Design, der Wirtschaftsfaktor: Auch darum geht es bei den 29. Coburger Designtagen, die sich fest in der alten Pakethalle am Güterbahnhof etabliert haben. Zumindest noch für die nächsten Jahre: Bis 2019/20 wird die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt das ehemalige Güterbahnhofsareal bewirtschaften. Das sagte Coburgs Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) bei der Eröffnung der Designtage am Dienstagabend. Damit dürfte auch der Standort der Designtage für die nächsten Jahre gesichert sein.

Was als Veranstaltung der Studiengänge Integriertes Produktdesign und Innenarchitektur an der damals noch so genannten Fachhochschule Coburg begonnen hat, ist über die Jahre zur Leistungsschau oberfränkischen Designs geworden. Die Hochschul-Veranstaltung gibt es nach wie vor, sie heißt nun "Designcampus Open" (siehe Seite 10), doch die Designtage sind inzwischen auch räumlich davon abgekoppelt.

Aber immer noch ist es Professor Auwi Stübbe, der als Vorsitzender des Coburger Designforums Oberfranken (CDO) die organisatorischen Fäden in der Hand hält. Stübbe, vor wenigen Tagen 75 geworden, und der stellvertretende CDO-Vorsitzende Rainer Kober, sprachen von einem "Erntetag", da die Saat der Designtage nun aufgegangen sei. Denn Design ist auch von Unternehmen und Unternehmern inzwischen als Faktor erkannt, der Marktvorteile bringt: Dank technischer Innovationen und des Designs habe beispielsweise die hiesige Polstermöbelindustrie die Trendwende geschafft, sagte Coburgs IHK-Präsident Friedrich Herdan. Hinzu kommen die rund 600 Arbeitsplätze in der Stadt im Bereich der Kreativwirtschaft. Dazu zählen nicht nur Designer oder Grafiker, sondern zum Bespiel auch Programmierer.

Die fanden in Coburg aber schon beizeiten eine Plattform und in der Stadt offene Ohren für ihre Belange, lobte am Rande der Veranstaltung Dirk Kiefer, Leiter des Bayerischen Zentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft. Die Coburger Designtage würden zeigen, dass die kreativen Potenziale in Bayern nicht nur in Großstädten zu finden seien.