Meeder
Milchwerke

Die Nachfrage nach Käsespezialitäten aus Meeder steigt

Die Genossenschaft schreibt weiter eine Erfolgsgeschichte und kann mit Zuversicht in die Zukunft blicken.
Artikel drucken Artikel einbetten
Hohen Besuch konnten bei der Generalversammlung der Milchwerk Oberfranken West Geschäftsführender Direktor Ludwig Weiß (links) und Vorstandsvorsitzender Harald Reblutz begrüßen. Sie empfingen in ihrer Mitte die seit Anfang Mai amtierende Bayerische Milchkönigin Sonja Wagner aus Wonsees. Die 21-jährige studiert Lebensmanagement und repräsentiert nun zwei Jahre lang das Milchland Bayern und besucht als Botschafterin für regionale Milch- und Käseprodukte Messen, Pressetermine und Verbrauchervera...
Hohen Besuch konnten bei der Generalversammlung der Milchwerk Oberfranken West Geschäftsführender Direktor Ludwig Weiß (links) und Vorstandsvorsitzender Harald Reblutz begrüßen. Sie empfingen in ihrer Mitte die seit Anfang Mai amtierende Bayerische Milchkönigin Sonja Wagner aus Wonsees. Die 21-jährige studiert Lebensmanagement und repräsentiert nun zwei Jahre lang das Milchland Bayern und besucht als Botschafterin für regionale Milch- und Käseprodukte Messen, Pressetermine und Verbraucherveranstaltungen. Foto: Henning Schuster
Selbst wenn die Milchwerke Oberfranken West eG im Geschäftsjahr 2016 erneut mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen hatte: Die Genossenschaft schreibt weiter eine Erfolgsgeschichte und kann mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Immerhin konnten die Milchwerke 2016 ihren Lieferanten einen Milchpreis von 28,09 Cent zahlen, das sind 82 Punkte mehr als der Bundesdurchschnitt von 27,27 Cent.

Diese erfreulichen Zahlen konnten Vorstandsvorsitzender Harald Reblutz und Geschäftsführender Direktor Ludwig Weiß bei der Generalversammlung am Mittwoch in Meeder präsentieren. Für Harald Reblutz gilt sogar das Ziel, den Milchpreis bald bei 35 bis 40 Cent zu stabilisieren. Denn nach den bisherigen Geschäftsentwicklungen sei in diesem Jahr mit deutlich höheren Erlösen zu rechnen. Auch Ludwig Weiß konnte nicht ohne Stolz auf die "sehr gesunden" Zahlen verweisen.

Für die Milcherzeuger und ihre Molkereien sei der Marktverlauf allerdings von starken Schwankungen der Preise und des Milchangebots gekennzeichnet gewesen, zudem habe sich laut Harald Reblutz das Wachstum der weltweiten Milchproduktion fortgesetzt: "2016 steckt jedem Betrieb noch in den Knochen."

Dennoch hätten die Milchwerke Oberfranken West erneut einen Milchpreis über dem Bundesdurchschnitt erwirtschaftet und dabei nicht am hohen Qualitätsstandard der Güteklasse S gerüttelt - laut Reblutz "ausschlaggebend für die gute Produktqualität". Für das gesunde Fortbestehen der Milchwerke sorgen derzeit 841 Lieferanten, davon 142 Bio-Betriebe.


Hochregallager ist fertig

Die Genossenschaft hat 2016 Investitionen in Höhe von 7,319 Millionen Euro getätigt. Dabei handelte es sich vor allem um die Fertigstellung des Hochregallagers des Werkes in Wiesenfeld. Geschäftsführender Direktor Ludwig Weiß berichtete, dass 2016 erstmals seit zehn Jahren weniger Milch zur Verfügung gestanden habe. Die Milcherzeuger der Genossenschaft seien dennoch "mit einem blauen Auge davongekommen" - nicht zuletzt deshalb: "Wir sind total nah am Markt dran und wissen, was abläuft!"

Wäre ein Ziel, neue Märkte zu erschließen? "Die Deutschen und Europa sind satt", sagt Weiß. Aber die Genossenschaft liefere mittlerweile "ganz schöne Mengen" ihrer Produkte in die USA und nach Asien oder den Nahen Osten. Immerhin gebe es "keine Lebensmittelkette im In- und Ausland, bei der wir nicht präsent sind", ob mit Eigenmarken oder unter anderem Namen.

Der Direktor baut deshalb auf weitere Investitionen in den beiden Standorten Wiesenfeld und Lendershausen: "Wer das nur ein Jahr vernachlässigt, kann es nicht mehr aufholen."

Ludwig Weiß nannte ein Blockheizkraftwerk mit einer Leistung von 2000 kW, um die Energiekosten zu senken. Auch eine vollautomatische Schneide- und Wendeanlage für Weichkäse werde notwendig, um der gestiegenen Nachfrage nach den Coburger Käsespezialitäten gerecht zu werden. Zudem müssten die Kapazitäten der Wasseraufbereitungsanlage dringend erweitert werden.

2016 sei es gelungen, gleich mehrere Produkte mit guten Erlösen neu am Markt einzuführen, was sich wiederum positiv auf den Milchpreis auswirken werde. Im laufenden Geschäftsjahr wollen die Milchwerke Oberfranken West ihre Marktanteile bei nicht leicht austauschbaren Produkten und bei hochveredelten Käsespezialitäten weiter ausbauen.

Ludwig Weiß und Harald Reblutz sparten in ihrem Rückblick jeweils nicht mit einem Dank an die hochmotivierten Mitarbeiter, für die es oftmals kein Wochenende gebe, wenn sie gebraucht würden. Dafür gebühre allen ein großer Applaus. Immerhin beschäftigte die Genossenschaft zum Jahreswechsel 386 Frauen und Männer.


Neue Produkte

Die Milchwerke Oberfranken West haben 2016 bei ihren Coburger Käsespezialitäten sehr erfolgreiche Produkte eingeführt, etwa Coburger Weichkäse, 150 Gramm, in vier Sorten, sowie ein Blauschimmelkäse mit 350 Gramm. Für eine große Handelskette in den USA produziert die Genossenschaft Frankendammer, Gouda und Butterkäse in Bio-Qualität nach den strengen "NOP"-US-Kriterien. Als heißer Snack sehr beliebt seien die Backkäse-Minis. In den Startlöchern stehe die Produktion der neuen Weichkäsesorten Bio-Bianco (mit Edelschimmel) und Bio-Rosso (mit Rotkulturen).

Die beiden Standorte Wiesenfeld und Lendershausen erfüllen nach eigenen Angaben die Anforderungen des Internationalen Lebensmittelstandards (IFS) auf höherem Niveau. Beide Betriebsstätten sind gemäß der EU-Bio-Verordnung zertifiziert.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren