Dörfles-Esbach
Kommunalwahl

Dreikampf um den Gemeinderat in Dörfles-Esbach

Beim Urnengang am 16. März buhlen CSU, SPD und der vor eineinhalb Jahren formierte "Unabhängige Bürgerverein" um die Gunst des Wahlvolks.
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Wenn es nach der SPD geht, soll das Einkaufsgebiet in der "Ziegelei" neue Impulse erhalten. Foto: Berthold Köhler
Wenn es nach der SPD geht, soll das Einkaufsgebiet in der "Ziegelei" neue Impulse erhalten. Foto: Berthold Köhler
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Wenn Bayern am 16. März wählt, werden die Bürger von Dörfles-Esbach mit besonderem Interesse auf den Ausgang der Gemeinderatswahl blicken. Zur Wahl stehen die Kandidaten der drei auch bislang im Gremium vertretenen Parteien oder Wählergruppen von CSU und SPD sowie des Unabhängigen Bürgervereins Dörfles-Esbach (UBV).

"Wir sind für alles offen", sagt Stephan Valtin, Vorsitzender des UBV und 3. Bürgermeister der Gemeinde. Die Erfolgsaussichten bei der Kommunalwahl könne er nur sehr schwer einschätzen. Derzeit hält der UBV acht von insgesamt 16 Mandaten im Kommunalparlament.

"Der Zweite Bürgermeister und ein weiteres wichtiges Gemeinderatsmitglied kandidieren nicht mehr. Da brechen Stimmenfänger weg", so Valtin. Außerdem müsse sich auch erst zeigen, wie die Neugründung vor eineinhalb Jahren bei den Wählern ankomme; damals trat der Vorstand der Freien Wähler komplett zurück und gründete eine neue Wählergruppe - den UBV. Für die Zeit nach der Wahl hat der UBV ein umfangreiches Programm ausgearbeitet.

Wohnformen für Senioren

Da geht es um die Sicherung des Nahverkehrs, den Erhalt der örtlichen Grundschule und die Weiterentwicklung der Jugendpflege. Aktuellen Entwicklungen und gerade dem demographischen Wandel müsse man offensiv und zukunftsorientiert begegnen, so die Zielsetzung. Darüber hinaus seien alternative Wohnformen für Senioren zu errichten, damit diese möglichst lange eigenständig wohnen und wirtschaften können. Zur Unterstützung der Wirtschaft vor Ort müsse zudem auch ein entsprechendes Bewusstsein bei den Bürgern geschaffen werden.

"Hier lebe ich gern, hier kaufe ich auch ein", bringt Valtin das Motto auf den Punkt. Die "Aktivierung von Mitbürgern" sei im Übrigen auch ein Stichwort, das im Zusammenhang mit dem Ausbau und der Stärkung des Ehrenamtes an sich Hand in Hand gehe. "Wir müssen Beteiligungsprozesse in der Gemeinde initiieren, zum Beispiel beim Ausbau von Spielplätzen", so der Kommunalpolitiker.

Ganz konkrete Vorhaben stehen auf dem Plan der SPD in Dörfles-Esbach. Die wichtigsten Projekte für die Zeit nach der Wahl seien eine Reaktivierung - möglicherweise auch ein Ausbau - des Gebietes "Ziegelei" als ortsnahe Einkaufslage, der Ausbau und die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt "Neustadter Straße" sowie die Weiterentwicklung und stärkere Anbindung des Ortsteils "Passchendaele Kaserne" an die übrigen Ortsteile, wie der stellvertretenden Ortsvorsitzende Klaus Martin erläutert.

CSU will mindestens vier Sitze

Darüber hinaus wolle man die bisherige gute Jugendarbeit in der Gemeinde beibehalten oder sogar noch verstärken und Freizeiteinrichtungen und Angebote für ältere Mitbürger schaffen. Auch die Beseitigung der straßenbaulichen Mängel, insbesondere an der Zufahrt zum Ortsteil "Passchendaele Kaserne", müsse in Angriff genommen werden.

