Welsberg
Einweihung

Der Windpark Bürgerwald ist am Netz

Gestern gingen die vier Windkraftanlagen in der Gemeinde Itzgrund offiziell ans Netz. Bereits seit einigen Tagen läuft die Anlage in der Nähe von Welsberg.
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Am Sonntag ging der Windpark Bürgerwald in der Gemeinde Itzgrund offiziell ans Netz; im Bild von links Landrat Michael Busch, der Geschäftsführer der Gemeinde Itzgrund, Dieter Scherbel, Raimund Kamm, Werner Thomas und Martin Demmeler Foto: Gabi Arnold
Am Sonntag ging der Windpark Bürgerwald in der Gemeinde Itzgrund offiziell ans Netz; im Bild von links Landrat Michael Busch, der Geschäftsführer der Gemeinde Itzgrund, Dieter Scherbel, Raimund Kamm, Werner Thomas und Martin Demmeler Foto: Gabi Arnold
"Wir im Itzgrund reden nicht von der Energiewende, sondern leisten einen großen Beitrag", betonte der Bürgermeister der Gemeinde Itzgrund, Werner Thomas (SPD), bei der offiziellen Einweihung des Windparks Bürgerwald.
Die vier Windkraftanlagen des Typs Nordex N117 erbringen laut Thomas eine Gesamtleistung von 9,6 Megawatt. Der Windpark, rechnete er vor, generiere zirka 23,8 Millionen Kilowatt-Stunden Strom pro Jahr und versorge 7000 Durchschnittshaushalte mit sauberer Energie. Dies sei ein Vielfaches des Strombedarfes der Gemeinde Itzgrund.
Vor vier Jahren fiel im Rahmen des Regionalentwicklungsplanes die Wahl auf das Vorranggebiet zwischen den drei Kommunen Seßlach, Großheirath und Itzgrund. Ursprünglich, erklärte der Bürgermeister, sollte der Windpark als interkommunales Projekt der drei Kommunen realisiert werden. Aber: "Der eine Partner ist vor und der andere Partner nach der Kommunalwahl 2014 abgesprungen." Dagegen bestand in der Gemeinde Itzgund laut Thomas fraktionsübergreifend eine Mehrheit für das Großprojekt.
Dies, betonte Thomas, sei mit Sicherheit nicht aus Habgier geschehen, wie es Gegner der Anlage behauptet hätten. Der Bürgermeister: "Auch wenn die Gemeinde zukünftig aus dem Betrieb der Anlagen Einnahmen erzielt, hat kein einziger Gemeinderat einen persönlichen Vorteil. Die Einnahmen kommen allen Einwohnern unserer Gemeinde zugute."
Wie Thomas ausführte, hatte sich auch eine Bürgerinitiative gegen den Windpark gegründet, und auch Gerichte mussten sich mit den Einsprüchen befassen. Der Bürgermeister äußerte nun eine Bitte: "Mein Wunsch ist, dass gegenteilige Meinungen zu diesem Projekt nicht dazu führen dürfen, dass die Zusammenarbeit innerhalb der Vereine oder das soziale Miteinander in der Gemeinde darunter leiden."
Der Windpark passt laut Landrat Michael Busch (SPD) sehr gut in das Klimaschutzbündnis von Stadt und Landkreis. "Wenn wir den Klimaschutz verbessern wollen, sind die regenerativen Energien ein ganz wichtiger Träger." Vor allem freue er sich darüber, dass die Inbetriebnahme in der Gemeinde Itzgrund, im Gegensatz zu der Anlage bei Sonnefeld, ohne technische Probleme funktioniere. Gleichzeitig forderte Busch zum Protest gegen die geplanten Stromtrassen P44 und P44 mod auf, die durch das Coburger Land führen sollen.
Martin Demmeler, Projektleiter bei Green City Energy, dankte der Gemeinde Itzgrund und meinte, die "Helden des Windparks" seien die Gemeinderäte, die sich klar dazu bekannt haben. Die Bürger hätten nun die Möglichkeit, in den Windpark im Rahmen des "Kraftwerkparks III" zu investieren. Außerdem könne der Strom direkt gekauft werden.
Raimund Kamm, der bayerische Landesvorsitzende des Bundesverbandes für Windenergie, sieht in der Elektromobilität die Zukunft. " Vielleicht findet ja irgendwann in Welsberg ein Werkverkauf für Strom für E-Autos statt", sagte er.
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