Laden...
Coburg
Ehrung

Coburger Sportler haben "den Namen der Stadt hinausgetragen"

Rund 300 Sportler jeden Alters und Funktionäre wurden von der Stadt Coburg in besonderer Weise gewürdigt.
Artikel drucken Artikel einbetten
In der Aktiven- und Seniorenklasse erreichten diese Sportfreaks von der TS Coburg, dem DAV, dem Run- und Bike-Team Coburg, dem HSC 2000 Coburg, dem PSC Coburg und der Schwimmsportgemeinschaft Coburg Spitzenplatzierungen bei Titelkämpfen von der bayerischen Meisterschaft aufwärts bis zu Weltmeisterschaften. Foto: Haberzettl
In der Aktiven- und Seniorenklasse erreichten diese Sportfreaks von der TS Coburg, dem DAV, dem Run- und Bike-Team Coburg, dem HSC 2000 Coburg, dem PSC Coburg und der Schwimmsportgemeinschaft Coburg Spitzenplatzierungen bei Titelkämpfen von der bayerischen Meisterschaft aufwärts bis zu Weltmeisterschaften. Foto: Haberzettl
+6 Bilder
Rund 300 Jugendliche, Sportler der Aktivenklasse sowie Senioren und Funktionäre zeichneten Oberbürgermeister und Sportreferent Norbert Tessmer (SPD), Sportamtsleiter Eberhard Fröbel und dessen Stellvertreter Ronny Göhl bei der Jahressiegesfeier der Stadt Coburg im Saal des Schützenhauses Creidlitz aus. Der OB wies in seiner Laudatio darauf hin, dass die Vestestadt reich an Sportgeschichte, aber auch an überregionalen Erfolgen in sehr vielen Sportarten sei. "In Coburg fand im Jahre 1860 das erste deutsche Turnfest statt, noch bevor Berlin in den Genuss des in der damaligen Zeit größten Ereignisses dieser Art in unserem Lande kam", sagte er.
Denjenigen, die im vergangenen Jahr mit Medaillenrängen bei bayerischen, Plätzen von eins bis fünf bei süddeutschen und deutschen Meisterschaften sowie Top-Ten-Platzierungen bei Europa- und Weltmeisterschaften auf sich aufmerksam gemacht haben, gab er mit auf den Weg: "Ihr habt den Namen unserer Stadt ins ganze Land und darüber hinausgetragen. Dafür danke ich. Vor eure Erfolge haben die Götter aber den Schweiß gesetzt", sagte der OB und fügte hinzu: "Vor dem Siegertreppchen stehen Disziplin, Training, ein hoher Zeitaufwand und Entbehrungen." In die Reihe derer, die das alles erst ermöglichten, bezog Tessmer ausdrücklich die Funktionäre, Trainer und Betreuer ein. Für Vorsitzende und andere Personen in Führungsrollen werde es heutzutage immer schwieriger, ihre Vereinsschiffe erfolgreich zu manövrieren. Sie müssten Fachleute für Steuer- und Vereinsrecht, aber auch in wirtschaftlichen Dingen beschlagen sein, um nicht mit einem Bein im Gefängnis zu stehen, so Tessmer.


Kriterien für die Auszeichnung

Sportamtsleiter Fröbel verwies darauf, dass bei der Auswahl der geehrten Klubs besonders die im Fokus stünden, die mit viel Idealismus und Leidenschaft die Voraussetzungen für ein reges Vereinsleben sowie Breiten- und Leistungssport schaffen. "Wichtige Kriterien sind Migration und Integration sowie ein hoher Anteil an Jugendlichen, denen die Zukunft gehört", erklärte er. Spitzenreiter sind hier die Tanzsportgruppe Effect's mit 80 Prozent, der Deutsche Alpenverein im Sportklettern mit 63 und die Tanzgarde Coburger Mohr mit über 50 Prozent an Aktiven aus dem Nachwuchsbereich. Gelobt wurden die vielen Kooperationen im Sport sowie die konstruktive Zusammenarbeit der Vereine mit dem Sportverband Coburg unter dessen Vorsitzendem Jürgen Heeb.
Zum Sportler des Jahres wurde der Sportschütze Arpad von Schalscha-Ehrenfeld von der Schützengesellschaft Coburg gewählt, der seit vier Jahrzehnten in verschiedenen Waffengattungen präzise wie ein Schweizer Uhrwerk schießt. Vor kurzem feierte der Sportschütze seinen 60. Geburtstag. Er erhielt vom geschäftsführenden Vorsitzenden der Kreisgruppe, Hans Heinrich Ulmann, die DOG-Ehrenmedaille.

