Coburg
Bahnhof

Der Bahnhofumbau in Coburg geht schon am Montag los

Neue und längere Bahnsteige für die langen ICE-Züge entstehen in Coburg. Auch drei Aufzüge zu den Gleisen sind geplant.
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Auf den Gleisen 3 und 2 werden die sechs ICE-Züge halten, die Coburg anfahren sollen Dafür wird der Bahnsteig auf 405 Meter verlängert, die anderen Bahnsteige werden 210 Meter lang sein. Foto: Christoph Winter
Auf den Gleisen 3 und 2 werden die sechs ICE-Züge halten, die Coburg anfahren sollen Dafür wird der Bahnsteig auf 405 Meter verlängert, die anderen Bahnsteige werden 210 Meter lang sein. Foto: Christoph Winter
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"In der nächsten Woche werden die Bauarbeiten am Bahnhof Coburg sichtbar." Dieter Thormann ist der technische Leiter der Neubaustrecke(NBS) der Bahn zwischen Coburg und Hallstadt. Am kommenden Montag, 21. November, beginnen die Bauarbeiten, um den Bahnhof für den Halt der ICE-Züge fit zu machen.

Zuerst entstehen Bauzufahrten vom Nordring, dann werden alte Teile abgebrochen. Umgebaut werden alle vorhanden drei Bahnsteige. Der neue ICE-Bahnsteig 2 hat zwei 405 Meter lange Bahnsteigkanten; die Bahnsteige 1 und 3 für den Nahverkehr sind künftig 210 Meter lang. Alle Bahnsteige erhalten eine einheitliche Höhe von 55 Zentimetern über Schienenoberkante für bequemes Ein- und Aussteigen. Jetzt sind die Bahnsteigkanten 38 Zentimeter über den Schienen. Von den höheren Bahnsteigen ist das Ein- und Aussteigen sowohl in Nah- wie in Fernverkehrszüge bequem möglich.

Die vorhandenen "Schmetterlingsdächer" über den Bahnsteigen bleiben erhalten. "Die sind nämlich gut in Schuss und auch dicht", so Diplom-Ingenieur Thormann. Wetterschutzhäuschen auf den nicht überdachten Bahnsteig-Bereichen bieten den Reisenden Unterschlupf bei Regen und Wind. Komplett neu ausgestattet werden die Bahnsteige mit neuen Bänken, Vitrinen und Papierkörben.

Mit dem Umbau erfüllt sich auch eine alte Forderung von Bahnkunden und der Stadt: Der Bahnhof wird barrierefrei. Drei Aufzüge bringen mobilitätseingeschränkte Menschen aus dem Fußgängertunnel zu den Bahnsteigen empor. Auf eine andere Selbstverständlichkeit wird man aber auch künftig verzichten müssen: Eine öffentliche Toilette wird es im Bahnhof Coburg nach wie vor nicht geben. "Unser Aufgabenbereich umfasst nur den Schienenverkehr", so Bahnsprecher Frank Kniestedt. Um die drei Personenaufzüge im Coburger Bahnhof einzubauen, wird jeweils eine der beiden noch vorhandenen Doppeltreppen abgebaut. Jeweils die nach Süden beziehungsweise Richtung Creidlitz bestehenden Treppen werden durch die Aufzüge ersetzt.


Bauarbeiten bis 2019

Gebaut wird etappenweise, um den Eisenbahnbetrieb ständig aufrechterhalten und einen großen Teil der Bahnsteige nutzen zu können. Deshalb dauern die Arbeiten bis 2019. Der Bahnsteig 2 zwischen Gleis 2 und 3 (der ICE-Bahnsteig) wird rechtzeitig mit Inbetriebnahme des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit 8 (Nürnberg-Berlin) bis zum Spätsommer 2017 fertiggestellt. Die Investition beträgt insgesamt etwa sieben Millionen Euro.
Weitere, vor allem stellwerkstechnische Arbeiten zum Anschluss des Bahnhofs Coburg an die Neubaustrecke folgen an den Verbindungskurven. "Die nördliche Einschleifung bei Dörfles-Esbach ist weitgehend fertig", hat Dieter Thormann am Freitag bei einem Pressegespräch erklärt. Hierbei werden Weichenverbindungen in das erweiterte Stellwerk Coburg integriert.

Vom Stellwerk auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofes werden die Signale und Weichen im Bahnhof Coburg sowie an der Nord- und Südkurve auf die Neubaustrecke gestellt. Die Fahrdienstleiter für die ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt steuern die Anlagen von München aus. Wenn die Weichen an das Stellwerk in Coburg angeschlossen werden, muss der Zugverkehr auf der Strecke Ebersdorf/C.-Coburg-Rödental für einige Tage unterbrochen werden. "Das wird Anfang 2017 geschehen, dann wird dort ein Schienenersatzverkehr eingerichtet", so Bahnsprecher Frank Kniestedt.


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