Coburg
Interimsspielstätte

Der gewisse Dreh fürs Landestheater Coburg

Einen Orchestergraben wird es in der geplanten Ausweichspielstätte des Landestheaters nicht geben. Die Kosten waren dafür nur einer von mehreren Gründen.
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Blick auf die Bühne des Landestheaters. Sie verfügt über Drehbühne und Orchestergraben. In der Interimsspielstätte werden die Verhältnisse etwas einfacher gestaltet sein. Foto: Jochen Berger/CT-Archiv
Blick auf die Bühne des Landestheaters. Sie verfügt über Drehbühne und Orchestergraben. In der Interimsspielstätte werden die Verhältnisse etwas einfacher gestaltet sein. Foto: Jochen Berger/CT-Archiv
Die Interimsspielstätte nimmt Gestalt an - zumindest für die Ausschreibungsunterlagen. Der Stadtrat befasste sich in seiner Sitzung vor den Faschingsferien in nichtöffentlicher Sitzung mit den Planungen. Nichtöffentlich deshalb, weil es da auch um Preisvorstellungen ging, wie Hochbauamtsleiter Peter Cosack erläutert. Denn die Stadt hofft natürlich, im laufenden nichtoffenen Verfahren mit Teilnahme-Wettbewerb möglichst günstige Angebote zu erhalten. Gesucht wird ein Generalübernehmer, der den Bau der Interimsspielstätte plant und ausführt.

Im Dezember hatte der Stadtrat beschlossen, dass die Interimsspielstätte fürs Landestheater maximal sechs Millionen Euro kosten dürfe. Errichtet werden soll ein kastenförmiges Gebäude in Leichtbauweise. Dafür wird ein Teil der Dreifachsporthalle am Anger abgerissen. Umkleide- und Technikräume werden weiter vom Theater genutzt, anstelle der eigentlichen Sporthalle entstehen ein Bühnen- und Zuschauertrakt. Diese Übergangsspielstätte wird aus zwei Dingen gebraucht: Zum einen soll das historische Landestheater am Schlossplatz grundlegend saniert werden, zum anderen besteht für das Haus ohnehin nur noch eine Betriebserlaubnis bis zum 31. Dezember 2018. Bei einem Wasserschaden im Oktober 2013 wurde die ohnehin schon veraltete Haustechnik in Mitleidenschaft gezogen. Das Theater war rund zwei Monate lang nicht bespielbar.

Seit Dezember 2016 saßen die Verantwortlichen von Landestheater und Hochbauamt an der Detailplanung für die Interimsspielstätte. Ein Ergebnis: Einen Orchestergraben, der bis unter die Bühne reicht, wird es nicht geben, weil der ohne die teuren Hubpodien ohnehin so gut wie sinnlos wäre. Die Hubpodien würden gebraucht, um große schwere Instrumente in den Graben zu bringen, erläutert Cosack. Außerdem dienen sie im Theaterbetrieb dazu, den Graben zu verschließen, wenn die Bühne für das Schauspiel gebraucht wird.

Die Lösung sieht nun so aus, dass das Orchester vor der Bühne sitzt, berichtet Intendant Bodo Busse. Bühne und Zuschauerraum werden so erhöht, dass das Orchester die Sicht auf die Bühne nicht stören kann. Dieser Orchesterbereich könne für Aufführungen des Schauspiels teilweise überdeckt werden. Aber: "Es gibt kein Musiktheater ohne Orchestergraben", betont Busse.

Außerdem soll die Interimsspielstätte eine Drehscheibe erhalten. Keine Drehbühne, denn die könnte auch noch abgesenkt werden. Auf der Drehscheibe können Kulissenteile installiert werden, so dass schnelle Szenenwechsel möglich sind. Busse zufolge wird auch ein Bühnenoberbau installiert, der es erlaubt, Scheinwerfer zu anzubringen und Kulissenteile zu befestigen.

Bis August soll das Ausschreibungsverfahren abgeschlossen und ein Generalübernehmer gefunden sein. Das Verfahren werde am Montag in seine nächste Phase gehen, sagt Cosack. Einsehbar sind die Ausschreibungsunterlagen aber nur für die Anbieter im Verfahren.
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