Coburg

Der neue Coburger Dekan bringt eine neue Pfarrerin mit

Das Coburger Dekane-Kollegium ist wieder vollständig.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das war einmal: Auf die Halskrause muss Dekan Stefan Kirchberger in Coburg verzichten. In Augsburg gehört sie zur traditionellen Amtstracht. Foto: Martin Koch
Das war einmal: Auf die Halskrause muss Dekan Stefan Kirchberger in Coburg verzichten. In Augsburg gehört sie zur traditionellen Amtstracht. Foto: Martin Koch
+1 Bild
Am kommenden Sonntag führt die Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner Pfarrer Stefan Kirchberger in der St.-Moriz-Kirche in sein Amt als 1. Dekan im Dekanatsbezirk Coburg ein. Er ist damit Nachfolger von Christoph Liebst. Der sogenannte 1. Dekan ist seit jeher zugleich Inhaber der 1. Pfarrstelle in der Kirchengemeinde St. Moriz. Kirchberger steht dann zusammen mit dem sogenannten 2. Dekan Andreas Kleefeld gemeinsam an der Spitze des Dekanatsbezirkes Coburg, der wegen seiner Größe zwei gleichberechtigte Dekane hat. Kleefeld ist gleichzeitig Pfarrer an der Heilig-Kreuz-Kirche, es ist die erste Pfarrstelle dort.

Gleichzeitig wird am Sonntag auch Pfarrerin Silke Kirchberger als vorübergehende 2. Pfarrerin an der Morizkirche der Gemeinde vorgestellt. Es gibt keine Installation, wie die ganz offizielle Übernahme einer Pfarrstelle bezeichnet wird. Kirchberger übernimmt erst einmal die Vertretung. Hintergrund ist das anstehende 500.
Jubiläum der Reformation mit all den Veranstaltungen und der Landesausstellung in Coburg. Das macht es notwendig, dass die zweite Pfarrstelle in St. Moriz besetzt ist.


Als Vikare in Coburg

Ist es schwer, junge Geistliche nach Coburg zu locken? Stefan und Silke Kirchberger betreten hier kein unbekanntes Terrain. Zwischen 1991 und 1994 war das junge Ehepaar schon als Vikare in Coburg. Stefan Kirchberger in Ahorn und Silke Munzert im Rödentaler Stadtteil Einberg, an der St.-Marien-Kirche. 1993 wurden sie in der Schlosskirche Ahorn vom damaligen Regionalbischof Wilfried Beyhl zum geistlichen Amt ordiniert.
"Wir haben uns hier immer wohl gefühlt", sagte Dekan Kirchberger am Donnerstag im Gespräch mit der Coburger Presse und fügte hinzu: "Ich empfinde hier die Frömmigkeit lebendig und aufrichtig."

Die Zuneigung beruht wohl auf Gegenseitigkeit. Coburger Grundschüler haben ihrem Ex-Religionslehrer beim Weggang ein "Zwischenzeugnis" ausgestellt. Dort heißt es wohlwollend: "Der freundliche und nette Lehrer passt im Unterricht gut auf. Seine Schrift ist aber furchtbar."

Mit Blick auf das Reformationsjubiläum machte der neue Dekan klar, dass die Morizkirche kein Museum sei. "Die Morizkirche ist ein Ausstellungsraum des christlichen Glaubens." Da die Morizkirche ja eine lebendige Gemeinde sei, könne man dort den gelebten Glauben der Gegenwart erleben. Der Ausstellungsteil auf der Veste Coburg widme sich den historischen Hintergründen und Entwicklungen.

Der Ökumene bringt Kirchberger großes Interesse entgegen. "Konfession bedeutet Dialog", erklärte er. Das sei ein Gesprächsangebot.

Stefan Kirchberger (54) und Silke Kirchberger (52) sind beide in Nordrhein-Westfalen auf die Welt gekommen. Wichtiger ist für Stefan Kirchberger aber die erlebte Kinder- und Jugendzeit in Augsburg. Dort war er in den vergangenen 15 Jahren Pfarrer an der Dreifaltigkeitskirche.

Theologie studierte der neue Dekan an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau, an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und an der Kirchlichen Hochschule in Bethel/Bielefeld.
Beim Studium in Bethel haben sich Stefan und Silke Kirchberger auch kennengelernt. An der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg war Kirchberger Student bei Prof. Wolfgang Huber, später Bischof von Berlin und Brandenburg sowie Ratsvorsitzender der EKD.

Kommentare (1)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren