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Coburg
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Der Campus der Coburger Hochschule wächst

Am Freitag wird das neue Gebäude des Design-Campus offiziell übergeben. Bald werden die nächsten Bau-Pläne für das Gelände folgen: Studentenwerk und Klappan-Gruppe wollen ein Wohnheim errichten.
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Dekan Joachim Driller (links) und Professor Dieter Sitzmann in der  neuen Bibliothek: Nun müssen die Studenten  in die Friedrich-Streib-Straße, wenn sie Literatur brauchen. Foto: Michael Gründel
Dekan Joachim Driller (links) und Professor Dieter Sitzmann in der neuen Bibliothek: Nun müssen die Studenten in die Friedrich-Streib-Straße, wenn sie Literatur brauchen. Foto: Michael Gründel
Zu sehen ist vor allem Beton: Wände, Böden, Decken, roh belassen im Treppenhaus, teilweise weiß gestrichen in den Lehrsälen. "Wir sind ja auch ein technischer Studiengang", betont Dieter Sitzmann, Professor im Fachbereich Bauingenieurwesen und so etwas wie der Manager des neuen Gebäudes direkt hinter dem Hofbrauhaus.
Geplant wurde das Gebäude im Auftrag des Freistaats Bayern gezielt für die Belange der Hochschule. Sitzmann war derjenige, der sagte, was im Detail gebraucht wurde und den seine Kollegen fragen, wenn sie wissen wollen, mit welchem Schalter die Jalousien betätigt werden. "Das Ganze sollte so gegliedert werden, dass jeder leicht begreift, wo er hin muss", erläutert Sitzmann.
Noch wirkt vieles improvisiert. "Das wird auch eine Weile so bleiben", sagt Dekan Joachim Driller. Das beginnt schon im Foyer- und Eingangsbereich. Rechts geht's vom Foyer aus in den größten Hörsaal, das Audimax. Links geht es in den zwei Etagen hohen Multifunktionsraum, der in den ersten Monaten als Mensa dienen wird. Doch in Verbindung mit dem Hörsaal und dem Foyer verfüge die Hochschule hier auch über einen guten Tagungsbereich, sagt Sitzmann. "Das gibt es in dieser Art sonst nicht in Coburg."
Der große Hörsaal führt nach unten, auf die Ebene der Werkstätten in den alten Kellergewölben. In ihnen gärte früher Bier. Nun warten dort Maschinen für Holz- und Metallbearbeitung auf ihren Einsatz. In der Etage darüber befinden sich die Labore. Die angehenden Bauingenieure müssen Materialien prüfen, Dämmwerte messen, beobachten, wie sich Brückenpfeiler oder Wehre auf den Wasserfluss auswirken. Dieter Sitzmann, der Laborleiter, ist sichtlich stolz auf das, was er da zu bieten hat: "Das ist sogar Din-gerecht", erläutert er im Schallschutzlabor. Gleiches gilt für die Maschinen, die Beton auf seine Druckfestigkeit prüfen können. "Wir haben vor, hier eine amtlich zugelassene Prüfstelle einzurichten." Studenten lernen hier die Materialprüfung nicht nur in der Theorie, sie können sie auch praktizieren, und die Hochschule könnte damit Drittmittel einwerben.
Ganz oben befinden sich die Seminar- und Arbeitsräume. Ab Montag soll hier der Unterricht der künftigen Bauingenieure und Architekten stattfinden. Die Produktdesigner und angehenden Innenarchitekten bleiben im Hofbrauhaus. Von den Seminarräumen und Professorenbüros im zweiten Obergeschoss kann der Blick über Coburg schweifen bis zur Veste.
Noch - denn die Klappan-Gruppe will auf dem Hofbräugelände auch noch ein Wohnheim für rund 100 Studenten errichten, zusammen mit dem Studentenwerk Bayreuth. Allerdings weiß noch niemand, wie das Ganze am Ende aussehen wird. Heute Nachmittag um 16 Uhr endet die Bewerbungsfrist für den Architektenwettbewerb. Zehn Büros sind gesetzt, 40 weitere sollen per Losverfahren ermittelt werden. An den Bebauungsplan müssen sich die Entwürfe nicht halten. Der solle ohnehin geändert werden, hieß es schon im Mai.

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