Coburg
Designtage

Die Coburger Designtage und die größte Mikadowand der Welt

Die kreuz und quer stehenden Holzstangen auf dem Güterbahnhofsgelände sind weithin sichtbar und kündigen schon jetzt die wichtigste Veranstaltung des Coburger Designforums Oberfranken an. Es wird eine Reihe von Neuerungen geben.
Artikel drucken Artikel einbetten
Alexandra Lüftner und Sabrina Hafner (von links) besprechen die nächsten Schritte. Fotos: Helke Renner
Alexandra Lüftner und Sabrina Hafner (von links) besprechen die nächsten Schritte. Fotos: Helke Renner
+9 Bilder
"Holz erzeugt Sympathie", sagt Auwi Stübbe, Vorsitzender des Coburger Designforums Oberfranken (CDO) und verweist darauf, dass die Mikadowand mit Stangen aus einem Sägewerk im oberfränkischen Weißenstadt rekordverdächtig ist. "Mit einer Höhe von fünf Metern und 130 Metern Länge haben wir hier die größte Mikadowand der Welt." Sie eskortiert auf beiden Seiten den früheren Bahnsteig hinter der Abfertigungshalle auf dem früheren Güterbahnhofsgelände, der eigentlich weggerissen werden sollte. Jetzt wird er zu einem tragenden Element für die 27. Coburger Designtage.
Die Holzwand soll zum einen Aufmerksamkeit erregen, zum anderen aber auch Absturzsicherung für die Besucher sein. Eine Rampe führt hinauf zum Bahnsteig mit den Riesen-Mikadostäben. Das ist der behindertengerechte Zugang. Und: "Für die Rampen haben wir nicht einfach Geraffel aufgeschüttet", sagt Auwi Stübbe, "sondern Edelbauschutt." Das hat vor allem etwas mit dem Motto der Designtage zu tun: Innovation und Nachhaltigkeit.

Viel Grün in Holzkästen

Dieser Prämisse sind auch die vielen Pflanzkästen zuzuordnen, die fast über das gesamte Gelände um die Abfertigungshalle verteilt sind. "Das ist quasi die Fortsetzung des Gardening-Projekts der Hochschule." Im vergangenen Jahr hatten Studierende eine Brachfläche auf dem Güterbahnhofsgelände kultiviert.
Für das Grün ist in diesem Jahr Sabrina Hafner zuständig. "Wir säen hier zum Beispiel Wasserlinsen, Wassersalat, Minze, Salate, Kresse, Schnittlauch oder auch Erdbeeren", erläutert sie. Die Bewässerung besorgt zum Teil die schon in die Jahre gekommene Dachrinne der Abfertigungshalle.

Bühne und Bierdom

Die Kästen mit den Nutzpflanzen werden nach dem Ende der Designtage verkauft. Einen Teil der bepflanzten Holzkonstruktionen will das CDO aber selbst weiter nutzen - der Nachhaltigkeit wegen.
Seit vier Wochen wird auf dem Güterbahnhofsgelände gearbeitet. Die Bauleitung teilt sich Alexandra Lüftner, Innenarchitektur-Studentin, mit dem Metallbaumeister Jens Ambos. Die beiden kümmern sich um die Einteilung der Arbeitskräfte - zwölf sind es in der Regel. Sie sorgen dafür, dass immer Material da ist und Werkzeug bereitliegt. "Wir sind ein gutes Team und es läuft", sagt Alexandra Lüftner. Zwischen Abfertigungshalle und ehemaligem Bahnsteig, wo einst Gleise verliefen, entsteht derzeit eine kleine Bühne mit treppenartigen Sitzgelegenheiten davor. Das restliche Gleisbett wird mit Brettern abgedeckt. Stadtmarketing-Koordinator Michael Böhm und Wolfram Hegen, der für die Pressearbeit bei den Designtagen zuständig ist, sitzen schon einmal Probe. Auf der Freifläche neben der Halle gibt es wieder den Bierdom, einen Kinderspielplatz und Bänke zum Verweilen. "Uns ist es wichtig, das Güterbahnhofsgelände in der öffentlichen Diskussion zu halten. Und dafür sind die Designtage mit ihren vielen kreativen Ideen gut geeignet", stellt Michael Böhm fest. Am Dienstag, 12. Mai, starten die Coburger Designtage um 19 Uhr mit der Eröffnungsfeier.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren