Coburg

Der Tank, der weiß, was in ihm steckt

Eine Erfindung des Technologietransferzentrums Automotive der Hochschule Coburg (TAC) könnte Autofahrern künftig Kraftstoff und Ärger ersparen.
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Was tankst Du? Die Forschergruppe des Technologietransferzentrums Automotive der Hochschule Coburg hat einen Sensor entwickelt, der Kraftstoffe erkennen kann. Foto: Hochschule Coburg
Was tankst Du? Die Forschergruppe des Technologietransferzentrums Automotive der Hochschule Coburg hat einen Sensor entwickelt, der Kraftstoffe erkennen kann. Foto: Hochschule Coburg
Ein neuer Sensor im Einfüllstutzen des Autotanks erkennt mittels Fluoreszenzmessung den Kraftstoff, der getankt wurde.
Der von der Kraftstoff-Forschergruppe des TAC entwickelte Sensor beleuchtet den Kraftstoff kurzzeitig mit Laserlicht. Farbe und Leuchtdauer des vom Kraftstoff zurückgeworfenen Lichts sind für jeden Kraftstoff charakteristisch. "Damit kann der Motor optimal auf den Kraftstoff abgestimmt und dieser somit effizienter und emissionsärmer verbrannt werden. Darüber hinaus können so Fehlbetankungen erkannt und folgende Motorschäden verhindert werden", erläutert Fan Zhu, der als Doktorand an dem Forschungsprojekt arbeitet.
Der Sensor gleicht die Messergebnisse mit einer Datenbank fossiler und biogener Kraftstoffe aus aller Welt ab.
Das neue Messverfahren Fluoreszenzspektroskopie kann die auf dem Markt erhältlichen Kraftstoffe zweifelsfrei detektieren und so eine Aussage über die aktuelle Zusammensetzung des getankten Kraftstoffgemischs machen.

Nichts Falsches mehr im Tank

Die gewonnenen Daten werden direkt an die Motorsteuerung weitergegeben, wodurch eine optimale Anpassung des Motormanagements auf den Kraftstoff möglich wird. Fehlbetankungen werden sofort erkannt und die Bordelektronik kann dem Fahrer einen Warnhinweis geben oder den Motor automatisch abschalten.
"In diese Entwicklung fließen Erkenntnisse aus der Elektronik, der Chemie, der Physik und den Ingenieurwissenschaften ein", erzählt Viktor Gross, der als Diplomand im Studiengang Technische Physik an dem Projekt beteiligt ist. Die Industrie zeigt bereits Interesse an der neuen Entwicklung: "Wir führen bereits Gespräche mit interessierten Unternehmen", berichtet Jürgen Krahl, der wissenschaftliche Leiter der TAC-Forschergruppe.
Krahl betreut an der Hochschule Coburg auch die Forschung am Kraftstoff an sich. Derzeit wird in Coburg im Großversuch ein von der Hochschule entwickelter Dieselkraftstoff getestet, der zu 33 Prozent aus pflanzlich erzeugten Ölen besteht. Von der chemischen Zusammensetzung her gleicht "R33" aber normalem Diesel.

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