Rödental

Doppeltes Glück hält schon 50 Jahre

Zwei Schwestern haben sich vor 65 Jahren zur gleichen Zeit verliebt und geheiratet. Jetzt feierten beide Familien auch zusammen eiserne Hochzeit.
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Jetzt feierten die Ehepaare Anna und Egon Franz und Katharina und Peter Dekorsy ( von links) das Fest der eisernen Hochzeit. Bürgermeister Marco Steiner gratulierte. Foto: Gabi Anrold
Jetzt feierten die Ehepaare Anna und Egon Franz und Katharina und Peter Dekorsy ( von links) das Fest der eisernen Hochzeit. Bürgermeister Marco Steiner gratulierte. Foto: Gabi Anrold
Das war eine Aufregung gestern bei den Familien Dekorsy und Franz in Rödental. Mit gutem Grund: Das Fest der eisernen Hochzeit feiert man schließlich nicht alle Tage und noch dazu doppelt. Vor 65 Jahren heirateten die Schwestern Katharina und Anna Peter Dekorsy und Egon Franz und meisterten seitdem Höhen und Tiefen gemeinsam. Heute freuen sie sich vor allem über die große Familie und die trifft sich mindestens einmal im Jahr.
Alle vier, Katharina und Peter Dekorsy, Anna und Egon Franz, kennen sich seit der Kindheit. Sie kamen im rumänischen Banat, einer deutschen Enklave, zur Welt, wo sie auch aufwuchsen. Während die jungen Männer zum Kriegsdienst eingezogen wurden, flüchteten die Schwestern mit den Eltern aus dem Heimatdorf Uivar und fanden schließlich nach Umwegen in Mönchröden eine neue Heimat.

Die Schwestern Katharina und Anna waren 15 und 16 Jahre, als sie auf einem landwirtschaftlichen Anwesen ein Zuhause und eine Arbeit fanden. Dort begegneten sie ihren späteren Ehemännern wieder, die beiden jungen Männer kamen aus der Kriegsgefangenschaft zurück und landeten wie viele Banater zufällig im heutigen Rödental, wo auch die Schwestern lebten. Sie besuchten sich und "bandelten"an, der Funke sprang über. Katharina verliebte sich in Peter und Anna verliebte sich "stark" in ihren Egon. Drei Jahre später, am 12. November 1949, führten die Männer die Frauen zum Traualtar. Es war ein regnerischer, kalter Novembertag, als sich die beiden Paare in der Kirche in Neustadt das Ja-Wort gaben.
"Anschließend ging es zum Fotografen", erinnern sich die Jubelpaare und zeigten das stolz Hochzeitsbild. Die Doppelhochzeit hatte in erster Linie wirtschaftliche Gründe. "Das Geld war knapp, zwei Hochzeiten hätten sich unsere Eltern gar nicht leisten können," erzählt Anna Franz. Annas Ehemann Egon Franz fand eine Anstellung im Annawerk, wo er bis zur Rente arbeitete und auch Anna verdiente immer dazu. Zwei Kinder gehen aus der Ehe hervor: Sohn Helfried wurde 1952 geboren und Tochter Annette komplettierte im Jahr 1961 die Familie. Inzwischen freuen sie sich über sechs Enkelkinder und acht Urenkel. Vier Generationen wohnen auf einem Grundstück, auch das Anwesen von Katharina und Peter Dekorsy grenzt unmittelbar an.
Das Jubelpaar Katharina und Peter Dekorsy hat drei Kinder, die Tochter und die beiden Söhne wurden in den Jahren 1951, 1953 und 1958 geboren. Peter Dekorsy arbeitete zunächst im Annawerk und machte sich nach der Meisterprüfung im Jahr 1963 als Fliesenleger selbständig. Sein Geschäft führte er bis zu seinem 68. Lebensjahr und das liegt 20 Jahre zurück. Seine "Kathi" arbeitete als Keramikmalerin bei der Firma Goebel und als der jüngste Sohn zur Welt kam, war sie als Heimarbeiterin beschäftigt. Gerne erinnert sie an die Zeit, als sie15 Jahre in der Küche des Altenheim der Awo in Rödental arbeitete. "Ihre selbst gebackenen Kuchen waren legendär", erinnert sich die Tochter.

Rezept für glückliche Ehe

Unerschütterlich gingen die Eheleute ihre Wege, die nicht immer frei von Stolpersteinen waren. Mittlerweile haben sie sechs Enkelkinder und vier Urenkel, die verstreut in ganz Deutschland leben. Die beiden Jubelpaare pflegten viele Jahre gemeinsame Hobbys, zum Beispiel das Kegeln. Heute lässt die Gesundheit dies nicht mehr zu. Aber im großen Garten fühlen sie wohl. Noch viele gemeinsame Jahre und vor allem Gesundheit wünschen sie sich. Auf die Fragen nach dem Rezept für eine glückliche und lange Ehe, hat Anna Franz eine einfache Antwort: "Man darf nach einem Streit nicht nachtragend sein und sollte nicht ins Bett, ohne sich wieder versöhnt zu haben." Am kommenden Sonntag wird im großen Kreis der Familie gefeiert, gestern überbrachte Bürgermeister Marco Steiner Glückwünsche der Stadt Rödental zum seltenen Jubiläum.
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