchs Schlickgebäude und zum Thema Sanierungsgebiet. Auch die Händler können sich beteiligen, wirbt Hormann: "Sollten Sie sich an diesem Tag vor Ihrem Ladenlokal präsentieren wollen, übernehmen wir gern die Genehmigung inklusive Gebühren."

Die "Sanierungswerkstatt" solle ein erstes Zeichen für das künftige Sanierungsgebiet setzen und eine Aufbruchstimmung erzeugen, hofft Meyer. Denn um den Steinweg zu erneuern brauche es einen langen Atem. "Der Steinweg soll so schön werden wie die Ketschenvorstadt. Aber auch die Ketschenvorstadt hat zehn Jahre gedauert." Es gehe darum, die zentrale Achse der Innenstadt von Ketschentor bis Steinweg zu stärken, sagt Meyer. "Diese Achse muss florieren und intakt sein, dann werden wir eine lebendige Innenstadt behalten."


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