Und die Erwartungen an die Wahl selbst? "Die CSU hatte ursprünglich vier Sitze im Gemeinderat", so Martin. Nachdem nun aber während der laufenden Legislaturperiode ein Gemeinderatsmitglied zum UBV gewechselt ist, verfügt die CSU derzeit nur noch über drei Mandate. "Wir streben an, wieder zumindest vier Sitze, wenn möglich fünf Sitze im Gemeinderat zu erreichen", hofft der Rechtsanwalt.

Die SPD hält bereits fünf Gemeinderatssitze. "Unser Wahlziel ist es, mindestens wieder fünf Ratssitze zu erreichen - plus x", sagt der Ortsvereinsvorsitzende Detlef Wilhelm. Besonders am Herzen liegt seiner Partei der Erhalt und Ausbau der Lebensqualität in der Gemeinde. "Wir wollen die Auswirkungen des demographischen Wandels in allen Bereichen gestalten und durch eine auch weiterhin in allen Lebenslagen ansetzende Familienfreundlichkeit unseren Beitrag leisten, dass in Dörfles-Esbach ein Lebensumfeld herrscht, in dem man gerne mit Kindern und Jugendlichen und auch im Alter lebt", so Wilhelm.

Wohnungen für Senioren

Diese Aufgabe sei nur durch eine gemeinsame Anstrengung aller Generationen zu stemmen. Neben der demographischen Entwicklung erfordere zudem die zunehmende Zahl an Haushalten mit Alleinerziehenden in den verschiedenen Bereichen der Kommunalpolitik besondere Beachtung.

Dementsprechend sind auch die Schaffung moderner und seniorengerechter Wohnkonzepte, die gezielte Wohnbau- und Grundstückspolitik mit Ansiedlung von Neubürgern, die Förderung der Jugend sowie von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen als wichtige Schlagworte der Partei zu nennen.

Darüber hinaus sei auch eine nachhaltige Energiepolitik in den Bereichen Strom, Wärme und Energieeffizienz, insbesondere in den kommunalen Gebäuden, von Bedeutung, so der Ortsvorsitzende.

Auch Infrastrukturverbesserungen (zum Beispiel schnelles Internet) müssten nach wie vor vorangetrieben werden; die Mittelstands- und Gewerbeansiedlung mit dem Ziel der Vermehrung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen und der Folge einer Verbesserung der Situation bei der Gewerbesteuer sei aktiv zu unterstützen.


In Dörfles-Esbach stehen drei Listen zur Auswahl

Kandidaten Bei der anstehenden Kommunalwahl können die stimmberechtigten Dörfles-Esbacher am 16. März unter diesen Kandidaten wählen, die auf drei verschiedenen Listen antreten werden. Dazu zählt auch der erst vor eineinhalb Jahren formierte "Unabhängige Bürgerverein":

CSU 1. Thomas Meckel; 2. Florian Bertges; 3. Klaus Martin; 4. Rolf Bätz; 5. Matthias Schmidt; 6. Jörg Lusky; 7. Christian Sturm; 8. Monja Machold-Friedel; 9. Michael Hanus; 10. Norbert Walter; 11. Andreas Edler; 12. Klaus Kaiser; 13. Diana Hofmann; 14. Nicole Bätz; 15. Nicolaus Sedlmayer; 16. Klaus Bittner

SPD 1. Dietmar Baumgärtner; 2. Heide-Marie Wimmer; 3. Reiner Thiel; 4. Norbert Rose; 5. Nicole Krank; 6. Ingeburg Grill; 7. Frank Eckstein; 8. Paul von Brockdorff; 9. Kerstin Hofmann; 10. Wolfgang Hörnlein; 11. Matthias Hofmann; 12. Helga Wilhelm; 13. Herbert Weinert; 14. Detlef Wilhelm; 15. Elisabet Baumgärtner; 16. Thomas Jeschor

Unabhängiger Bürgerverein 1. Stephan Valtin; 2. Rottraud Lindner; 3. Volker Weigang; 4. Torsten Dohnalek; 5. Peter Schneider; 6. Peter Friedel; 7. Markus Krieger; 8. Heiko Weigand; 9. Manfred Dehler; 10. Carola Scheler; 11. Florian Obert; 12. Andreas Waltz; 13. Benjamin Schmidt; 14. Björn Knauer; 15. Martin Piekert; 16. Reinhard Schad
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