Coburg
Dankbarkeit

Die wunderbare Rückkehr eines Smartphones in Coburg

Eine Schülerin des Casimirianums verliert ihr Smartphone, ein Asylbewerber findet es. Diese Geschichte bewegt die ganze Schule.
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Lolita G. ist glücklich, dass sie ihr Smartphone wieder hat. Foto: privat
Lolita G. ist glücklich, dass sie ihr Smartphone wieder hat. Foto: privat
Es ist ein Vorgang, wie er wohl zigfach pro Tag in Bayern passiert. Eine Person verliert etwas, eine andere findet den gesuchten und vermissten Gegenstand. Wenn der Finder ein rechtschaffener Mensch ist, behält er das Gefundene nicht einfach, sondern meldet sich, zum Beispiel im Fundbüro.

Im vorliegenden Fall hat eine Schülerin des Gymnasiums Casimirianum ein Smartphone verloren - und wieder bekommen. Aber nicht im Fundbüro. In einem Bericht an das CT schreibt Lolita G. von ihrer Verzweiflung: "Als ich neulich in der Mittagspause - bei angenehmeren Temperaturen als aktuell - im Coburger Hofgarten unterwegs war, kam mir mein Smartphone abhanden. Leider war es auch nach langer Suche nicht mehr aufzufinden. Enttäuscht und verzweifelt musste ich in die Schule zurückgehen und quälte mich mit Selbstvorwüfen durch den restlichen Tag."


Sie schreibt an sich selbst

Wie ging es dann weiter? Zu Hause angekommen, bat Lolita ihren Bruder, als letzte Möglichkeit eine SMS an ihr Mobiltelefon zu senden, welche die Bitte beinhaltete, dass der Finder dieses Geräts sich doch melden sollte. Noch am selben Tag überraschte Lolita und ihren Bruder eine englischsprachige Antwort.

Es stellte sich heraus, dass ein Asylbewerber das Smartphone der Gymnasiastin gefunden hatte. Sie und der Finder vereinbarten einen Treffpunkt, und tatsächlich konnte die junge Frau freudestrahlend den sehnlichst vermissten Gegenstand bei dem Finder abholen. Er ist ein Asylbewerber. "Dabei durfte ich kurz einen freundlichen und sehr höflichen jungen Mann kennenlernen, der sich schon innerhalb kurzer Zeit gute Deutschkenntnisse angeeignet hatte. So konnte ich mich sehr leicht bei ihm bedanken", berichtet Lolita.


Das Gute im Menschen sehen

Doch rein auf diesem Vorgang der Rückgabe will die Schülerin dieses Erlebnis nicht beruhen lassen. Sie nimmt es zum Anlass, an Mitmenschlichkeit im Umgang mit Migranten zu appellieren. Denn "zugleich wurde mir, und wird hoffentlich vielen an dieser konkreten Situation deutlich, wie überzeugend durch diesen jungen Asylanten die leider heutzutage weit verbreiteten Vorurteile gegenüber solchen Menschen ,mit Migrationshintergrund' widerlegt werden." Lolita betont, in Schulen sollte weiterhin daran gearbeitet werden, derartige Vorurteile abzubauen. Und weiter: "Wir am Gymnasium Casimiranum setzen uns zum Ziel, Menschen aufzuklären und sie davon zu überzeugen, dass es keinen Unterschied macht, aus welchem Teil der Welt jemand stammt. Mit dieser schönen persönlichen Erfahrung möchte ich, Schülerin am Casimirianum, einer ,Schule ohne Rassismus, einer Schule mit Courage', allen nahelegen, das Gute in allen Menschen zu sehen und sich für eine weltoffene Gesellschaft einzusetzen."
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