"Herr von Schalscha-Ehrenfeld ist seit seiner Zeit in der Jugend- und Juniorenklasse bis heute als hervorragender Leistungsträger seines Sports in Erscheinung getreten. Seit 1979 belegte er in jedem Jahr Podestplätze bei bayerischen und deutschen Meisterschaften. Als Mannschaftsschütze ist er 82-facher bayerischer Meister. Mit 396 von 400 möglichen Ringen erzielte der Polizeibeamte in der Disziplin "Sportpistole Kaliber 45 ACP" 2012 seine wichtigste persönliche Bestleistung", gab Ulmann bekannt. Auch als Funktionär tritt das Urgestein der Schützengesellschaft als Abteilungsleiter Pistole, in verschiedenen Ausschüssen und als Hallensprecher bei Bundesliga-Wettkämpfen in Aktion. "Diese Auszeichnung stellt mein schönstes Geburtstagsgeschenk dar", betonte er.

Mit der Plakette der Stadt Coburg in Gold wurden Niccolo Campriani und Sabrina Hößl von der SG Coburg geehrt. Campriani gewann bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zwei Goldmedaillen im Luftgewehr- und im Kleinkaliberschießen. Sabrina Hößl wurde im estländischen Tallin Junioren-Europameisterin im Kleinkaliber-Liegend-Wettkampf und Zweite im KK-Dreistellungkampf.

Ebenfalls Gold ging an die erste Handballmannschaft des HSC 2000 Coburg für den 3. Platz in der 2. Bundesliga am Ende der Saison 2015/16 und den damit verbundenen Aufstieg in die 1. Bundesliga, die als beste Spielklasse der Welt gilt.

Gleiches gilt für die Damenmannschaft des Paddel- und Segelclubs Coburg für Rang eins bei der deutschen Meisterschaft im Kanupolo. Mit Pia Schwarz und Leonie Wagner gehörten zwei Leistungsträgerinnen aus diesem Team der deutschen Nationalmannschaft an, die bei der Weltmeisterschaft Rang zwei belegte. Mit Annika Adler und Emily Bildat standen zwei weitere PSClerinnen in der U 21-Nationalmannschaft, die den WM-Titel holte. In den höchsten deutschen Wettkampfklassen gehen des Weiteren die Luftgewehrmannschaft der SG Coburg und die Billardfreunde Creidlitz auf Punktejagd.

Als herausragende Senioren entpuppten sich zum wiederholten Male der Leichtathlet Karl Dorschner vom TV 1848 Coburg und der Kraftsportler Dirk Schumann von der TS Coburg. Dorschner wurde im australischen Perth Doppel-Weltmeister im Einzel des 400-Meter-Laufs und mit der 4-mal-400-Meter-Staffel. Schumann verteidigte seinen WM- und EM-Titel von 2015 im Kraftdreikampf. Beim Nachwuchs ist Amir Apo Schawisch vom Wintersport und Freizeit Club Coburg-Neukirchen Mitglied der Junioren-Nationalmannschaft.
Als Rarität im Sport wertete Eberhard Fröbel die Ehrung des 76-jährigen Hilmar Anders, der 2016 zum 35. Mal die Prüfung des deutschen Sportabzeichens mit Erfolg absolvierte.

Auf der Funkionärsebene bekamen Petra Wolf und Birgit Scheler vom TV Coburg-Neuses Bronzeplaketten. Beide machen sich seit 34 Jahren ununterbrochen als Lehrwartinnen und in der Abteilungsleitung beim Spielmannszug ihres Vereins verdient.